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All has been said only two words remain: Plan B

Morgens auf dem Fahrrad, während der neunzehn Kilometer durch den Park und den Wald, geht mir einiges durch den Kopf, das zu erinnern ich mir vornehme. Vergeblich sitze ich Abends vor einem Blatt Papier, das auch dann weiß bliebe, legte ich es nicht schell beiseite, um andere Dinge zu tun, der Niederlage nicht ins Auge zu sehen. Das war in den letzten Wochen einfach; es gab vieles zu tun.

5 Pf.

«Ach,» denke ich, «das muss sich ändern» und schlitt’re hinab. Ebenso zuverlässig ist man nach drei Wochen wieder obenauf, hat sich die Sinnfrage wieder und wieder gestellt, entschlossen gemurmelt «eigentlich müsste man …» und den letzten Halbsatz vergessen. Nur einer widerhallt im Innern des Kopfs: «Ich kann nicht, ausgeschlossen, habe gerade erst die Heizung entzündet. Draußen ist sonderbar kalt.»

Lampe

Wir kaufen dann irgendetwas, eine Lampe mit angenehm gelben Licht möglicherweise, und fühlen uns wohl. Lesen. Allein irgendetwas ist anders, wir können uns nicht konzentrieren auf die einzelnen Seiten der Bücher, blättern zurück, nochmal, weil die Worte verschwinden, vorbeihuschen, wir keinen Widerstand bieten, der Worte stoppt. Wir erinnern die letzten Absätze nicht. Eigentlich müsste man … Ich habe mir angewöhnt, schlechte Bücher zu verschenken. An meine Feinde.

— t: Number Seven Deli – Blame Me

Es war einmal: Das Telefon

Wenn sich noch jemand an meinen Beitrag (“Vom Broadcasting zum Broadcatching”) erinnern kann, den ich nach Lektüre der de:bug -Ausgabe #86 geschrieben habe und am empfehlenswerten kompletten Originalbeitrag interessiert ist:
R.I.P. TV – Das Ende des Fernsehens als Broadcasting-Medium
von Mario Sixtus.

Als Schwerpunkt der Ausgabe 87 wird die “Evolution” des Telefons betrachtet. Die Analyse der “Konvergenz” von Internet und Telefon endet leider in dem doch schon recht ausgelutschten Thema Voice-over-IP, kurz: Internettelefonie. Zwar wird kurz Moblogging (also Bloggen vom Handy aus) angerissen, aber mit den Telefonen der Zukunft wird man so einiges mehr anstellen können als telefonieren. Schon heute bekommt man auf der Suche nach einem aktuellen Telefon fast ausschließlich Kamera-Handys angeboten, die bereits über die 1,3 Megapixel-Marke gesprungen sind, für Imaging im Web also genügend große Bilder produzieren (immerhin konnten das die “alten” VGA-Kameras auch fast von sich behaupten). Bisher krankte es meistens an der Bildqualität, die bei Kunstlicht schlicht indiskutabel und bei Tageslicht höchstens mangelhaft war. Siemens schickt sich mit dem im Dezember erscheindenen SF65 an, diese Grenze zu verwischen. In Japan gibt es bereits Handys mit eingebauten Massenspeichern in Festplattengröße und im nächsten Jahr werden 50% aller verkauften Handys einen MP3-Player besitzen.

Die Prognose, UMTS sei ein Milliardengrab, scheint nicht gewagt wenn man bedenkt, dass in den nächsten zwei Jahren sämtliche Ballungsgebiete mit DVB-T abgedeckt sein werden. Ein Fernsehchip in den mobilen Geräten, die sich vom Telefon emanzipiert haben, liefert bessere Qualität kostenlos auf den tragbaren Begleiter. Schätzungen rechnen für einen Spielfilm über UMTS mit Gebühren von etwa 300,- Euro, für eine Audio-CD sind etwa 30,- Euro fällig – für einmal sehen bzw. hören.
Doch das oben angesprochene und bekannte Thema VoIP bereitet den Telekommunikationsunternehmen ebenfalls einiges Kopfzerbrechen. Der neue Communicator 9500 von Nokia bringt bereits WLAN-Funktionalität und damit die Möglichkeit, mit Hilfe der Nutzung von kostenlosen oder gebührenpflichtigen Hot-Spots IP-Telefonie zu betreiben. Auch wenn es eine solche Applikation von Herstellerseite nicht geben wird, taucht sie über kurz oder lang in mehr oder weniger brauchbarer Form auf. Natürlich hat VoIP auch auf Herstellerseite Vorteile: Ein Großteil der Hardware in den Vermittlungsstationen wäre schlicht überflüssig, die “Leitungen” (eine Abstraktion auf logischer Ebene) wäre fehlerredundant und QoS macht heutzutage jedenfalls im LAN eine intern verdrahtete Telefonanlage überflüssig. Viele Firmen haben den Vorteil bereits erkannt und wickeln interne Kommunikation über das sowieso vorhandene Ethernet ab.
In den Weiten des WWW liegen die Dinge (noch) etwas anders. Konzipiert als “best effort” Netzwerk gibt das Internet keine Garantien für Antwortzeiten. Das kann zu Verzögerungen führen, wer vor ein paar Jahren die ersten Schritte unternommen hat, Telefonat über das Internet zu führen weiß, wovon in spreche.

Wenn sich Doreen über das Schreiben von SMS beschwert und sich eine Software wünscht, die Gesprochenes in Text umsetzt (wie das auf Personal Computern heutzutage beeindruckend zuverlässig funktioniert), kann ich sie nicht beruhigen. Diese Software wird nämlich gar nicht nötig sein. Push-to-Talk (am Einfachsten mit der Walkie-Talkie-Technologie zu beschreiben, allerdings nicht auf die Reichweite damaliger Geräte beschränkt sondern netzweit zu gebrauchen) prescht in den USA nach vorn. T-Mobile will Ende des Jahres einen solchen Dienst auch hier anbieten. Die Daten werden über GPRS verschickt, könnten allerdings mit WLAN-fähigen Geräten auch auf das (kostenlos verfügbare) Internet gelegt werden.

Warum die Telekom oder Arcor als Anbeiter von Breitband-Internet-Zugängen bisher noch keine vom Festnetz abgekoppelten Zugänge bieten, ist darum klar. Unweigerlich werden aber einzelne Internetzugänge in naher Zukunft keinen Anschluss anderer Art mehr voraussetzen. Die BT Group (ehemalis British Telecom) hat angekündigt, ihr Festnetz bis Ende dieses Jahrzehnts vollkommen auf Voice-over-IP-Technologie umzustellen und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Andere Möglichkeiten wie die Symbiose aller persönlichen Assistenten wie Einkaufszettel, Notizblock, Timer oder Zeitung sind ebenfalls denkbar, allerdings wird nichts mit einer annährend beeindruckenden Geschwindigkeit vonstatten gehen wie die Revolution im Telefonnetz.

(Die Überschrift entstammt dem Artikel zum Schwerpunktthema von Sascha Kösch, de:bug #87)