Archiv der Kategorie: Freunde

G

»Wir sind unsterblich!«
Ich würde gern, doch von dem Kreis, in dem ich das zum allerletzten Mal rief, sind nur Ruinen übrig.
Weißt du noch, damals?

Der Unvernunft – oh ja – Tribut: »Wir sind unsterblich!«
Von dir weiß ich’s, du wirst mich schlagen mit dem falschen Bild, das ich mir mache.
Du sollst dir kein Bild machen – »halt’s Maul!« und poche auf den Übermut.

Ruinen liegen also auch hinter mir.
Und jetzt?
Das Ende vom Anfang ist nicht der Anfang vom Ende.

Du weißt, wie wichtig du mir bist.

Auf den Gipfeln der Verzweiflung ist immer noch was los

Manchmal bedarf es den Freunden, die man selten, dann doch gerne sieht. Dem väterlichen Rat, bei dem ich schreie, bestimmte Worte nicht ertragend. Er fragte: »Habe ich dich fertig gemacht?«
Ich denke »Das mache ich selbst«.

Dass ich nicht die einzig sturmreif geschossene Burg auf den Gipfeln der Verzweiflung bin, war mir nicht bewusst. Dass ich nicht einmal eine Burg bin, daran habe ich gar nicht gedacht. Dass ich wen anderes mit Sperrfeuer an die Grenzen getrieben und staunend gewartet habe, dass er sich in den Kugelhagel wirft – auf die Idee bin ich erst recht nicht gekommen. Sie hat sich hinter einem Berg aus Angst versteckt, den ich bloß The Heights of Despair nannte.

Ich stehe wie jemand, der nicht fassen kann. Nein, ich zittere nicht.
Ich ahne und weißes , wer fast hinterm Horizont seht
– du scheinst mir selbst entfernt noch beeindruckend groß –

und sage
Verzeih

Freiheit aus einem Männermund

Heute morgen im Wald habe ich noch geträumt, wir sitzen, spielen und singen gemeinsam jenes Lied, was du wenige Stunden darauf als »ganz schön schief« aus unserer zukünftigen Set-Liste werfen wirst.

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Heute morgen im Wald hörte ich der Berliner Band zu, bei jedem Schritt dachte ich, wie schade es sei, würden wir uns verlieren. Ich habe mich in der Vorstellung versucht, und ich habe es nicht geschafft.

Ich werde deine Augen nie vergessen, die mich an etwas erinnerten, das ich noch nicht kennen kann. Ich habe eine leise Ahnung und muss sie für mich behalten, ich habe eine leise Ahnung und kann sie noch nicht formulieren.

Ist das wieder so ne Phase
oder bleibt das jetzt für immer so stehen?
Werd ich jemals noch in diesem Lieben
wieder aufstehen, mich anziehen und auf die Straße gehen?

— Lassie Singers – Ist das wieder so ne Phase

Unter Ulmen

Footstep

Wie Pappeln im Wind weichen wir einander aus, du mir, dem der Sturm im Rücken steht, und sagst: Intuition

Ich zeige meine Füße, deute auf den Zeh und versuche ein unschuldiges Lächeln, du schüttelst den Kopf und sagst: Siehst du

Was ich sehe, eine Ulme, was ich berühre, eine Brennnessel. Du sagst: Kein Wunder

Als ich erzähle, im Wippen, im Zeigen und im Berühren, antwortest du: Träum nicht zu viel

Was bleibt?

— Foto: Found Magazine

Ökolution Radioblues

Es ist so einfach dich zu lieben,
ich brauch mir keine Mühe geben,
das ist, weil ich es bin
und du es bist

Tom Liwa – Mati

Schau der junge Mann dort drüben, der jünger aussieht als er ist,
der lacht und Notizen macht mit seinem Stift.
Über was er lacht, werd ich nie wissen,
doch ich ahne es am Blick, dass er jemanden vermisst.

