Collegium Aureum

Wie wir gestern ausgerechnet darauf zu sprechen kamen, weiß ich nicht mehr. Wir erzählten von unserer Art einzukaufen; er mit Auto, der sich ein Leben ohne nicht vorstellen mag, ich mit Rucksack, der seit Jahren alles in Rucksäcken oder Jutetaschen nach Hause trägt. Heute morgen beim Espresso lese ich drüben Don Alphonsos kurzen Text und finde mich wieder.

Jane Goodall - Ein Herz für SchimpansenGestern kamen wir darauf, dass er lieber alle drei Wochen einen Großeinkauf macht im – wie er sagt – besten Aldi der Stadt. Fragt man mich, wann ich das letzte mal in einem Aldi gewesen bin, ich weiß es tatsächlich nicht mehr. Es liegt länger als ein paar Jahre zurück; in der Nähe unserer jetzigen Wohnung gibt es keinen und auch die Vorstadtsupermärkte sind mir suspekt, deren Kassenschlangen unabhängig der Uhrzeit ständig zu lang und deren Auswahl uninteressant. Es ist nicht Bösartigkeit, es ist nur, dass ich mich woanders besser zurecht finde, dass man woanders freundlicher ist.

Also mäandre ich (häufig zusammen mit ihr) durch die Straßen des Viertels. Auf dem stets wechselnden Weg ist der Biomarkt feste Station, meist ebenso der Buchladen am Ende der Straße und der kleine Markt hinter dem international bekannten Museum. Wir kaufen höchstens, was wir tragen können; abhängig von der Reihenfolge der Läden zum Vorteil entweder von Büchern oder von Lebensmitteln. Was vir vergessen – besser: alles, was nicht mehr in den Rucksack passte – kaufen wir unter den Tagen, zwischendurch, etwa Obst und Gemüse, Brot sowieso und hin und wieder ein Buch.

Es ist nicht, dass ich ihn um seinen Einkauf beneide, der alle drei Wochen kostet, was wir wöchentlich zahlen. Bloß manchmal ist ein Auto mein Traum, ein Cabriolet für den Sommer, für die Fahrt in den Berge oder zum See. Es ist allerdings so: So lange ich Platz im Bücherregal habe, werde ich mir ein Auto nicht leisten.

Ein Gedanke zu „Collegium Aureum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.