Die Billigesser

Catch as catch can war das Abitur-Motto unserer Schule im Jahr 1996. Ich weiß noch, es steht für Nehmen was man kriegen kann ohne Rücksicht auf Verluste. Das mag damals eine Kritik an Einzelnen gewesen sein, die ich nicht kenne, da ich erst Jahre danach Abitur gemacht habe.

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Irgendwann später kamen die Bonusprogramme in mein Leben durch Bekannte, die Punkte sammeln, die Gutscheine kombinieren, um billig zu essen. Sie kaufen gebundene Bücher, um beim Kennenlernen der Lokale ihrer Stadt möglichst billig davonzukommen; sie gehen nur dorthin, wovon es Gutscheine gibt, oder ins Kino, um sich später von den Karten Burger zu kaufen.

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Noch später dann triumphieren die Blöden über die Guten, es triumphieren die Netzwerker über die anderen, denen das zu lästig ist. In Bayern bekommt einer den Job nicht, weil der andere jemanden kennt. Es hält zusammen, was zusammengehört. Der nächste mit dem Intellekt eines Papageis erklärt, dass nur Netzwerke dem nützen, der sie hat.

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Auf jeden dieser drei Absätze bekommt man zu hören: »Das machen doch alle« und »ich wäre blöd, es anders zu tun.« Catch as catch can. Das ist heute Kritik an der Masse. Dieses Jahr wird entweder richtig gut oder schlimm.

t: Thomas Bernhard

1 Gedanke zu „Die Billigesser

  1. bwoah … war ich lang nicht mehr auf deiner seite. du schreibst ja richtig regelmässig (und auf den ersten blick viel erwachsener als … damals, haha)!

    ich bin erschüttert, niels, im positiven, und grüsse dich herzlichst und allerliebst:

    peryton

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