KategorieMedia

Rund um Medien: Bücher, Filme, Musik

me, myself and I

Nachdem ich das Bild jetzt schon über meine andere Webseite im Internet verteile, kann ich es auch in mein Blog stellen, immerhin ist es das aktuellste von mir aufgenommene Foto und gefällt mir recht gut. Wie immer habe ich Probleme mit dem Hintergrund…

Portrain vom Juni 2006

Citizen Bergtroll

Die lokalen Schmierblätter Tageszeitungen haben ein Online-Angebot, das unter aller Sau ist. Beide stellen etwa die letzten fünf verfassten Meldungen zur Verfügung, doch ließ sich nicht herausfinden, wie man ohne Umweg über die Suche auf ältere Artikel zugreifen kann.

Bei einer Postille muss man sich einem »Suchassistenten« ausliefern, der fünf (!) Formulare ausgefüllt wissen will, um keinen Artikel zu finden; eines dieser Formulare fragt den Redakteur des gesuchten Artikels ab (als wäre dies bei einer provinziellen Tageszeitung elementar, wer kennt schon die Redakteure und weiß, welche Artikel von wem geschrieben wurden – insbesondere der unbekannte gesuchte – oder andersherum, welcher bekannte Redakteur wird freiwillig für eine Zeitung wie den »Hinterländer Anzeiger« schreiben, der seinem Namen alle Ehre macht).
Die andere begnügt sich dankenswerterweise mit einem einfachen Suchfeld, präsentiert dann aber nach vier Zeilen vager Information den Satz »mehr dazu in unserer Print-Ausgabe«, die dem Suchenden bestimmt zur Verfügung steht, wenn er online nach Artikeln recherchiert.

Unnötig zu erwähnen, dass sich damals fünf Rechtschreibfehler in vier vierzeiligen Meldungen finden ließen.

The Thing Called Tageszeitung

Die Beziehung zwischen meiner Tageszeitung und mir ist eine herzliche, dennoch nicht unproblematische. Ich habe sie irgendwann abgesetzt, der Frau am Telefon erklären müssen warum, und bin doch seit vielen Monaten wieder Abonnent.
Nach der viel zu seltenen Lektüre weiß ich wieder, warum ich die Süddeutsche nicht noch einmal abbestellen werde. Allein heute:

  • Im – freitags beiligenden – Süddeutsche Zeitung Magazin findet sich ab Seite 34 die Geschichte »Zwei Kinder und ihr Baby«, in dem das Leben zweier behinderter Eltern mit ihrem normalen Sohn beschrieben wird
  • Die obligatorische, mehr als halbseitige Seite-3-Geschichte heißt heute »Wo die Ernüchterung regiert« und trägt den Untertitel »Israel vor den Parlamentswahlen: Reisen durch ein zerrissenes Land«. Sie stellt neben der Lesbarkeit das Killerargument gegen die exklusive Nutzung von Online-News-Medien dar
  • Der Kommentar im Wirtschaftsteil »Die Millionen der Manager«, wegen dem einige Freunde den Kopf schütteln werden

Am Sonntag sind Kommunalwahlen in Marburg. Ein Freund steht für die APPD auf dem Wahlzettel, doch ist mir die Partei zuwider. Ich spreche nämlich einem Teil der Mitglieder ab, was dem Spitzenkandidaten und der Bundesführung klar ist: die Realsatire.

In einer der vergangenen Wochen ist mein ehemaliger Klassenlehrer der Mittelstufe gestorben. Ich habe es heute per eMail erfahren.
Er wollte zum Ende unserer Schulzeit die Namen auf einen Zettel Papier schreiben und daneben, was er glaube, was aus uns werden würde. Und er wollte diese Zettel nach zehn Jahren zum Klassentreffen mitbringen.
Dieses Klassentreffen findet im Jahre 2008 statt.

la noyée

Great BrillainHeute abend wurden im Linguistik-Seminar erste Ergebnisse der Auswertung von eMails präsentiert. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigte sich mit den sprachlichen Mitteln in Spam-Mails. Der Korpus von zwanzig eMails kann nicht repräsentativ sein, doch ein nicht geringer Teil der untersuchten Nachrichten bestand aus vermeintlich sinnlosen, um einen Link gruppierten Texten.

