Der Metzger, der einmal sein Schlachtermesser weglegt, wird Buddha werden

»Ach, neue Vorsätze, …« denke ich immer dann, wenn mich jemand fragt. »Das hat doch nichts mit neuen Vorsätzen zu tun« und »man sollte sich ändern, wenn es sinnvoll erscheint«, vielleicht weil der Zeitpunkt günstig ist, weil es bereits notwendig ist oder weil man ein Buch gefunden hat, aus Zufall, in den Regalreihen eines Antiquariats. Ich halte nichts von Bleigießen und sonstigen Riten; und natürlich habe ich Vorsätze! Manche seit Jahren.

Straße

Die Entspannung setzte Dienstags ein. Es ist eine Grundmüdigkeit, die mich umgibt, die ich wegzuschlagen versuche – was mir nur leidlich gelingt. Das passiert, wenn die Entspannung durch die Knochen kriecht, ruhige Musik läuft, es draußen regnet und ein Tee auf dem Tisch dampft. Es fehlt alleine ein alter Schreibtisch um glücklich zu sein; ich trauere um eine Gelegenheit, die schon gestern, als ich sie fand, keine Gelegenheit mehr war. Manchmal kommt man einfach zu spät, und genau das ärgert mich. Ein alter Schreibtisch mit einer alten Bankierslampe aus Messing mit stoffummanteltem Kabel passten wunderbar in diese Ecke, gerade in dieser Jahreszeit, die nachmittags um fünf Uhr die Dunkelheit bringt. Die Ecke wartet wie ich, besitze ich doch Bücher, auf die ich brenne, doch jene Bücher liest man gemeinhin am Tisch.

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Seit ich aufgestanden bin, sitze ich am Fenster, beobachte die Menschen flüchten vor den Wellen, die durch die Pfütze rasende Autos schlagen, nur unterbrochen vom Spaziergang in den Buchladen und die halbe Stunde Fußweg im Stadtpark, beinahe allein. Es ist Samstag und ich habe das Gefühl, nicht schnell genug leben zu können.

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