Daniel der Zauberer

Ich las eben in einem anderen Blog, “Daniel der Zauberer” sei der schlechteste Film aller Zeiten.
Als ich das erste Mal davon hörte, dass ein Film über Daniel Küblböck in die Kinos kommen sollte – selbst als ich das erste Mal auf der Homepage des Filmes war – hielt ich das für einen professionellen Scherz. Zu unwahrscheinlich, dass sich ein Regisseur (Ulli Lommel) mit diesem Thema auseinandersetzen würde, überdies schien mir der Inhalt weit hergeholt. Von vornherein hat man also den Eindruck, dass man sehr verliebt in Daniel sein muss, um den Film über seine gesamte Länge ertragen zu können. Da hat selbst Daniel seinen Fans zu viel zugemutet.

Was reitet also einen Regisseur, der gleichzeitig das Drehbuch geschrieben und eine Schlüsselrolle inne hat und somit für den Film vollständig verantwortlich ist, der sogar 1974 im Fassbinder-Film Effi Briest eine tragende Rolle spielte, eine solch grausame Meta-Biographie zu drehen?
Unzweifelhaft setzt sich die mit “Deutschland sucht den Superstar” begonnene Polarisierung des erreichten Teils der Gesellschaft weiter fort. Nur wenige können normal mit ihm umgehen, während der Großteil in zwei Lager gespalten ist: Das eine findet ihn schrecklich bis körperverletzend, würde sich gern revanchieren und geht nicht ins Kino. Die kleinere Gegenpartei findet Daniel grandios, einige Anhänger besuchen sogar den Film und schreiben herzzerreißende Rezensionen. Und einer von ihnen dreht sogar einen Film und setzt seinem Helden ein Denkmal, auf dem der eigene Name steht. Ob er sich damit einen Gefallen getan hat, ist im Moment nicht absehbar. Für die “Faniels” ist er ein Held und im Forum, in dem auch Daniels Papa Bewunderer hat, gibt es in naher Zukunft eine Fan-Ecke mehr.

Wenigstens in einem Punkt herrscht Einigkeit in beiden Lagern:
His life is magic

3 Gedanken zu „Daniel der Zauberer

  1. Dieser Tage habe ich gesehen, dass Avril Lavigne ein Feature bei “MTV Masters” bekommt und obendrein ihre Biografie erscheint. Das Mädel ist 16 und hat zwei Alben aufgenommen. Ich mag ihre Musik wirklich gern, aber wer mag mir erklären, was an diesen beiden Fakten eine Biografie und ein erheben in die MTV-Masters-Riege rechtfertigt?
    Man mag von Küblböck halten, was man will. Aber es geht mir langsam auf den Sack, wie Eintagsfliegen zu Stars stilisiert werden. Das ist jetzt vielleicht eine arrogante Haltung: Aber wer nicht mindestens 10 Jahre mit einigermaßen gleichbleibendem Erfolg im Geschäft ist, der ist verdammt nochmal kein Star.

  2. Genau darum geht es ja letztlich. Dieses Gehype (ein tolles Wort, wie ich finde) nervt ja auch nicht erst seit gestern. Und wer ist Schuld daran? Richtig.
    Diese Diskussion hatten wir ja innerhalb der WG sogar zu genüge.

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