Archiv der Kategorie: Technik

Geh’n Sie, bitte geh’n Sie. [Update]

[0:30] «Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist zur Zeit nicht vergeben» brüllt es mir entgegen, wenn ich meine alte Handynummer anrufe. Diese soll heute umziehen und meine neue ersetzen, die ich darum kaum publik gemacht habe.
Ich lege mich ins Bett mit der Hoffnung, dass nach dem Aufstehen alles funktioniert.
[7:55] Griff zum Telefon, aus dem mir die gleiche Stimme wie gestern entgegenschallt. Erstmal duschen.
[8.30] Wenig motiviert und schlecht gelaunt mache ich mich auf den Weg zum T-Punkt.
[9:00] Nein, da könne man gar nichts machen, immerhin ist mein Vertrag schon fünf Monate alt. Ich solle mich doch bitte an die Hotline wenden, weil die Systeme in Bonn ausgefallen sind (das tun sie immer, wenn ich zur Telekom gehe…).
[9:30] Die Hotline versichert mir, dass das alles gar kein Problem sei und der Vertragsparter bloß die Rufnummernportierung nicht weitergeleitet habe. Ich solle dem T-Punkt mal ordentlich Dampf machen, natürlich könnte ich die Nummer „retten“.
[10:00] Der T-Punkt ruft bei der gleichen Hotline an und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Man schickt mich zu meinem Vertragspartner, dem ich auf die Füße steigen soll. «Wenn sie diesen Vertrag nicht eingescannt, manipuliert und mit einem Farblaser ausgedruckt haben…» Aha? Arschloch.
[10:15] Der Vertragspartner hat endlich geöffnet. «Hallo, hier kommt ein Problem.« Er ruft die Hotline an, muss dann aber Rücksprache mit seinem Vertriebspartner halten, bei dem der Antrag auf Rufnummernportierung angeblich verschollen sei. Ich solle doch nachher noch einmal kommen, dann würden wir weitersehen.
[13:35] «Das wird gerade überprüft, ich melde mich auf jeden Fall bei dir. Deine Nummer habe ich ja.» – «Auch die neue?» Haha, Schenkelklopfer.
[17:45] Im Moment tut sich nichts. Morgen dann. Oder nächste Woche. Prima. Es ist zum Heulen.
[kurz vor 19 Uhr] Mein Vertragspartner, der kleine Laden um die Ecke, ruft an. Sie haben den Fehler gefunden: Bei sich. Etwas erstaunt willige ich auf das Angebot ein, dass mir am Ende der kommenden Woche etwa meine Nummer zurückbringt.

Ich habe es geahnt.
Bis auf weiteres ist meine alte Nummer nicht mehr erreichbar.
Wer die neue kennt, hat Glück.

Der Tag, als mein Guthaben starb

Das neue Array

Nach ein paar Überlegungen erwies sich die kurzfristig teurere Lösung als die langfristig günstigere. Und das in vielerlei Hinsicht.
Jedenfalls bin ich seit etwa zwölf Stunden dabei, Daten hin- und herzukopieren. Und eigentlich hat das bloß so lange gedauert, weil man mir viel zu spät verriet, dass ich den DMA-Modus der IDE-Platten manuell einschalten muss.
Ich weiß schon, warum ich sonst nur SCSI-Platten verwende. Und dass ich für den Rest des Monats hungern muss.

Der Tag, als meine Platte starb

3ware command line tool

So sieht es aus, wenn man plötzlich und zeitnah mindestens 70 Euro zum Computerhändler seines Vertrauens tragen muss (und froh ist, die Investition in den Raid-Controller vor mehreren Monaten getätigt zu haben).
Eine Festplatte im Raid-1-Verbund auf meinem Server ist kaputt, was mich vor die Entscheidung stellt, in eine Ersatzplatte zu investieren oder gleich zwei neue Festplatten zu kaufen und die Speicherkapazität des Arrays deutlich aufzustocken.

Aber sonst war der Tag toll.

