Die Zigarette für den Weg nach Haus

Ich bin – glaube ich -, was man gemeinhin als bedingt partyfähig bezeichnet. Was ich weiß, ist folgendes:

Mit Thomas Bernhard sozialisiert (auf ihn, allerdings nicht allein, berufe ich mich oft) eilt mir ein gewisser gesellschaftlicher Pessimismus voraus. Gesellschaft ist mir lieb, wenn sie in ruhigen Gesprächen auf gemütlichen Sitzgelegenheiten stattfindet, das letzte mal auf einem Flur mit einem Bier in der Hand stand ich auf einer Party wegen des Mädchens, bei dem ich heute wochenends schlafe. Doch sie war damals nicht dort.

Letzten Samstag war sie es, unter den Leuten in der Gesellschaft, die sich in meinem Zimmer, weiters im ganzen Haus eingefunden hatte. Ich hatte mich als König verkleidet und an der kurzen Stirnseite des Zimmers auf dem eigens installierten Thron Platz genommen, von dem aus ich die Tür in gutem Überblick behielt. So nahm der Abend seinen Lauf, Gäste kamen und gingen, einige von weiter fort, viele mir Unbekannte, die jemanden kannten, der jemanden kannte; eine typische WG-Party. Viele waren sehr nett und wenn ich nicht im Thronsaal saß, mäanderte ich durch die geschmückten Zimmer des Hauses und hatte erfreuliche Treffen.

Um halb vier Uhr morgens wäre ich gerne nach Hause gegangen. Der Tagesrhythmus forderte seinen Tribut und wer zu der Zeit im Thronsaal weilte, konnte nur ein gutmütiger König ertragen, der ich um diese Uhrzeit nicht war. Das ist, was ich meine (dort oben).
Gesellschaft findet häufig auߟerhalb meiner Betriebszeiten statt.

Am Schönsten ist es doch immer mit ihr und wenigen anderen am Fluss dieser Stadt (oder in gemütlichen Sesseln).

Ein Gedanke zu „Die Zigarette für den Weg nach Haus

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