Duck, Duck, Goose

Die Party ist zu Ende.
Neben mir liegt schlafend der kleinste Bruder des Gastgebers, irgendwer ist mit irgendeiner Blonden nach Hause gegangen und der Rest ins Bett. Ich werde einfach nicht müde, habe das koffeinhaltige Getränk in Reichweite und lasse die Gedanken kreisen.

  • Durch den Tag, den ich in Bad Homburg und im Schatten eines Baumes verbrachte, an einem Ort zwischen den Feldern, von denen man Frankfurt gut sieht.
  • Durch den Abend, diese Party, von der ich dachte, sie wäre schon gestern. Also habe ich einen Tag rangehängt, ranhängen müssen, einen Urlaubstag, in dieser Wohnung der Freundin, die ich selten sehe und mit der ich nichts teile außer die gemeinsame Erinnerung an vergangene Zeiten. Wir haben unterschiedliche Lebensmodelle, doch vielleicht ist gerade das manchmal entspannend wie es mit dem besten Freund entspannend ist, mit dem ich Abends nicht ausgehen kann aus ähnlichen Gründen. Durch die Party also, die ausgeklungen ist, mir noch im Gedächtnis steckt, wie die Situation draußen auf dem Balkon, in der ich mich fehl am Platze, unfähig in das Gespräch einzusteigen fühlte.
  • Zurück an den Platz, an dem ich am Nachmittag lag, das schlechte Buch zu Ende gelesen und nachsinniert habe. An diesen Ort, an dem ich auch hätte schlafen können, stünde nicht mein Fahrrad verschlossen im Keller, zu dem ich mir zwar Zutritt verschaffen könnte, dafür aber nicht verzweifelt genug bin; die Nacht also in Dingern verbringe, die sie hier Sitzsäcke nennen.

So schreibe ich hier, während alle anderen schlafen.
Manchmal ist mir genau dieses das Liebste.

2 Gedanken zu „Duck, Duck, Goose

  1. hm…schön, dass du regelmäßig schreibst. ich glaube, ich weiß genau, was du meinst! es gab schon ein paar gelegenheiten, wo ich fast dasselbe hätte schreiben können – zumindest teilweise… wenn ich nen blog führen würde, aber kommt vielleicht ja jetzt bald wieder..:-
    )
    lg,a

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