Madame Tussauds Wachstastaturenkabinett

Ich habe in der letzten Woche sehr viel über Apple-Tastaturen gelernt. Und über Aldi-Kerzen.

Letztere biedern sich durch einen verhältnismäßig geringen Anschaffungspreis an. Weil Billigheimerei meistens mit Mangelqualität einher geht, haben die Aldi-Kerzen eine Tendenz zum seitlichen Einriss, aus dem sich dann der gesamte flüssige Wachs auf dem Untergrund verteilt. Hält man die Kerze in diesem Moment über seinen Laptop, kann man viel über die verbauten Tastaturen lernen.

Powerbook-Tastatur + Bügeleisen

Die bewährte Kombination aus Bügeleisen und Löschpapier nämlich eignet sich vordergründig durchaus für die Wachsentfernung (Gott sei Dank besteht das Gehäuse meines Computers aus Aluminium, sonst gäbe es hier vermutlich wesentlich mehr und beindruckendere Fotos). Aber nicht bei der Tastatur.

Nach einigem Umschauen auf dem sehr übersichtlichen Tastatur-Gebrauchtmarkt und dem Zu-Rate-ziehen eines Fachgeschäfts fiel der komplette Tausch der Tastatur aus. Erstens wäre das durch eine Werkstatt zu teuer geworden und beim Selbttausch wäre ein Garantieverlust die Folge und zweitens war das unnötig, denn das Keyboard funktionierte noch immer einwandfrei. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Tastatur, deren Tastenkappen ich dann verwenden wollte.

»Wissen Sie, wir haben eine Kiste im Keller stehen mit alten Tastaturen, die Chancen sind ganz gut, dass da eine Powerbook-Tastatur bei ist.«
»Können Sie denn nicht einmal nachschauen gerade?«
»Nein, die steht ja im Keller, vielleicht Ende der Woche.«
»Ich bin gerade einhundert Kilometer gefahren, schauen sie doch bitte mal nach, das kann doch so lange nicht dauern.«
»Rufen sie Ende der Woche nochmal an.«

Nachdem Gravis nicht gewillt war, mir bei meinem Problem zu helfen, entdeckte ich bei ebay ein einziges passendes Modell. Eine neue Tastatur wurde mir von der Apfelklinik für 120 Euro angeboten, deren Lieferzeit mit einundzwanzig Tagen angegeben. Die Aktion bei ebay hingegen dauerte nur vier Tage, das Mindesgebot war deutlich günstiger.

Weil Tastatur und Wachs offensichtlich kein gängiges Szenario sind, habe ich die Auktion zu einem sehr fairen Preis gewonnen.
Weil Tastatur und Wachs offensichtlich kein gängiges Szenario sind, schäme mich dafür, dass dies mitnichten der erste wachsene Zwischenfall war.

Ich wollte nie der aus der IT sein.

Wer einen Server in einem öffentlichen Rechenzentrum stehen hat, sollte dafür Sorge tragen, dass Sicherheitslücken schnellstmöglich geschlossen werden.
Da wir normalerweise zu unserer Linuxdistribution gehörende Programmpakete verwenden, stehen zügig Fixes zur Verfügung.
Allein unsere Webmailoberfläche betreiben wir unabhängig von unserer Distribution und sind dort für das Schließen von Sicherheitslücken selbst zuständig. Weil wir die Software angepasst haben, drücke ich mich auch so gut es geht vor dem Einspielen der aktuellsten Versionen, weil die Änderungen natürlich jedes mal neu eingepflegt werden müssen… Vorhin hatten wir eine Diskussion, wer diese Anpassungen damals wohl gemacht hat. Ich war mir ziemlich sicher, das nicht gewesen zu sein.

Wer hat die Änderungen zu verantworten?

