Der Tag hat vierundzwanzig Stunden

Ich wehre mich immer – zurecht – gegen den Vorwurf ich sei faul.
Mein Problem ist anders, ein unter der Oberfläche rumorendes: Die Tage verlaufen oft so chaotisch, dass der “Output”, gemeinhin als Maß für die Bemühungen der Lebensbewältigung herbeigezogen, erschreckend dürftig scheint, obgleich die Stunden damit angefüllt waren, jene zu planen und man so, der Ablenkung erlegen, kaum Punkte der TO-DO-Liste abarbeiten konnte.
Faul nicht also, unorganisiert. Besonders fällt mir dies in Zeiten der Lernerei auf, die mittlerweile auch innerhalb der Studierendenschaft treffend mit dem grassierenden Satz beschrieben werden:

In den Zeiten der Prüfungen sind die Wohnungen von Studenten am saubersten.

Dass ich heute gesaugt habe, war wirklich nötig. Seit Tagen stört mich die Unordnung und die Masse der Katzenhaare, heute morgen lief das Fass über. Das saubere Zimmer wird nicht als Leistung erkannt werden und bringt mich in meinem Skript keine Seite weiter. Doch natürlich habe ich heute gelernt.

Das hat nun wirklich nichts mit Faulheit zu tun.

Ein Gedanke zu „Der Tag hat vierundzwanzig Stunden

  1. Im englischen gibts dafür ein sehr schönen Wort, dass ich in den letzten paar Monaten in meinen aktiven Wortschatz übernommen habe: procrastinate – und ich bin ein Meister darin

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