bust dot com

Doreen hat einen alten Text im Internet gefunden, den ich wohl im August 2001 in ein Literaturforum gepostet habe. Sehr blumfeldesk, ich hatte wohl eine meiner Phasen, in denen ich mich an ein Lied oder eine Platte klammere und mir nichts anderes zu Ohren kommt. Einen groben Schnitzer habe ich ausgebessert:

Namhafte Spinner besetzen die Plätze
von denen man glaubt, sie verändern die Welt.
Und während ein Rudel Wölfe laut bellt,
behandelt man dich wie das Letzte.

Du stehst neben dir und fragst dich wieso,
ein Kind hält dich fest, es zeigt dir woher.
Deine Gedanken sind lange schon leer
Sie drehen sich um dich und nicht um den Zoo.

Schon wieder ein Bellen, doch diesmal viel näher.
Du stehst neben dir und drehst dich nicht um.
Du fühlst dich beschattet und bleibst daher stumm
die Welt wird dir klarer.

Jetzt in der Ferne, ein leichtes Gewitter,
du siehst es und findest den schützenden Baum.
Für dich ganz alleine stehst du hier im Raum,
doch mehr als das Leben erkennst du die Gitter.

Gefangen im Leben, es ist nichtmal dir,
irrst du durch die Zeit und suchst ein Zuhaus.
Für dich siehst du Menschen, sie seh’n müde aus.
Gefangen im Leben, was willst du noch hier?

Außerdem heute den Vertrag für den Stellplatz unterschrieben, auf dem Gelände eines ehemaligen Arbeitgebers. Als ich am früheren Büro vorbeiging, deutete kein Schild mehr auf das Start-Up von damals. Es gab Gerüchte, media[netCom] sei pleite. Mit Sicherheit steht es nicht gut um die Firma, die ehemalige Homepage ist zu einem unnützen Portal geworden. Die Geschäftsidee war eine Video-On-Demand-Lösung, bei meinem Ausscheiden – kurz nach einer feindlichen Übernahme und auf dem Höhepunkt der Kündigungswelle – liefen zwei Pilotprojekte.
Ich habe nie einen Vertrag mit meinem Arbeitgeber unterschrieben. Man konnte mir also gar nicht kündigen, ich bin aus freien Stücken gegangen (oder vielmehr: nicht weiter erschienen), als die “Neuausrichtung” erkennbare Gestalt annahm. Das Klima war sowieso vergiftet, Monate später kam meine längst vergessene Lohnsteuerkarte per Post.

Ein Gedanke zu „bust dot com

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