Die Spekulationen schossen wie einst im Deutsch-Leistungskurs aus dem Boden, die Phrasen verliehen eine persönliche Note, vielleicht sollten sie gar die Aufmerksamkeit des Lesers erwecken, was voraussetzt, dass dieser seine (offensichtlichen) Spam-Mails tatsächlich liest. Schaue ich meine Freunde an, wird das in den seltensten Fällen vorkommen.
Ihrer Illusion beraubt, fiel die Reaktion der Dozentin entsprechend dysphorisch aus, als Matthias in wenigen Sätzen erklärte, diese syntaktisch korrekten aber semantisch unsinnigen Sätze dienten zum Überlisten der Spamfilter.

Im LK hatte ich oft das gleiche Gefühl dieses zwanghaften Suchens nach bedeutungsschwangeren Sätzen und Situationen. Heute habe ich Übung und Tischnachbarn, die das ähnlich sehen.
Goethe schrieb die meisten Sätze auch bloß, um Kritiker ruhigzustellen.

„Sie studieren doch Informatik, …“

Ich habe nichts dagegen, dass man mich fragt, wenn es um Probleme mit Computern geht. Der Ruf, der einem als Informatikstudent vorauseilt, tut sein Übriges und so komme ich immer wieder in Situationen, in denen man mir seine Probleme vorträgt und hofft, ich hätte eine Lösung in petto.
Natürlich macht das Spaß, wenngleich mir Zusammenkünfte in meiner Freizeit, in denen es ausschließlich um dieses Thema geht, in der Regel Grauen bereiten. In früheren Zeiten haben meine Freunde und ich die anderen Anwesenden öfters gelangweilt mit den immergleichen Worten.

Während ich in Hardwarefragen ziemlich belastbar und interessiert bin, kann das bei Softwarefragen ganz anders sein. Bestes Beispiel: HTML.
Ein untrügliches Zeichen, dass ich diese Sprache nicht mag: Meine Homepages verändern sich sehr selten, was nur zum Teil auf mein wirklich geniales Händchen für Design zurückzuführen ist. ;)
Nun gibt es in meinem Umfeld einen Menschen, der sich beharrlich weigert, in die Tiefen von HTML anzusteigen und sich stattdessen auf einen WYSIWYG-Editor verlässt, der teilweise üblen Code generiert (man sagt, dies sei das generelle Problem solcher Editoren). Die Adresse für Reklamationen aller Art bin ich, der nach fünf Minuten zu einem unsäglichen Gesprächspartner mutiert.
Richtig anstrengend wird es, wenn das Kontaktformular umgebaut werden soll. Gehören Formulare immerhin zum (noch nicht ergründeten) HTML-Bereich, setzt bei der weiteren Verarbeitung der eingegebenen Daten mit PHP alles aus.
Ratet mal…

MBA ist was?

Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass sich in dem Buch – jetzt nenne ich’s beim Namen – „Sprache und Kommunikation im Internet“ (Jens Runkehl, Peter Schlobinski, Torsten Siever) eklantante Fehler eingeschlichen haben. Das sind wenige technische Ungereimtheiten, auf die es in den folgenden Analysen nicht ankommt und die daher vernachlässigt werden können (ja, ich habe aus verschiedenen Verhaltensweisen gelernt). Heute stieß ich auf einen vermeintlichen inhaltlichen Fehler…
In einem chinesischen Chatprotokoll tauchen folgende Zeilen auf (die Sprecher sind durch Doppelpunkt abgetrennt):

alone: MBA
me: what?

