Ein Älterer, ein Professor vielleicht

Das Café an der Uni liegt nicht weit entfernt von unserer Wohnung; in den USA würde man sagen zwei Blocks entfernt. Draußen haben sie die Straße gesperrt, weil Angela Merkel am Mittwoch auf einer Bühne in der Nähe redet. Sie bauen für die Einheitsfeierlichkeiten und seit Freitag müssen die Proleten auf neue Strecken ausweichen, ihre Sportwagen zu präsentieren.

Bar Ramazzotti

Hier drinnen ist das angenehm egal. Und ich habe nicht den Fehler gemacht, in die Karte zu schauen sondern gleich einen Cappuccino bestellt – diese Unwissenheit rettet in München den ein oder anderen Tag. Ich suche noch immer nach einem adäquatem Ersatz für jenes Café, in dem ich viele Jahre während der letzten Dekade verbrachte. Das man Dinge häufiger schlecht findet, mindestens bedenklich, liegt nicht am Alter: man kennt nur sehr viel andere, bessere Alternativen.

Café an der Uni

Am Nebentisch erheben sich endlich zwei Freunde, die sich seit langem zu ersten Mal wiedersehen; der eine normal, der andere im Anzug, weil ihm sonst nichts zum Beeindrucken bleibt. Man sieht das an der Körperhaltung auf dem Weg zur Toilette, daran wie seine Augen über die anderen Besucher schweifen und wie er sich sehnt nach erwiderten Blicken. In der näheren Umgebung lacht eine Studentin zu laut und eine andere, deren Gesicht mich an eine entfernte Bekannte erinnert, verhält sich seltsam vertraut. 

Die Arbeit und das, was ich wirklich mache

Ich konnte mir als ich noch jung war schon vorstellen an einem Ort zu vergreisen wie hier.

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