In Kürze wird sowieso alles besser.

manufactured by Sony Corporation of Japan

Ich sollte Sony wirklich dankbar sein. Während deren Akkus anderswo Laptops flambieren, bekomme ich im Rahmen des Austauschprogramms von Apple wieder einen neuen – mittlerweile den zweiten. Keine meiner Batterien wurde älter als vierzehn Monate; wenn das so weitergeht, spare ich eine Menge Geld. Wer behauptet, Apple-Computer seien teuer, sollte sich in den Themenkomplex total cost of ownership einarbeiten. ;-)
Bei solchen Austauschaktionen muss ich mich aber immer wieder fragen, wie die sich das vorstellen (ich habe nicht umsonst einen Laptop gekauft):

After removing the recalled battery from the iBook or PowerBook, consumers should plug in the AC adapter to power the computer until a replacement battery arrives.
[…]
It may take up to 4 to 6 weeks for your replacement battery to arrive.

Frustrierend dagegen die Suche bei Google Images nach einem bestimmten Produkt. Innerhalb der ersten zehn Ergebnisse führen zwei Treffer auf Seiten, die mich mit den folgenden Worten begrüßen:

Das Angebot ist beendet bei einem Höchstgebot von EUR xxx,xx. Sie wurden leider überboten.

Plug’n’Pray

Ich hab’s ja nie verstanden, damals. Klar, die Zeiten von ISA sind eigentlich vorbei, der PCI-Bus hat sich im Computer schon seit Jahren durchgesetzt und eigentlich nur Vorteile. Der allergrößte: Er funktioniert.

Den Zwischenschritt, den man vom ISA-Bus hin zur neuen Architektur gemacht hat, nannte sich dann Plug’n’Play. Unter uns: Plug’n’Play ist der allergrößte Scheiß.

ISA BNC PnP Netzwerkkarte

Dieser Eintrag kommt für eine Warnung wahrscheinlich fünf Jahre zu spät. Ich komme darauf, weil ein alter Rechner in der Firma zusammengebrochen ist, der noch im BNC-Bereich des Netzwerks steht (ja, es gab ein Leben vor Fast- bzw. Gigabit-Ethernet und TP-Verkabelung, ihr Gigabyte-schaufelnden Jugendlichen!). Angebunden – weil das System prähistorisch ist – über eine ISA-Netzwerkkarte, und weil man damals schlau war: Plug’n’Play. Funktionierte prima mit dem (jetzt defekten) Mainboard, mit dem neuen will allerdings keine der beiden vorhandenen Karten arbeiten.
Kein Jumper, der einem die Adresse der Karte mitteilt. Keine Dokumentation und nichtmal den Typ/Namen der Karte, nichts als blöde, nichtssagende Transistoren. Noch dazu das dämlichste Betriebssystem der Welt, dass sogar bei einem IP-Wechsel neu booten will, ein Betriebssystem namens Windows (in der Inkarnation 98 mit Plug’n’Play beworben).
»Nein, die Adresse kann ich nicht verwenden, da liegt schon ein anderes Gerät. Welches? Gute Frage…« oder
»Diese Ressourcen kann ich nicht verwenden, da sie von Y verwendet werden. Was kann ich dafür, dass Y nicht installiert ist?«

Falls jemand eine BNC-Netzwerkkarte übrig hat, kann er sich gern melden. Aber bleibt mir mit jumperlosen Karten vom Leib (wenn es sich dabei nicht um PCI handelt)!

Skype

Wer von euch benutzt eigentlich regelmäßig Skype?
Ich habe bisher vielleicht dreimal über das Internet telefoniert, jedes mal musste ich das interne Mikrofon meines Computers verwenden und einen Kopfhörer aufsetzen, damit der Gegenüber mit der Sprachqualität zufrieden war. In den theoretischen Betrachtungen, die ich in den letzten Tagen anstelle, um die Anschaffung eines geeigneten Head-Sets zu legitimieren, steht Skype im Vergleich zu den „klassischen“ textbasierten Messenging-Geschichten eigentlich hervorragend da:

  • Während der Kommunikation hat man die Hände frei und kann arbeiten/eMails beantworten/…
  • Der gemeine Anwender schreibt mithin langsamer als er redet, damit kostet die Kommunikation weniger Zeit

Das Kontra hingegen ist, dass sich ein läutendes Telefon nicht so gut ignorieren lässt wie eine hereinkommende Chat-Nachricht und einen zwangsläufig aus den Gedanken reißt (es soll ja Leute geben, die Away-Messages geflissentlich ignorieren). Weiterhin kenne ich eigentlich kaum Menschen, die ich »anskypen« könnte, und viele Reagieren ablehnend, weil sie noch einen Messenger installieren müssten.

