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Rund um Medien: Bücher, Filme, Musik

Triple 1

Nachdem mir seit zwei Tagen das fragwürdige Vergnügen des Satellitenfernsehens zuteil wird, kann ich endlich mit all jenen mitreden, die Sponge Bob als kulturellen Vertreter unserer Zeit bewundern oder verabscheuen.

TronGestern landeten wir nach jener berühmten Malsendung mit Bob Ross, die Christian bereits vor zwei Jahren als ideale Einschlafhilfe anpries, auf „Astro TV“. Das Gesicht der Sendung hieß Winfried Noé (zu dem Stirnfried wesentlich besser passen würde) und war Starastrologe, was die Moderatorin mehr oder weniger geschickt in jeden zweiten Satz einflocht. Ãœberdies gab sich Stirnfried sehr durchdacht, machte er doch an den unmöglichsten Satzstellen Pausen und riss Zusammenhänge entzwei, dass man kaum folgen konnte, ohne aggressiv zu werden. Fast ebenso häufig wurde auf ein Langzeithoroskop zum Vorzugspreis von 49,- Euro hingewiesen, der Zuschauer zum Erwerb aufgrund „sehr präziser“ Vorhersagen geradezu genötigt. Zwischendurch riefen interessierte „Kunden“ an, ließen sich Krisen erklären und wurden zu einem weiteren Beratungsgespräch ermuntert. Vermutlich bin auch ich bald soweit, schließlich steht das 8. Haus nicht nur für Besitz, auch für Tod, was mir einige Pläne durchkreuzen dürfte. Aber um mich wirklich beraten zu können, muss irgendetwas im Quadrat des Mondes sein, der im 11. Haus steht.
Um Himmels Willen!

Während der Woche bei Doreens Eltern fand ich auf einem Wühltisch Tron, an den ich mich nur dunkel erinnern konnte. Irgendwann als Kind habe ich ihn gesehen, vermutlich eine der ersten TV-Ausstrahlungen in Deutschland. Dass Disney die Veröffentlichung übernommen hatte, machte mich stutzig. Ich überlegte mehrmals, ob sich die ¤ 10,- lohnen würden.
Letztlich entschied ich mich zum Kauf des Filmes, über den ich mich im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit prüfen lassen werde.
Bei Amazon kostet die Doppel-DVD 6,- Euro mehr.

Oh, wie wunderschön!

MonchichiEin großer Teil der Mittzwanziger wird sich an Monchichis erinnern können. Auch ich nahm sie in meiner Jugend als Randerscheinung durchaus wahr, bewertete sie aber als uninteressant und kehrte ihnen den Rücken.
Als ich gestern in Alex‘ Blog diesen Eintrag las, ging ich also vom Schlimmsten aus:

Wer dachte, es würde keinen groeßeren Schmerz geben als beispielsweise einen rostigen Nagel, den man sich in das Nagelbett rammt, der wird hier eines Besseren belehrt.
Hoffentlich wird das kein Hit.

Die verlinkte MP3 entpuppte sich als wunderbarer Kaffee-Begleiter für einen Sonntag morgen. Meine Oma vereint seit jeher Sonn- und Feiertage unter dem Überbegriff „Sonntag“ und tatsächlich verbreitete das kontrovers diskutierte Lied heute morgen eine Form der Behaglichkeit, Erinnerungen an die eigene Kindheit.
Ich habe kein schlechtes Gewissen wegen der Monchichis und endlich eine Alternative zum täglichen Schnappi-Wahn.

Nach Sieben kommt nicht Acht.