Und wenn ihn seine Mutter fragt, ob er jemanden denn liebt,
dann wird er sagen »je nachdem, wie du es siehst,
hörst du die Musik denn nicht,
die ein Lächeln in mein Schweigen bricht?«

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und stieg auf den Mähdrescher.
Denn es war Krieg!

german-bash.org

Nichts erhellt den Raum, Kerzen anzünden haben wir vergessen, als wir die Lampen löschten. Weil uns alles zu hell war, weil man im Dunkel besser reden kann – das auch.
Hör mal, sagt sie. Und ich höre; was mich vor Monaten zermürbt hätte, finde ich heute gar nicht so schlimm. Ich sage ihr ein Liedzitat und dass sich mich noch lange hat.
Und weiß, wenn sich jetzt etwas ändert, dann zum Negativen. Tocotronic singen »Ich möchte irgendwas für dich sein«, ich stimme in den Chor mit ein.

Später rufe ich an, sie hört sich nicht gut an. Nein, sagt sie.
Nachdem sie aufgelegt hat, liege ich lange noch wach.

Und du fragst, warum ich Kampfsport betreibe?

Etwas das ich noch nicht kennen kann

Es ist ein Abschnitt eines langen Weges. Die Diskussion über das, was sie Feiern nennen, ist fruchtlos. Wird abgelehnt, gehasst und aus den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate bestätigt: ist nichts.

Please, please!

Keinen Spaß konstatiert man, was nicht stimmt. Anders, wirft man ein, nicht so.

Man trifft aufeinander, zwei Gruppen, disjunkt. Menschen die man mag, schätzt, liebt, und mit denen man die Zeit nicht verbringen kann. Nicht dann.

So ignoriert man Fragen, wie man Spaß haben könne so ohne alles, um die Antwort wissend, die der andere nicht versteht. So ist man allein, fühlt sich einsam und weiß, es gibt wenige – aber es gibt sie – die erlauben

einander im
freien Fall
festzuhalten.

Serendipity Park

Sie spielen »I love you«, die Kommunardin dreht das Radio lauter. Keinen Ort, an dem ich lieber wäre, nicht bei den neuen Tonträgern zu Hause, nicht in deinem Bett.

Ich sehe deine Augen durchs Telefon lachen,
wie du weißt, dass ich lüge.

Promo Copy Cat

Auf »Entschuldigung« bekomme ich Mengenrabatt.
Der alte Mann, den jeder hier kennt, sagt wir haben Glück.
Den, der in seinen Büchern kokettiert, er wäre beinah immer hier, habe ich lange nicht gesehen.

Der alte Mann, den jeder hier kennt, und ich nicken uns zu;
Viel Glück sehe ich über den Rand des Pottes Kaffee.

Ich kann es brauchen

die Augen leuchten

und schlucke.

Für Noémie

Ich frage mich, immer wenn ich deinen Namen lese und ein Foto von dir sehe, wo du gerade bist, was du wohl gerade so machst.

Crazy Psycho

Die Platte im Schrank verdanke ich dir, mit der ich begann, mich für elektronische Musik zu interessieren. Dass ich den Namen anschließend nie wieder gehört habe, liegt vielleicht am Landstrich, den man französischsprachige Schweiz nennt: Dort liegen Dinge begraben, die man später nie wieder sieht.
Und dieser Name – natürlich hattest du es leichter, als du sagtest, du kämest von dort – weckt eine Erinnerung, nicht die schlechteste, die lange zurückliegt.

In deinem gebrochenen Deutsch hast du dich verabschiedet
und ich sagte französisch: Bis bald.

Alles über…

Menschen schauen zu selten nach oben, Gewohnheitstiere wie sie sind, den Blick geheftet auf den Futternapf, das Bequemste findet sich immer in Augenhöhe.

Bekomme ich einen von ihnen zu Gesicht, streift mein Blick zuerst seine Hand; ich zähle die still die Ringe an seinen Fingern – jeder ist mir einer zuviel.

Ich schaue nach oben und seh’ sie von unten.
Ich zähle still meine Ringe unter den Augen.