Die letzte Zeile shì what bezieht sich dabei auf die vorhergehende und der Autor behauptet, mit MBA seien beide „amerikanischen Studienabschlüsse MA und BA“ (S. 83) gemeint. Nun war mir eine Assimilation dieser beiden Abschlussbezeichnungen unbekannt, in meinem Verständnis stand MBA immer für den Studienabschluss des Master of Business Administration. Irre ich?
Interessant ist aber, wie die Autoren chinesische Chats analysieren, anscheinend sind sie in der Sprache bewandert oder haben einen Helfer zur Hand. Ich muss mich hingegen auf ihre Ausführungen verlassen und kann nur staunen, wie sie offensichtliche Tippfehler in den chinesischen Schriftzeichen finden.

Die neuen aufkommenden Arbeitsbelastungen werfen ihre Schatten voraus, bisher fühlt es sich sehr gut an. Es lohnt endlich, einen Terminkalender zu haben.

Jetzt musst du springen !!

Nachdem jetzt feststeht, dass der Springer-Verlag die ProSiebenSat1 Media AG übernehmen wird, trauere ich meinem abgeschafften Fernseher überhaupt nicht mehr nach. Das erschreckend niedrige Niveau der Programme der privaten Sendeanstalten wird vermutlich noch weiter sinken, per TalkTalkTalk importierte Show-Fetzen aus den Vereinigten Staaten gibt es in absehbarer Zeit ständig im eigenen Nachmittagsprogramm.

Im Gespräch mit verschiedenen Gegenübern kommen wir mittelfristig immer auf diese Misere zu sprechen, nur findet ein kleines Grüppchen in meinem sozialen Umfeld diese nicht so niederschmetternd wie ich. Als Erstes gibt es die auch von mir vertretene Position, dass Menschen das Fernsehangebot wahrnehmen, auch wenn sie Sinnvolleres zu tun hätten, dann von den Talkshows müde geworden auch den Rest des Tages vor dem Fernseher verbringen.
Dies wird von der anderen Gruppe bestritten; es wird davon ausgegangen, dass Menschen nur dann Zeit vor dem Fernseher verbringen, wenn sie es ohnehin tun würden. Sinnvolles wird vorher erledigt.

Mehrere Freunde benutzen das (nach eigener Aussage) fehlende Niveau im Fernsehen als Entspannung, so schaut einer Sport, ein anderer Krimis. Dies halte ich für völlig legitim, doch wo das Fernsehen die Menschen zur Kritikunfähigkeit erziehen zu sucht, indem Werte von Talkshowmoderatoren vertreten werden, und eine generelle erzieherische Postition mit fragwürdigem Inhalt einnimmt, hier muss den Eltern ein massiver Vorwurf gemacht werden, sehe ich schwarz für die Zukunftsfähigkeit der Dauerfernsehkonsumenten.
Auch ist mir das stumpfe Rumgereite auf Sensationsmeldungen und Vaterschaftstests nicht klar; ich bin der Überzeugung, dass auch Niveau Spaß machen kann und den Rezipienten weiterbringt. So halte ich das Fernsehen als Medium mitnichten für teuflisch, jedoch die von vielen privaten Sendern praktizierte Form.
Und wer den Fernseher aus dem Zimmer verbannt, kann sich an weiterer Stellfläche und zugewonnener Freizeit erfreuen. Der Kollateralschaden ist vergleichbar gering, die Tagesschau hat einen Livestream.

Hundesteuer ist am 15. August fällig

Weird Al Yankovic in UHF„Weird Al“ Yankovic kam mir natürlich wesentlich früher mit sympathischen Liedern (und UHF) zu Ohr und Auge, trat zuletzt allerdings mit einem besonders bemerkenswerten Lied auf die Bühne: „Angry White Boy Polka“.
Dazu existiert ein offizielles Flash-Video, welches ich euch nicht vorenthalten möchte. Der Konsum des 2,6 MB großen Films lohnt allemal: [swf] (öffnet in neuem Fenster)

Große Teile von Wetzlar können mit allen Teilen Gießens im Kampf um den Titel der hässlichsten mittelhessischen Stadt konkurrieren, was mir nicht neu war. Dass der Bahnhof bereits wie das Hannoversche Ihme-Zentrum aussieht, ist mir aber nie aufgefallen. Rückgebaute Gleisanlagen hinterlassen in die Leere starrende Bahnsteige, die den Kampf gegen die Natur aufgegeben zu haben scheinen, marode Gebäude kotrastieren den Neubau des Einkaufszentrums, das den schleichenden Tod des Einzelhandels in der ewig siechenden Fußgängerzone einläutet und Wetzlar endgültig zweiteilt: in die pittoreske, verborgene Altstadt und die Konsumhölle mit verrotteter Anschlussstelle.

