Der lange Weg zurück

Vor ziemlich genau fünf Monaten habe ich mich beim StudiVZ abgemeldet. In diesen fünf Monaten habe ich bei Wein in fremden WG-Küchen meine Gründe breitgetreten, warum ich nicht mehr Teil dieses Netzwerkes sein wollte. Ich bin auf Widerstand und Zustimmung gestoßen, doch habe immer wieder gesagt, dass ich die zugrunde liegende Idee sehr sympathisch finde.

In den vergangenen fünf Monaten ist etliches passiert. Ehssan Dariani ist bei StudiVZ ausgeschieden. Die Webseite war aus Gründen der Sicherheit mehrere Tage offline. Die Firma wurde verkauft und haut einem jetzt nervige Werbung und ebensolche Sicherheitsabfragen um die Ohren.

Ich denke, ohne Schadenfreude oder Daten-Hysterie: In der Offenlegung von privaten Daten in sozialen Netzwerken müssen wir alle noch dazulernen. Ich hab da am Anfang auch Fehler gemacht – sag aber nicht, wo sie zu finden sind.

(Peter Turi in den Kommentaren)

Ich habe die letzten fünf Monate nachgedacht.
Und mich heute wieder angemeldet.
Ich freue mich, wieder dort zu sein. Andere auch:

Schön, dass du da bist!

10 Gedanken zu „Der lange Weg zurück

  1. Wenn es einen Grund gibt dort nicht mehr Mitglied zu sein, dann ist das jetzt der Zeitpunkt. Als sie vor einigen Wochen die AGB geändert haben und mir darin unverblühmt mitgeteilt haben, dass sie auch private Nachrichten mitlesen möchten und mir bei irgendwelchene Zuwiderhandlungen 6.200€ Vetragsstrafe aufbrummen wollen habe ich widerspruchen. Resultat: 2 Wochen später wurde ich rausgeschmissen… wieder angemeldet hab ich mich nicht – es wurde in der letzten Zeit auch arg langweilig.

  2. Thomas, ich habe mir die AGB durchgelesen und muss sagen… Ja.
    Du hast natürlich recht. Ich beantworte alle StudiVZ-Nachrichten via eMail.

    Und das Netzwerk hat deutlich verloren gegenüber dem letzten Jahr.

  3. herzliches beileid. aber ich empfinde gegenüber den ganzen virtuellen netzwerken, die nicht einem bestimmten, nachvollziehaberen zweck dienen (z.b. selbstmarketing bei openbc) eigentlich immer so etwas wie mitleid, als sei da was pathologisches im member-dasein…

    das verfolgt mich aber schon seit den foren 1.0…

    mal abgesehen davon können mich die ganzen datensammler mal (AUCH openbc). aber es ist jedes menschen eigene entscheidung. hauptsache es macht dich glücklich :-D

  4. Knut, diesen “Zweck” kann man natürlich aber auch StudiVZ unterstellen. Wie wäre es mit: Kontakt halten mit alten Freunden.
    Das hat den Vorteil, dass jeder Freund an zentraler Stelle seine Daten aktuell hält, somit ist eine hohe Zuverlässigkeit der Daten gewährleistet.

    Dass StudiVZ eine Datenkrake ist, die auch private Mails ggf. mitlesen, ist was anderes und der Grund, warum viele (inklusive mir) kaum mehr Daten in diese Verzeichnisse stellen.
    Das Verwässert die (in meinen Augen immer noch) gute Idee.