Los komm her. ich hab viel zu viel cola. nimm reihe d platz 10 oder 8 :(

Und so kam ich gestern abend in Saw, den ich eigentlich nicht anschauen wollte. Zu oft hat mich meine Freundin mit den Worten „so schlimm ist der nicht“ ins Kino gelockt und ich habe mich nach den ersten Filmminuten wieder nach Hause gewünscht.
Die Trailershow (The Grudge, Boogeyman, Hide and Seek, Creep und Ring 2) stellte mich und meinen angeschlagenen Magen auf eine harte Probe, vorsichtig erkundigte ich mich, ob Saw denn auch ganz sicher kein Horrorfilm sei. Sitzenbleiben wäre in diesem Fall keine Option gewesen.
Man verneinte und ich kam in den Genuss eines ganz netten Films, der sich erst in den Schlussminuten auflöst. Ich fühlte mich angenehm an die üblichen Verdächtigen erinnert, empfand ihn heute beim Revue-Passieren-Lassen unter der Dusche besser als im ersten Urteil gestern abend. Das Wichtigste: Für mich Hasen war er auszuhalten.
Und ich weiß, in welchen Fällen ich Kurznachrichten obiger Gestalt ignorieren werde.

Bank of Rock

Jack Black?Wer Kunde der Dresder Bank ist und deren Onlineportal nutzt, ist vermutlich schon über den Jack Black-Verschnitt gestolpert. Eine ziemlich gute Kopie sei das, findet Doreen. Ich dagegen (als Nichtkenner des Filmes „School of Rock“) halte den Mann auf dem Foto rechts für keineswegs deckungsgleich.
Aber hey, das wärs. Rock’n’Roll!

Alles neu macht der Januar

Heute also ist meine neue Seite online gegangen. Das andere Design hat ja außergewöhnlich lange gehalten, gefallen und nicht gestört. Aber es gab zu viel Inhalt, der einfach nicht mehr gepflegt wurde oder an dem ich das Interesse verlor. Und auch, zu wenig „luftig“ ist sie mir geworden.
Mit der Struktur im Hintergrund war ich schon lange unglücklich, jetzt – wirklich – ist alles einfacher, besser, fröhlicher.
Viel Spaß.

Schleudertrauma

Zum Süddeutschen Diebstahl:

Die Süddeutsche wird Dir lediglich erzählen, dass der 06.01.2005 gesetzlicher Feiertag (Heilige Drei Könige) in Bayern ist und Du deshalb keine Zeitschrift bekommen hast. Wer bayerische Zeitungen liest, muß mit soetwas leben

Danke ..
Ja, man sollte ab und zu an die Feiertage denken. Denn heute lag tatsächlich kein Exemplar von gestern dabei. Mit wieviel Gedankenlosen sich der Verlag wohl an solchen Tagen rumplagen muss?

WOM

Wir sitzen zusammen im Wohnmobil, als ein uns bekanntes Gesicht am Fenster vorbei läuft, zögert, einen Zettel aus der Tasche zieht und uns entgegenstreckt.
„ABKISYN“
Ich öffne die Tür und Robbie Williams fragt mich, was das Wort bedeutet. Ich rate „abküssen“ und liege wohl nicht ganz daneben, das Schild hat er von einem Fan. Weiter gehts im Wohnmobil durch französische Bergdörfer – das Auto ist mittlerweile voll, übervoll – als uns eine Straßensperre aufhält. Irgendein ebenso teures wie großes Auto mit Blaulicht am Kühlergrill kommt uns entgegen, der eigentliche Grund ist aber ein Verkehrsunfall mit im Motoröl liegenden Toten. Ich drehe mich um, Herr Williams ist verschwunden.

