Der Tag an dem wir uns «we gonna live forever» auf die Oberschenkel tätowierten

Warum wir uns irgendwann nannten, wie wir uns nannten, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Auch nicht mehr an die Peinlichkeit, die uns die Wirbelsäule heraufgekrochen sein muss, als wir in der Vorweihnachtszeit des Jahres Neunzehnhundertsechsundneunzig Flyer mit dem Aufdruck «Analdiät wünscht frohe Weihnachten» in der schon damals ausgestorbenen Fußgängerzone unserer kleinen Stadt verteilten.

Natürlich nannten wir uns selbst Punks, und irgendwann kam wer mit caress. als neuem Namensvorschlag. Wahrscheinlich aus Unwissenheit von der Bedeutung dieses Wortes stand es wenig später auf den üblichen selbstcollagierten Plakaten, die Konzerte in Häusern der Jugend oder heruntergekommenen Diskotheken des Landkreises ankündigen. Schnell war klar, dass wir damit nicht durchkommen würden, sehr bald pflegte ich Nachfragen bezüglich der Übersetzung mit einer möglichst coolen Handbewegung Richtung Schlagzeug und einem bereits im Gehen hervorgebrachten «Frag mal Dennis» zu beantworten.

Heute denke ich mir keine Namen mehr aus für Bands, die ich nie haben werde. Aber heute singe ich jede Nacht Lieder auf meiner inneren Bühne.
Und manchmal schreibe ich Texte über uns beide, in denen wir alles überleben.

Ein Gedanke zu „Der Tag an dem wir uns «we gonna live forever» auf die Oberschenkel tätowierten

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