Die Welt richtet ihre Blicke auf Eindhoven

Dieser Tag war viel zu beschissen, um ihn Revue passieren lassen zu wollen. Die Post kam nicht, der linke Außenspiegel meines Autos wurde abgebrochen und andere pennen lieber als wichtige Termine einzuhalten. Gekrönt wurde er durch einen exzellenten Horrorthriller deutscher Produktion. Gott, geht pleite!

Nachdem ich extrem gefrustet die Heimreise vom Autostellplatz angetreten habe und vor mir ein milchgesichtiger Flachwichser mit abgebrochenen Mercedes-Stern in den Aufzug stieg, musste ich mich bremsen. Rebellische Handlung, wow seid ihr cool. Wenn ich irgendwen dabei erwische, nüchtern oder besoffen einen Mercedesstern, eine Radioantenne oder anderes Eigentum mutwillig zu zerstören/abzubrechen/zu verbiegen und gelingt es mir in diesem Moment, meine Erinnerung von heute ins Gedächtnis zu rufen, poliere ich ihm vermutlich die Fresse. Jedenfalls freue ich mich auf die Rechnung eines neuen Außenspiegels, schließlich hab ichs ja. Ich sollte die Kiste verkaufen, wenn ich sie nicht einmal 4 Wochen unbeaufsichtigt in dieser Drecksstadt stehen lassen kann, ohne sie kaputtgetreten oder abgeschleppt zu bekommen.

Wir waren gestern abend im Nachtleben unterwegs, Doreen, Christian und ich, und hingen bis Ladenschluss im Sudhaus fest; Mein Angebot an Christian, bei mir zu schlafen, wurde erwartungsgemäß abgelehnt und er stattete der Tankstelle auf dem Heimweg einen Besuch ab & trank das neu erworbene Sechserpack Bier. Nun wusste er seit gestern abend von einer anstehenden Wohnungsbesichtigung (Doreen und er wollen zusammen in eine WG ziehen), ich erwähnte es noch einmal bei unserem Telefonat heute um 14 Uhr. Ihm ginge es schlecht und mir kamen erste Zweifel, ob wir ihn heute abend sehen würden. Zurecht. Und in diesen Momenten könnte ich Mr. Unzuverlässigkeit auf den Mond schießen. “Angepisst” triffts prächtig, unter diesem Motto stand der Donnerstag sowieso.

Doreen und ich besuchten nach langer Zeit und der Wohnungsbesichtigung die Videothek, sie lag mir damit schon in den Ohren, dass sie doch endlich einmal wieder eine DVD ausleihen wolle. Mir als Legastheniker im Bereich Lichtfilmtheater waren Videothekenmenschen stets fremd, zum ersten Mal war ich mit etwa 22 in einer Videothek – in Doreens Heimat. Heute sind es also vier Filme geworden, von denen auch ich einen ausgesucht habe. Die Auswahl war – wie immer – auf die “Ab 18”-Abteilung der Horrofilmabteilung beschränkt, die Wahl fiel auf “Tears of Kali“. Erst im Vorspann entdeckte ich die deutsche Herkunft, was mich ein wenig schreckte. Dies war auch der einzige Schreck bis zum Ende des Filmes, der nicht nur schlecht, sondern abgrundtief albern war. Jeder Tatort ist spannender, hat die schöneren Bilder und die niveauvolleren Dialoge. Etwas so schlechtes habe ich lange nicht mehr gesehen. Ich werde künftig durchzusetzen versuchen, dass wir einen Film in einer Abteilung ausleihen, mit der ich etwas anfangen kann. Am besten einen Film, den ich schon kenne.

Somit geht der 17. Februar als der hoffentlich schlechteste Tag meines Jahres in die Geschichte ein. Aufschreiben, zuklappen, vergessen.
Und Florian nein, es ist kein Wirsing. Wir konnten das unbekannte Gemüse heute im Lidl identifzieren: Weißkohl.

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