Archiv der Kategorie: The Hamburg Days

In/Um/Aus Hamburg

Blumfeld ein älterer Junggeselle…

Als du das letzte mal in Hamburg gewesen bist – gleichzeitig das erste mal, an das du dich erinnern kannst – hieß die Station deiner Gastgeberin und dir »Schanzenviertel«.

Thomas Bernhard - Wittgensteins Neffe

Der typische Poptourist, der du bist, kauftest du unter anderem die noch immer aktuelle Platte von Blumfeld. Wenig später hast du das Meer gerochen und kannst nun bei jedem Lied die Melancholie spüren, an der nicht allein die Stadt Schuld trägt.
Poptourist, der du bist, fängst du bereits jetzt mit dem Anlegen der Devolutionaliensammlung an. Erwähnt ein hervorragender Text Dinge, besitzt du sie bereits am nächsten Tag; mindestens jeden zweiten drehen sich Blumfeld-CDs in deinem Spieler, in deinem Zimmer herrscht Sturmflut.
Blumfeld trennen sich.

Meine Freundin und ihr Freund

Keine Angst,

so toll, dass ich nicht über dich hinweggekommen wäre, bist du nicht; was nicht heißen will, ich würde mich über kein Lebenszeichen von dir freuen. Jetzt, wo das alles vorbei ist, könntest du doch auf eine eMail von mir antworten, Bezug nehmen auf eine SMS oder einfach sagen: Entschuldigung, hier bin ich wieder.

Du sagst, dass dein Bruder sagt, Leichen pflastern deinen Weg. Auch eine Einheit für Erfolg.
Ich sage: »Komm schon. Da gibt es bessere. Ehrlich.«
Manche nennen sie Freundschaft. Vielleicht bekommen wir das ja nochmal hin, nachts in die Stadt zu fahren über die Brücke, die du so magst.

Manchmal habe ich das Gefühl, du passt einfach nicht zusammen.

Kindermund tut Wahrheit kund

Was hat denn der für eine komische Stimme?

Meine sympathische Begleitung würde den kleinen Jungen am liebsten knuddeln, ich merke es ihr an, wie sie lacht. Überhaupt habe ich erst vorgestern gelernt, dass kleine Kinder nicht immer das personifizierte Böse, der Antichrist am Nebentisch sind. Dass es dazu einen Italiener im Hamburger Alsterviertel Winterhude braucht, hätte ich mir nie vorstellen können.
In Winterhude sind sogar Tischnachbarn sympathisch, die aussehen wie Victoria Beckham, aber vielleicht haben mir die letzten Stunden sämtliche Objektivität geraubt.

Ich habe mich nie vorher von einem Lausbuben beim Eiskaufen beraten (war dann auch eine komische Mischung… der Schlingel!) und mir erzählen lassen, er wäre mit der Schwester nicht ganz zufrieden und hätte lieber einen Bruder.

Du bist doch nicht etwa schwermütig?
– Vielleicht ein bisschen sentimental. Gestern war schöner.