Der Mann, dem ich ein Essen schulde

Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so darüber freute, jemanden zufällig im Zug zu treffen. Das scheitert bei mir bereits an der verhältnismäßig seltenen Inanspruchnahme der öffentlichen Schienenverkehrsmittel (obwohl ich sie schätze) und vielleicht war es heute der umso größeren Zufall, der mich so beeindruckte.

Ein alter Freund, wir saßen zusammen in einigen Klassen, aber wirklich eng hatten wir kaum miteinander zu tun. Einmal, weil er meine Kenntnisse der Computer brauchte, ein paar mal wegen der Musik. Genau so standen wir uns heute gegenüber: Der erfolgreiche Musiker, gerade zurückgekehrt von einer Tour und ich, der vor seinem Studienabschluss in der Informatik steht. Ich hatte irgendwann einmal seine Telefonnummer, die schon lange nicht mehr stimmt und vor Jahren eine Verabredung auf einen Tee ausgeschlagen, worüber ich mich bis heute ärgere.

Wir haben damals gewettet, wer mit seiner Musik mehr Geld verdienen würde. Ich als Mitglied einer witzigen Fun-Punk-Band (rebellisch antworteten wir auf die uns passende Schublade »Fun-Punk-Pop’n’Rock«) und er mit seinem Elektrokram – jedenfalls dachte ich das damals.
Er sagt, ihm gefiele meine Kleidung. Und schätzte mich auf Ehe und Kind.
Alexander, das solltest du besser wissen.

3 Gedanken zu „Der Mann, dem ich ein Essen schulde

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