Das Café in der ehemaligen Kaserne erinnert mich an jene Läden, die zu Zeiten des Dotcom-Booms nach Feierabend von den Belegschaften vielversprechender Startups annektiert und zu Smalltalk-Höllen umfunktioniert wurden, in denen der Champagner- den Café-Konsum gleich dutzendfach überholte. Fünf Jahre später besteht das Publikum aus zu Dicken und zu Dünnen, jedenfalls Menschen mit Essproblemen und Kindern. Hier und dort nippt ein Angestellter am Feierabendbier und die Kellner sind angenehm unfreundlich, was meine Begleiterin mit abfälligen Bemerkungen quittiert. Der verwitterte Firmenkompass am ehemaligen Haupttor wiegt versöhnlich im Wind, als wir die Ausfahrt passieren.

Top5-Records

An Tagen wie diesen, an denen ich auf der Arbeit vor einem nicht funktionierenden PC sitze und dieser sich mit allem Erdenklichen gegen die Genesung wehrt, schwelge ich in Gedanken durch Plattenläden und -kisten und erinnere mich an meine Domain, die schon lange eine Art Versandhandel für Tonträger beheimaten sollte:

top5-records.de
Die Lust ist noch immer da, zu verkaufende Platten im Moment sehr rar, da sich meist nur ein Exemplar in meinem Besitz befindet, welches ich entweder behalten möchte oder bei ebay einer größeren Käuferschar anbieten kann (und damit einen höheren Preis erziele). Allein macht das Ganze nur halben Spaß, weswegen ich gerade jetzt, auch angefixt durch den wunderschönen Zeit-Artikel „Rillen der Liebe“ die Fühler nach Mitstreitern ausstrecke und Künstlern, deren Ware auf Kommission verkauft werden kann.Home Taping Is Killing Music
Wenn eines fehlt, dann Geld.
Und Zeit, den Shop einzurichten.
Wobei mir ein Ladengeschäft ungleich lieber wäre, dafür die Zeit aber zu knapp ist. Außerdem wüsste ich nicht, wo man ein solches aufbauen kann. Marburg hat in dieser Beziehung zwei recht brauchbare Plattenläden zu bieten: Music Attack im Steinweg und Die Scheibe im Grün.
Als sympathisches Vorbild kann die Webkommune gelten, ein dedizierter Server mit mehreren Beteiligten ohne Chef, dafür verteilten Kompetenzen. Mit motivierten und qualifizierten Freunden.

Podcasting

PodcastingMit dem Erscheinen von iTunes 4.9 und den überarbeiteten iPod-Modellen (die Webseiten wurden noch nicht aktualisiert) hat Apple heute den neuen Trend Podcasting in den Mittelpunkt gestellt.
Den RSS-Feeds ähnelnd, lassen sich diese Podcasts abonnieren und kommen als MP3-Datei ins Haus, die man dann auf seinen mobilen MP3-Player spielen oder direkt hören kann. Die deutsche Podcasting-Szene ist noch recht übersichtlich, es gibt erst drei Grundgerüste, wie Beiträge aufgebaut sind:

WordPress bietet die Möglichkeit, solche Podcasts zu propagieren, doch in Ermangelung eines Mikrofons und verwertbarer Ideen – denn reizen würde mich lediglich die zweite Form des Angebots, das rechtlich gesehen Probleme bereitet, sobald man seine Lieblingsstücke als Podcast anbietet – bleibt es Vorerst bei der Textform allein.

Doreen