Doch lecke nicht die alten Wunden

Die Küche des Wohnheims verbreitete eine Athmosphäre, die nicht zum Bleiben einlud. Hier saßen wir also nun, zwischen langweiligen und nervenden Kunstgeschichtestudenten, die sich gegenseitig mit dummen Witzen zu übertrumpfen versuchten.
Das vegetarische Essensangebot beschränkte sich auf Weißbrot, Reis und Pilze. Leider wurde mir nach drei Löffeln schon schlecht, Martini und Sekt machten die Runde. Ich lies sie ziehen. Später zogen wir durch die Stadt, die Stimmung knapp über Normal-Null (wie die Temperaturen), Nico ging es zunehmend schlechter, während er mit Markus einen Schnaps nach dem anderen in atemberaubender Geschwindigkeit trank. Wenigstens die eingebildeten Besserwisser waren wir los. Im letzten Laden, dem “Mox”, stand ich neben einer “DJane” ohne Kopfhörer, die aussah, wie man sich Mädchen in einer R&B-Disco vorstellt.
Auf dem Nach-Hause-Weg merkte ich, dass ich die 40 Minuten lieber in der Kälte gestanden hätte.

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