Bussterminalen

Neunzig Minuten Fußmarsch durch die schlafende Stadt. »Und dies will eine Hauptstadt sein« denkst du, abbiegend von der beleuchteten Hauptverkehrsstraße in eine der letzten kleinen Gassen, an deren Ende sich der Hauptbahnhof und (für dich wichtiger) die Bus-Terminale befinden. Sie hat gesagt, man brauche zwei Stunden, also bist du zeitig aufgebrochen, weil du sowieso nicht schlafen konntest nach einer Woche auf dem Studentenwohnheimboden. Du hast ihr im Halbschlaf auf Wiedersehen auf die Wange gehaucht, im Hinausgehen wurde ist klar, wie schön und wichtig es war, hier zu sein.
Nicht wegen der Stadt.

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Aus den Randbezirken durch das – wie man sagt – gefährlichste Viertel der Stadt, Industrieplatzromantik in den schmutzigen Straßen, monoton blinkende Parkhausleuchten, schließlich ein nervender Tourist, der seit einer halben Stunde an seinem Koffer herumklappert.
Du bist über die Tage tatsächlich Naturmensch geworden: Als du von Bergen zum ersten Mal hörtest, hattest du die Reise dorthin längst schon geplant.

Alle Menschen samma zwider,
i mechts in die Goschn haun.
Mir san alle Menschen zwider,
in die Goschn mecht ichs haun.

— Kurt Sowinetz – Alle Menschen samma zwider

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