Die Zeitung und die Emulatoren

Mein Ausflug in die Redaktionsräume einer mittelhessischen Zeitung ist fast einen Monat her.

Lohneingang

Umso erstaunter war ich, dass auf den heutigen Kontoauszügen ein Geldeingang von eben diesem Verlag verzeichnet war, der mich mit einem Stundensatz von etwa 1,25 Euro entlohnte. Das hätte ich nicht erwartet, da wir nie über die Bezahlung sprachen und mein Abgang ja äußerst plötzlich geschah. Diese Geste finde ich allerdings sehr nett und freundlich.

Weil ich mich im Rahmen des Praktikums mit dem Linux-Kernel beschäftigen muss, aber keine solche Installation mehr betreibe, habe ich mich nach vielen Kommentaren diesbezüglich mit frei verfügbaren Emulatoren beschäftigt, in denen ich ein Linux installieren und am Kernel spielen kann, ohne Sorge um Datenverlust haben zu müssen. Dabei fällt auf, dass freie Emulatoren vor allem eins sind: langsam.

qemu

Der erste betrachtete Kandidat war qemu. Das Einrichten einer neuen Maschine ist nicht wirklich komfortabel, geht aber gut von der Hand. Gerade, weil es für dieses Programm auch grafische Frontends gibt, muss man sich nicht mit den Kommandozeilenparametern herumschlagen.
Die Installation eines rudimentären debian-Systems mit einem 2.6er Kernel über das Netzwerk nahm den gesamten gestrigen Nachmittag in Anspruch (lässt sich aber gut nebenbei erledigen, weil der Computer die meiste Zeit selbstständig arbeitet). Nach einem Blick auf die CPU ist der Grund bekannt: hier wird ein Pentium II mit knapp 18,5 MHz emuliert. Auch wenn solche Angaben mit Vorsicht zu genießen sind, bestätigt das Gefühl die Taktfrequenz des virtuellen Prozessors.

macbochs

Noch gemächlicher ging Bochs zu Werke. Ich kam zu keiner Installation, weil die Boot-CD zu lange brauchen würde. Selbst bis zur dritten Nachkommastelle behauptet die cpuinfo, dass es sich um einen Pentium 60/66 mit 0 MHz (und einem f00f-Bug) handeln würde (mit immerhin 0,81 bogomips, qemu brachte es auf 361). Tatsächlich ist der Grafikaufbau indisuktabel langsam, dass sich die Verwendung dieses Emulators von vornherein ausschließt. Die neueste Version kompilierte allerdings nicht, so dass eine Version aus dem Frühling des letztens Jahres eingesetzt wurde, überdies war die Konfiguration beispiellos vertrackt.

Es muss angefügt werden, dass an den installierten oder gebooteten Systemen keinerlei Optimierung durchgeführt wurde. Für qemu gibt es offenbar ein Kernelmodul, was die Leistung teilweise verbessern soll. Nachdem ich selbst erlebt habe, wie zäh diese Emulatoren arbeiten, mache ich mir aber keine großen Hoffnungen, mit diesem Modul noch etwas retten zu können.
Vielleicht kann ich die Uni überreden, mir für die Praktikumsdauer eine Lizenz für einen kommerziellen Emulator zur Verfügung zu stellen. VirtualPC beispielsweise arbeitet deutlich schneller, dort sind die installierten Systeme ernsthaft verwendbar.

3 Gedanken zu „Die Zeitung und die Emulatoren

  1. Wer weiß ob es noch aktuelle ist, aber:
    Wir haben über die Uni zugriff auf das Microsoft MSDN Abo und können Lizenzen für Virtual PC kostenlos bekommen.
    VMWare ist allerdings noch um eingies besser (und schneller) als MS VPC. Für VMWare war in einer der letzten c’t eine ein Jahres Lizenz. Hat du nicht auch das Abo?

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