Das letzte große Leuchten

Um viertel vor vier Uhr nachmittags klingelt das Telefon und meine Friseurin fragt, ob ich den ursprünglich für Donnerstag geplanten Termin auf heute verschieben möchte. Ich hadere erst, dann aber fällt mir der Gedanke ein, den ich heute morgen vor dem Badezimmerspiegel hatte und sage zu.

Theaterbauwagen am Main

Seit vielen Jahren besuche ich die gleiche Friseurin, und auch wenn ich für den Rechnungsbetrag drei Abfertigungen in jenen bei der Jugend beliebten Läden bekomme, die in zu kleinen, vormals vom nun Pleite gegangenen Einzelhandel okkupierten Oberstadtlöchern residieren, käme ich nicht im Entferntesten auf diese Idee. Ab und zu stellt man mir diese Frage, und typischerweise trägt der Fragende eine dieser Frisuren und versteht nicht, weshalb ich lieber den Nachmittag bei frischem Milchkaffee und fabelhaften Gesprächen verbringe.

Ich erzähle ihr, dass ich vorgestern versprechen musste, diese Frisur noch in dreißig Jahren zu tragen. Ich erzähle auch von meiner Idee vom Kurzurlaub in einem der neueren Golf-Hotels; sie lacht und verspricht mir einen Vorschlag für eine doch andere, passende Frisur – kennt sich aber selber nicht aus und versichert, ihre einschlägigen Kunden nach der dortigen Mode zu fragen.

In sechs Wochen will sie mir davon berichten.
Jetzt allerdings bin ich verabredet zu einer Partie Boule.

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