Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Wir besteigen den Mount McMüll

»Macht kleine geile Firmen auf« sang irgendwann Funny van Dannen.
Lust hätte ich, es fehlt nur die Geschäftsidee. Mit einem Hausmeisterservice für Server will ich mein Geld nicht auf Dauer verdienen. Und Webdesigner (sic!) gibt es auch an jeder Ecke, obwohl HTML für mich den gleichen Spaß bringt wie das Streichen einer Decke. Eine weitere No-Go-Area ist die Entwicklung von Software mit grafischer Oberfläche. Doch glaube ich zu wissen, wann Software funktioniert und wann nicht.
Wie wäre es mit Visionär?

Ich lese gerade ein schlecht übersetztes, mit inhaltlichen und Rechtschreibfehlern durchsetztes Buch über Steve Jobs und ärgere mich über ein Schriftbild, wie man es sonst nur in der Marburger Neuen Zeitung findet. Der Verlag heißt Scherz.

Und ich mache mir Gedanken um eine Geschäftsidee…

(Der Titel dieses Eintrags entstammt dem Lied Synapsentennis von Fleischbrei.)

Jetzt geht wieder alles von vorne los

Wir standen und redeten, als ich sagte, dass doch Accenture gar nicht schlecht klinge. Er schaute mich entsetzt an, kramte wortlos die aktuelle Zeit hervor und drückte mir den Innenteil in die Hand mit den Worten, das solle ich doch bitte einmal lesen: »McKinsey und ich«

Also liege ich hier, mit einem Kaffee auf dem Nachttisch, dem Laptop auf dem Bauch und der Zeitung in der Hand und würde viel dafür geben, dass ich diesen Segeltörn auf der Ägäis hätte machen können. Dass mein Gegenüber etwas anderes bezwecken wollte, weiß ich aus seinen die Übergabe der Zeitung begleitenden Worten.
Ich bin gerade in einer Phase, in der ich meine Art zu arbeiten, vielmehr mich für die vergangenen und vertanen Jahre hasse. Das ist dieser “Hättest du doch mal früher”-Gedanke, der mich seit Ewigkeiten begleitet, und dem ich jetzt endlich, wenige Monate vor meinem Diplom ein Schnippchen schlagen möchte.
Und da sind ein paar Dinge, die deshalb gar nicht so einfach sind.
Jetzt geht wieder alles von vorne los.

GLS und die Lampen

Nach der Freude folgt eine Enttäuschung auf dem Fuß: Das GLS-Paket mit den beiden Lampen ist heute gekommen. Nach dem Öffnen bot sich mir ein Bild des Grauens: Beide Lampen zerbrochen, aus einem Lampenschirm ist ein Stück herausgebrochen und die beiden Leuchtmittel zerschlagen.

Kaputte Lampe

Während ich eine Lampe in einen Zustand bringen konnte, mit dem ich gut leben kann, habe ich die anderen Schäden an den Verkäufer gemeldet, der sich jetzt an GLS wenden soll.

Dabei waren die Lampen recht ordentlich verpackt. Für ein Fußballspiel in den GLS-Lagerhallen war das Paket eindeutig zu schwer und zu groß, also muss es in den Hallen des Versandunternehmens zugehen wie beim olympischen Weitwurf. Dass mit Paketen alles andere als zaghaft umgegangen wird, bestätigte mir auch ein bei UPS arbeitender Freund, welche Kräfte dort walten, lässt sich jetzt etwa erahnen.

to be continued…

Von Kanonen und Spatzen

Heute morgen habe ich die Boxhamsters im Kopf
und einen Hals
auf meine frühere Bank. Der Apparat jener Frau, die gerade nicht da sein soll, ist dauerbesetzt, dafür soll ich bitte Zinsen nachtragen lassen auf ein schon lange verlorenes Sparbuch.
Sie wissen davon.
Ein halbes Vermögen kostet das Melden eines Verlusts, um sechs Monate später an sein Geld zu kommen, man sollte sich das mehrmals überlegen: mindestens zweihundert Euro.
Gibt es Einzugsermächtigungen für Sparbücher? Onlinebanking?
Wo sich die Volksbank querstellt, macht die Sparkasse keine Probleme: Bankinterne Regelung ohne die hohen Gebühren für eine Veröffentlichung in einer Lokalzeitung und dem Bundesgeneralanzeiger. Gesetz ist Gesetz, nein, wir können da nicht helfen.
Besetzt ist noch immer.

bust dot com

Doreen hat einen alten Text im Internet gefunden, den ich wohl im August 2001 in ein Literaturforum gepostet habe. Sehr blumfeldesk, ich hatte wohl eine meiner Phasen, in denen ich mich an ein Lied oder eine Platte klammere und mir nichts anderes zu Ohren kommt. Einen groben Schnitzer habe ich ausgebessert:

Namhafte Spinner besetzen die Plätze
von denen man glaubt, sie verändern die Welt.
Und während ein Rudel Wölfe laut bellt,
behandelt man dich wie das Letzte.

Du stehst neben dir und fragst dich wieso,
ein Kind hält dich fest, es zeigt dir woher.
Deine Gedanken sind lange schon leer
Sie drehen sich um dich und nicht um den Zoo.

Schon wieder ein Bellen, doch diesmal viel näher.
Du stehst neben dir und drehst dich nicht um.
Du fühlst dich beschattet und bleibst daher stumm
die Welt wird dir klarer.

Jetzt in der Ferne, ein leichtes Gewitter,
du siehst es und findest den schützenden Baum.
Für dich ganz alleine stehst du hier im Raum,
doch mehr als das Leben erkennst du die Gitter.

Gefangen im Leben, es ist nichtmal dir,
irrst du durch die Zeit und suchst ein Zuhaus.
Für dich siehst du Menschen, sie seh’n müde aus.
Gefangen im Leben, was willst du noch hier?

Außerdem heute den Vertrag für den Stellplatz unterschrieben, auf dem Gelände eines ehemaligen Arbeitgebers. Als ich am früheren Büro vorbeiging, deutete kein Schild mehr auf das Start-Up von damals. Es gab Gerüchte, media[netCom] sei pleite. Mit Sicherheit steht es nicht gut um die Firma, die ehemalige Homepage ist zu einem unnützen Portal geworden. Die Geschäftsidee war eine Video-On-Demand-Lösung, bei meinem Ausscheiden – kurz nach einer feindlichen Übernahme und auf dem Höhepunkt der Kündigungswelle – liefen zwei Pilotprojekte.
Ich habe nie einen Vertrag mit meinem Arbeitgeber unterschrieben. Man konnte mir also gar nicht kündigen, ich bin aus freien Stücken gegangen (oder vielmehr: nicht weiter erschienen), als die “Neuausrichtung” erkennbare Gestalt annahm. Das Klima war sowieso vergiftet, Monate später kam meine längst vergessene Lohnsteuerkarte per Post.