Die Zeit der langen Wege

»Romantisch« sagt jemand und du drehst den Kopf nach rechts, schaust in den Hof und siehst Stapel von Kartons hinter einem Fenster, dass noch länger nicht geputzt wurde als das deine.

Das Fenster im Hof

»Der Kaffee fehlt« denkst du dir, was weniger mit einem Suchtsyndrom als dem Vermissen eines Rituals zu tun hat; dem obligatorischen Kaffee nach dem Mittagessen in der Caféteria der Mensa beispielsweise, oder dem viel zu dünnen Kaffee aus dem Automaten der Arbeitsgruppe, der einem in die Nase dampft, wenn man Software entwickelt.
Doch besitzt die Arbeitsgruppe keinen Kakao und setzt auf fettarme Milch, der es somit an Geschmacksträgern mangelt. Manche sagen: »Wie der Kaffee, so die Milch.«
Der Automat im Foyer macht Kakao auf Wasserbasis – zum Preis von fünfzig Cent und einem Weg quer durch das Gebäude. Und irgendwie schmeckt Kakao tatsächlich besser.

2 Gedanken zu „Die Zeit der langen Wege

  1. Da lob ich mir den Delikomat – oder die Senseo. Denn unsere österreichischen bzw. alle Kollegen aus den ehemaligen KuK Gebieten kochen Kaffee, mit dem man eher Straßen teeren als ihn trinken könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.