Du bist immer der Erste, der „für immer!” schreit

Mich erreicht der Anruf eines lang nicht gesprochenen Freundes, von der Reeperbahn. In einem Skype-Fenster sehe ich ihn vor einem Hostel sitzend auf dem Trottoir, höre Betrunkene feiern, irgendwo geht eine Flasche zu Bruch. Er erzählt zwischen dem Lärm von Skandinavien und einer spontanen Entscheidung und dass er hofft auf ein Treffen, irgendwann Mitte September, irgendwo auf dem Weg in den Süden zum See.

Duck Duck GooseSie sagt, ich bin jemand, der in den Büchern reist, stets reiste. Ich sage, ich erinnere mich an vieles, zu ganz ungünstigen Zeiten. Ich bin ein bisschen in Tocotronic verliebt, in Tomte, Peryton und Thomas Bernhard und sie. Wenn ich Blog schrieb in der Zeit, von der sie erzählt, saß sie in fremden Ländern auf einem Berg und schaute ins Tal.

Jetzt reist sie wieder herum, doch statt zu lesen höre ich Musik, sitze im Fenster mit den Füßen über der Lehne des Stuhls. Ich schaue ins Nachtleben, zu den Menschen, die aufreizend flanierend in ihm verschwinden. Ich träume uns auf einen Gipfel, Schlafsack an Schlafsack nebeneinander gerollt. Doch für den Moment reicht dieses Glas Wasser und der Blick auf die Straße. Und ein Skype-Fenster zeigt das andere Ende des Landes und irgendwo platzt eine Flasche Bier.

— t: Thees Uhlmann – Römer am Ende Roms

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