Das Necronomicon liegt schon bereit!

Ich brauche ein kleines Buch, 10×5 Zentimenter etwa in der Dimension, dass ich samt Stift überall mit hinnehmen kann. Zwar habe ich aus der Vergangenheit gelernt und in meiner Lederjacke befinden sich immer Blätter und Kuli, doch bringt es mir nichts, wenn ich eine andere Jacke anziehe und unterwegs das Bedürfnis habe, etwas aufschreiben zu wollen, etwas nicht zu vergessen.
Ich sitze also hier, ärgere mich, weil ich vor etwa einer Stunde mit Doreen über etwas sprach, daran dachte, dies in einem Eintrag zu erwähnen und es sechzig Minuten später mit grausamer Zuverlässigkeit vergessen habe – nichts ist mehr da, nicht einmal ein Ansatzpunkt, um was es sich überhaupt gedreht hat. Das nennt man wohl Gedankenblitz.

Dieses Büchlein sollte zu den Dingen gehören, die man instinktiv beim Verlassen des Hauses in den Taschen verstaut, wie Handy, Portemonnaie oder Schlüssel. Das Schreiben sollte zu einer Gewohnheit werden wie das Telefonieren.

Wenn dies über die Zubereitung von Pizza führt, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

Sorgen macht mir mein Erinnerungsvermögen allerdings noch aus einem anderen Grund: Auf der Suche nach einem Ordner, den ich beim Umzug nicht wieder in meine Wohnung gebracht habe aus Überzeugung, ihn in nächster Zeit sowieso nicht brauchen zu werden, durchwühlte ich zahlreiche Kartons an verschiedenen Orten, ohne einen Erfolg verbuchen zu können. Als ich heute den Kofferraum meines Autos öffnete, lachte mir jener Ordner verachtend ins Gesicht.

3 Gedanken zu „Das Necronomicon liegt schon bereit!

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