  5. nein kann man nicht, denn dazu muss man auch einkalkulieren, welche rollen man spielt. die eckpunkte meines professionellen lebens darlegen und einige berufliche fähigkeiten darzustellen, das dazu noch sehr bewusst, um kontakt zu möglichen geschäftspartnern zu bekommen, ist eben nur im bereich job / beruf irgendwo wirksam. du als mensch bist da ja nicht vertreten, sondern nur das immer etwas pompöse und nie wirklich ehrliche job-ich (welches jeder in sich trägt). daten seines privaten umfelds preisgeben und netzwerke der freundschaften (und damit schlussendlich auch der kaufverhalten, interessenskomplexe usw.) freimütig offenlegen, ist grob fahrlässig und steht meiner auffassung nach sogar gegen den freiheitlich-demokratischen grundgedanken des bürgers. da du das freiwillig machst, kann ich dich aber nicht als opfer sehen, denn ich weiss, dass du die technischen möglichkeiten durchblicken kannst, es aber nicht willst. ich finde es nur schockierend, wie innerhalb von 2-3 jahren die grundsätze und vorteile der eigenverantwortung über die eigenen daten aufgegeben wurde, und das nur für nen aufgemotztes forum mit ner etwas größeren private message-funktion, die so privat nicht ist. glaube nicht, dass du mit wenigen daten schon imun bist, es geht um das private netzwerk dahinter, die daten der einzelnen mitglieder bekommt man auch so noch zusammen. da muss nur einer etwas mehr preisgeben, schon seit ihr alle mitten drin. und das daten-wissen ist ja auch ein statistisch zusammengewürfeltes etwas, was gefährliches halbwissen als feste datensätze verkauft… aber es ist deine entscheidung. nur heul net rum, wenn dann irgendwann der datentausch supergau stattfindet und du plötzlich überall im netz im fokus stehst. zwischen dem moment und heute steht nur ein richtiger preis, damit holzbrinck studivz ins ausland abgibt und die mal kurz die agbs anpassen…

  6. Lieber Knut,

    nur einen Satz nehme ich dir übel: Den mit dem nicht durchdringen-Wollen der Software.
    Das ist schlichter Unsinn, nicht umsonst zitiere Peter Turis zutreffende Äußerung.

    Ich sehe die Datenschutzproblematik (vgl. Kommentar #3 zu diesem Eintrag) durchaus, und wenn du dir mein aktuelles StudiVZ-Profil anschaust, wirst du sehen, dass ich keinerlei persönliche Informationen außer dem Verweis auf meine Homepage (diese hier) angegeben habe.
    Dass andere sich dieser Problematik nicht so bewusst sind, sehe ich genauso. Daher muss man auch immer wieder darauf hinweisen. Die generelle Verteufelung dieser wie auch immer gearteten Communities lehne ich aber ab, weil ich glaube, dass man sich mit dieser Entwicklung außeinandersetzen MUSS, da diese in der Zukunft einen dramatisch wichtigeren Stellenwert erhalten wird.

    Wir sehen uns ja am Freitag, dann können wir gern bei dem ein oder anderen Kaltgetränk darüber diskutieren. Denn trotz der ganzen Digitalisierung sind mir persönliche Treffen mit Freunden am Liebsten.

  7. Hallo Niels, natürlich kann man das besser dikutieren, wenn man sich gegenüber sitzt und der Alkoholgrad noch nicht diverse Grenzen überschritten hat. ;-) Nur soviel: ich habe nicht gesagt, dass du das Thema nicht durchdringen willst, sondern dass es dir egal ist. Genau das bestätigst du doch auch mit dem Zitat von Herrn Turi, der übrigens zu denen gehört, die mit solchen Daten gerne auch Geld verdienen würde. Sollte es ander rübergekommen sein, entschuldige ich mich dafür.

    Ich widerspreche Dir auch ganz deutlich in der Aussage, dass wir da nicht drumherumkommen. Wer sagt Dir denn, dass sich dieser Kram durchsetzt? Ich gehe noch immer davon aus, dass dies eine typische Webblase ist, die demnächst auch wieder platzen wird. Warum? Ganz einfach: der Mehrwert ist für die User zu gering und bis auf die Daten wird auch niemand damit Geld machen können. Wer will also dann noch die Infrastruktur stellen?

  8. Lieber Knut,

    ich sage, dass virtuelle Communities in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Davon gehe ich fest aus.
    Tatsächlich sehe ich auch das Entstehen einer Blase und glaube auch, dass sie wieder platzt. Aber ich bin überzeugt, dass virtuelle Communities in welcher Form auch immer diese neue Nüchternheit überleben werden.

    Und: Wenn du mit “es ist dir egal” meinst, dass ich keine offene Feindschaft diesen Communities gegenüber pflege, hast du in der Tat recht.

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