Die Kleingeldprinzessin

«Ich kann nur schreiben, wenn ich leide.
Von daher ist es ganz schön blöd,
dass meine Liebe seit zwei Wochen
in voller Blüte steht.»
müsst’ ich sagen, doch es stimmt nicht,
und trotzdem geht’s mir gut.
Ich bin vielleicht etwas empfindlich
für Freundschaft und Wehmut.
Die Hände in den Taschen,
der Bahnsteig gähnend leer,
ein Treber fragt nach Kippen,
doch ich habe keine mehr.

Ich hab vergessen, wie du aussahst
vor fast genau acht Jahren.
Ich machte Abi, ab ins Auto
und dann einfach weggefahr’n.
Der Zug aus Gießen hat Verspätung,
«Nein, auch Feuer hab ich nicht.»
Die Türen gehen auf und ich seh gar nichts,
ich sehe bloß noch dich.
Zwei Stunden später um die Ecke,
schon wieder Zug verpasst,
was ein Pech! «Und noch zwei Becks!»
Der Abend hat gepasst.

Ein Gedanke zu „Die Kleingeldprinzessin

  1. da schau her. ich muss mir also gedanken machen in dem fall, dass du texte von mir zitierst

    kann es sein, freund niels, dass du einen hang zum banalen zeigst? … ich sorge mich. ernsthaft

    ist das nun eine erkrankung oder nur eine vorüber gehende unpässlichkeit, ausgelöst vielleicht durch eine hormonelle schwankung, die ja in deinem alter nicht ungewöhnlich sein muss? so wie das zuneigen zu parteien oder gruppierungen, deren inhaltliche aussage sich auch dem politisch unempfindlichsten als in der farbgebung erschöpft zeigt…?

    vielleicht solltest du doch nicht mehr so viel tee trinken, denke ich und finde diesen gedanken umgehend mit einem brennenden stich des vorwurfs in meiner eignen brust quittiert: ich sollte dich nicht so lange alleine lassen, in dieser stadt. am ende interessierst du dich noch für die farbenbänder der bierhirnkorporierten …

    ich verbiete mir das hysterisierende weiterdenken und grüsse in nunmehr übersteigerter sorge als:
    dein freund peryton

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