Nie das WOM-Musikmagazin vorm Schlafengehen lesen! Ich kann einen Zusammenhang mit dem Kurzfilm heute nacht nicht ausschließen. Was mir auffiel: Es gibt Seiten im CD-Review-Bereich, auf denen aussschließlich „Best Of“-Alben rezensiert werden. Da sich auf diesen Seiten die Besprechungen dicht tummeln, halte ich das einen schönen Indikator für den Weihnachtswahn. Mir wäre, als hätte ich letztens eine Umfrage über die unbeliebtestens Weihnachtsgeschenke gelesen. CDs waren dabei, doch habe ich einen Freund, für den sie beliebtes Mittel sind, um die Eltern mit ganzen Diskographien ihrer Jugendidole zu besänftigen. Selbst heruntergeladen und gebrannt natürlich. Zitat aus „Gerechtes Brett“ der Sterne:

Vielen Dank, dass sie diesen Tonträger kaufen werden.
Sie unterstützen mit diesem vorbildlichen Verhalten
eine ganze Industrie, die nichts anderes im Sinn hat,
als eventuelle Gewinne in die Förderung junger Talente und
die Erhaltung der Vielfalt des öffentlichen Kulturlebens
fließen zu lassen. Dazu benötigt sie natürlich ihre Kohle,
die sie nicht bekommt, wenn sie den Scheiß einfach kopieren oder
aus dem Internet runterladen, sie Arschloch

Late Night Lesen

Am 15. Dezember ist in der Cavete (Steinweg) Cocktail-Party. Eine solche verdient es eigentlich nicht, erwähnt zu werden. Allerdings gibt es eine erlesene Auswahl von Lyrikern, die ebenfalls vortragen wird. Late Night Lesen Spezial. Weiterhin wird DIE Police & Sting Coverbands Marburg erwartet, die genau so angekündigt wurde. Nie gehört von, wenigstens Sting und Police sind bekannte Begriffe.
Nur vier Tage später lädt das Folk Club zur Weihnachtsausgabe des Marburger Abends im KFZ. Um den Veranstaltungsreigen zu füllen, reist her Stuckrad-Barre am 2. Dezember an und wird im Cineplex aus seinem aktuellen „Remix 2“ vorlesen, das schon seit Wochen aufgeschlagen an meinem Bett liegt.

Dieses gute wilde Leben

Der Musikladen meines Vertrauens hat einen Online-Shop, in dem noch mit DM gehandelt wird. Klingt dramatisch, zeugt aber von der Ungerührtheit dieses Ladens bezüglich der neuen Medien (die Existenz jenes Shops wurde wahrscheinlich vergessen) und damit der Konzentration auf das Wesentliche. Das Anhalten der Zeit verdeutlicht aber noch etwas: CDs sind nicht teurer geworden, oftmals sogar billiger. Die Nutzung indes ist Beschnitten worden, der Nutzwert in einigen Fällen daher drastisch gesunken. Und so weiter.
Womit wir wieder beim Thema wären. Meine Anlage hätte eine Generalüberholung dringend nötig. Ich bin im Besitz des abgewracktesten Plattenspielers dieses Planeten, mittlerweile springt die Nadel sogar bei fabrikneuen Schallplatten, was für eine Rennerei das bei der schon abgenudelten Sandinista ist, kann man sich kaum vorstellen. Auch lispelt und zischelt Jochen Distelmeyer in seinen Gedichten. Mit anderen Worten: Ein Graus.

Back on the chain gang

Als Musikhändler sollte man niemals in die Tonträger hineinhören, die man verkaufen möchte. Erstens bedingt die Tätigkeit als Plattenverkäufer ein Interesse und Faszination an diesen Dingen, zweitens wird man sich nur schwer von jenen Objekten trennen können, die einen begeistern.
Diese Vorsätze ignorierend habe ich vor vier Stunden eine Macka-B-LP auf den Plattenteller gelegt. Mittlerweile habe ich seine drei LPs aus meiner „for sale“-Kiste mehrmals durchgehört und in meine Plattensammlung sortiert – Reggaetime wo üblicherweise Rock und Pop zu Hause sind. Ähnlich erging es mir mit „Jumble“ von Tristan and the Rosewood sowie „Learning To Crawl“ von den Pretenders.
Alle übrigen Scheiben findet ihr hier (sobald ebay seine Probleme in den Griff bekommen hat).