Die Altersflecken als Orden

Die Karotten, die ich gerade esse, sind übersät mit Altersflecken und beeindruckend weich. Die ehemalige Mitbewohnerin, die auf einen Tee vorbeischaut, lacht mich deswegen aus und erklärt mir, man könne nicht einfach so fasten. Mein Einwand, es sei doch nur für den Tag, quittiert sie mit einer hochgezogenen Braue.

Wir unterhalten uns eine Weile über diesen Artikel der ZEIT, wechseln dann lieber das Thema. Dennoch: Die Altersflecken auf den gestern gekauften Karotten sind für mich Beweis für den Verzicht auf schädliche Dings, und das kommt meinem Vorsatz mich vernünftig ernähren angenehm nah. Auf dem Tisch schlägt der Kräutertee auf dem Stövchen zuversichtliche Blasen, daneben warten drei Mandarinen auf ihr Schicksal in meinem Magen. (Dort werden sie heut nicht viel finden!)

Es ist nur für den einen Tag. Doch vielleicht, wenn niemand zu Haus ist, vielleicht morgen abend, dann koche ich mal.

4 Gedanken zu „Die Altersflecken als Orden

  1. Also ich hätte ja einen Alternativ Vorschlag:
    Einen schönen Loup de mer , poschiert in Weisswein (event. ein Sancerre ‘Les Caillottes’ ), dazu eine leichte Estragon Butter und ein frisches Baguette ..
    Leider leider verweilen sie nicht in meiner unmittelbarer Nähe sonst würde ich sie direkt einladen.
    Beste Grüße ihr Aero900

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