Die Gelegenheit, die es nie gab

Auf dem Couchtisch flackert die Kerze, die wir in Salzburg aus dem Schnee gruben. Wir haben immer auf eine Gelegenheit gewartet, den alten Docht abzufackeln, es hat sie nie gegeben.

Sie ist nicht pittoresk, die Blechschale beulig zerdrückt, wie eine alte Kerze vielleicht aussehen muss, die Falten, die Großvätern ins Gesicht gerissen sind, unterbrochen von jenem wissenden Blick. Wir haben immer auf eine Gelegenheit gewartet.

Vor nicht mal einem Jahr wäre ich enttäuscht gewesen darüber, dass wir nicht haben reden können.
Darüber, wie wir haben reden müssen.
Ein paar Monate später glaube ich, dass es anders nie hätte stattfinden können.

Das ist, was ich letztes Jahr gelernt habe. Was in keinem Jahresrückblick, den man im Januar schreibt, auftauchen würde.

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