Back to the Roots

Den Geruch von Neuem mochte ich als Kind schon sehr (abgesehen vielleicht von Autos) und noch lieber war mir der Geruch, der beim ersten Durchblättern eines Handbuchs verströmte, der Geruch von frisch gebundenem Druck, der Geruch von neuem, ungelesenen Hochglanzpapier.
So saß ich eben da, mit glänzenden Augen, fächerte mir die neue Luft zu und suchte alibihaft nach Stichworten, die mich nur am Rande interessierten.

Vor anderthalb Jahren legte ich mir einen (analogen) Terminkalender zu, um etwas Ordnung in mein Chaos zu bekommen, dass sich nach dem Absetzen meines alten Kalenders in Form eines Smartphones, dass noch heute als »Ziegelstein« verrufen ist, eingestellt hat. Später dann, als ich merkte, dass man mich an Termine auch erinnern muss, schlug die letzte Stunde für den alten Lederkalender. Ich hatte die Woche vorher im Haushalt meiner Mutter einen Palm in der Hand. Klar, dass es ein solches Gerät sein musste. Doch immer wieder kramte ich das alte Handy aus, versuchte mich zwei, drei Tage mit ihm und legte es wegen fehlender Synchronisationsmöglichkeiten stets zurück in den Schrank.

Am Wochenende kam eins zum anderen: Doreen schloss im Handyladen um die Ecke einen neuen Vertrag ab und da ich mit meinem alten Anbieter von Beginn an unzufrieden war, tat sich es ihr gleich.
Heute holte ich den Nachfolger des alten Ziegelsteins ab, habe dem Palm, bei dem mir stets die Tastatur fehlte, meinem Nachlassverwalter übereignet und weiß schon jetzt, dass ich das vergangene Wochenende nie bereuen werde.

Du kannst speichern, wenn du tot bist

Ich habe mich über den Tag gerettet, indem ich mich in PHP vergraben und eine problematische Stelle auf unserem Webserver ausgebessert habe. Ein bisschen neidisch wird man, weil ein Freund in der MOTD eine Nachricht hinterlässt: »Grüße aus Irland«.
Wenn Informatik-Professoren erzählen, sie hätten damals um jedes Bit kämpfen müssen, weil die Speicherkapazitäten minimal waren und bemängeln, dass heutige Studenten lieber einhundert Megabyte zu viel verbrauchen, als sich mit der Entwicklung speicheroptimierter Algorithmen zu beschäftigen, denke ich immer an unseren Server, dessen Hauptspeicher verglichen mit den damaligen riesig ist, aber verschwindend klein für eine eierlegende Wollmilchsau, wie wir sie betreiben.

Kaffee!Als ich vor einigen Monaten bei meiner Mutter zu Besuch war, bot sie mir einen Cappuccino an. Seit dem ersten Geschmack war ich neidisch auf ihre Kaffeemaschine und nahm mir vor, jeden Cent für einen dieser Kaffeeautomaten des bekannten italienischen Herstellers zu sparen. Tatsächlich stammte des Getränk aus einer Tüte Jacobs Cappuccino mit Nussgeschmack. Diese sind dermaßen rar, dass man sie in Marburg gar nicht bekommt. Bestenfalls die Vanille- oder die normale Variante, von Nüssen findet sich in den zentralen Läden dieser Stadt keine Spur.
Jetzt sitze ich mit einer der letzten Tassen, die sich aus dem importierten Vorrat brühen lässt, bei Kerzenschein und Pita.