Das wird Dich Demut lehren, Fatzke.

Als ich kam, hatte ich bestimmte Vorstellungen. Ich hatte Ideale und Ziele. Nach ein paar Tagen bereits schreibe ich eMails an die Freunde zurück. Ich schreibe von dem was ich mache und fühle mich blöd, ich erzähle von Kollegen und schäme mich ein bisschen für jene, die goldene Uhren tragen und angeben mit den Autos, die sie als Platinum-Kunde bekommen. Menschen, die das fälschlicherweise für Stil halten; Menschen, die seit Jahren mit keinem Füller mehr schrieben.

Das ist wie mit dem Bier und dem Wein,
das eine ist grob, das andere fein.

Sammlung Brandhorst

»Geduld nur, Geduld« raunt mir der Kobold ins Ohr. Vielleicht war ich vorschnell, ganz sicher zu blauäugig. Ein menschenliebender Misanthrop in Feindgebiet. Es stimmt der Spruch mit den Fehlern, ich sage ihn mir zum Einschlafen auf. Ihr Blick sagt, sie hätte das immer geahnt.

Es ist, dass ich viel über mich lerne. Es ist kein Fehler, sage ich ihr. Das ist, wie man Erfahrungen sammelt. Und es ist nicht das Ende, erst der Anfang der Reise. Ich habe Freunde, die bewundere ich heute noch mehr als bisher. Und ich verstehe Dich, möchte ich sagen. Nun gib mir den Mut, diesen roten Hebel zu ziehen. Auf dem steht in weißen Lettern geschrieben:

Missbrauch strafbar!

– t: Just another female blogger

4 Gedanken zu „Das wird Dich Demut lehren, Fatzke.

  1. Ach Niels,
    die Welt der Businesskasper ist eigentlich gar nicht so schlimm. Ich bewege mich ja selbst darin. Solange man sich selbst treu bleibt und von dem ganzen Kram nicht blenden lässt, solange man nicht selbst denkt, was besseres zu sein, kann man auch mit diesen Leuten gut auskommen. Sie alle haben ihre Gründe für ihr Verhalten.
    Und komischerweise ist es bei mir so, dass ich, wenn ich viel unterwegs bin, auch einen gewissen Grad an Luxus brauche. Das ist vielleicht notwendig, um das alles erträglich zu machen.
    In den ersten paar Wochen habe auch ich mich noch gefragt, ob es die richtige Entscheidung war. Ich habe mit Bauchschmerzen im schönen Hotelzimmer gesessen und gefragt, ob das wirklich meine Zukunft ist. Mittlerweile möchte ich kaum mehr anders leben. Auch, weil ich dabei so viel über mich und andere Menschen und ihr Verhalten lerne.

  2. Wenn dieser ganze Businesszirkus nicht so schlimm ist, wieso muss man ihn dann erträglich machen?

    Ich leide mit dir Niels und werde weiterhin gespannt deine Lebenszeichen aus dem Süden verfolgen…

    Liebe Grüße an die Süße!

  3. ohje, nach kurzer zeit schon diesen eindruck zu haben (der sich wohl im weiteren sicher nicht entkräften wird), ist nicht schön. vielleicht schaffst du es ja dennoch, dich damit zu arrangieren, ohne das, was dich ausmacht, dabei zu verlieren – ich wünsche es dir zumindest.
    wenn du/ihr irgendwann mal den großstadt-koller bekomms/t und raus wollt, aber nicht wisst, wohin – mit dem ice schafft man es, dass ich eine stunde später am winkend am bahnhof stehe und zu einem gemütlichen kaffee einlade. und das mein ich ganz ernst.

  4. Den gewissen Luxus braucht jeder auf Reisen
    … aber passen die Gründe für die Reisen?
    Etwas über Menschen und sich selbst lernen als Reisegrund ist gut
    … als nützlicher Nebeneffekt – ist es dann nicht nur ein Zeichen wie sehr die Kulisse um einen Herum dichter wird?

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