Dry your eyes

Endlich ist die Wahl vorbei, ich freue mich diebisch über das Abschneiden einzelner Parteien. Hoffentlich wird jetzt den Letzten klar, dass man einen fähigen Kandidaten präsentieren muss, um glaubwürdig um das Amt des Bundeskanzlers zu buhlen. Ich beteuere immer wieder, dass ich nichts gegen einen weiblichen Kanzler einzuwenden habe, doch halte ich die Kandidatin der Union aus vielerlei Gründen für ungeeignet. Dass es jetzt Zeit für eine Kanzlerin sei, ist genauso schwachsinnig wie eine quotierte Rednerliste, wenn einfach kein Mädchen etwas sagen möchte und die Diskussion deswegen stagniert. Verbissenes Emanzentum, so erlebt auf einer der zahlreichen Vollversammlungen unserer Uni.
Ich würde mich wirklich über eine Bundeskanzlerin freuen – ähnlich über eine Frau auf dem höchsten politischen Posten der USA – wenn sie denn souverän wäre und in der Lage, auf dem internationalen Parkett anders auszusehen als ein maulwurfartiger Wackelpudding. Im Kommentar der SZ ist das Gefühl treffend beschrieben:

Die Leute sagten sich nur: „Abwechslung soll sein“ und „Probieren geht über studieren“. Wäre es möglich gewesen, hätten sie wohl gern „die Anderen plus Schröder“ genommen.

Pünktlich in die neue Legislaturperiode starte ich mit einem Reformpaket, dass mir niemand verwässern wird: der Vorteil, wenn man mit sich selbst in einer Monarchie lebt. Genauso pünktlich hat der Zeitungsausträger heute morgen die SZ mit der FAZ verwechselt, was ich nicht als Prognose für meinen neuen Regierungsstil annehmen mag. Ich fühle mich aber – nicht deswegen – besser als letzte Woche um diese Zeit.

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