Bremerhaven, Gleis 5

Irgendwo zwischen Bremen und Bremerhaven. Ich habe nicht viel gesehen von der Landschaft seit Kiel, mich dafür in Wam Kats Kochbuch/Autobiografie festgelesen, das ich in einer Ausstellung über Esskultur entdeckte, in die mich das wunderschöne Mädchen trieb. Ein, auch im Buch abgedrucktes Foto in der Ausstellung reichte, mich zu entscheiden. Jetzt, auf der letzten Teilstrecke nach Bremerhaven, die nur Regionalzüge befahren, will ich die Landschaft genießen und hoffe, die Nordsee zu sehen. Die letzten acht Kilometer werde ich laufen, der Flugplatz ist nur mit dem Auto erreichbar oder, so hoffe ich, zu Fuß. Eine gute Übung für die geplante Wanderung durch Norwegen nächstes Jahr.

Die Nacht habe ich in Kiel, auf einer durchgesessenen und gerade deshalb bequemen Couch verbracht, die ergonomische Eigenschaften durch Unzulänglichkeit simulierte: Der Po lag in einer der durchgesessenen Stellen, ein Querträger im Rahmen bot eine Erhöhung für den unteren Rücken. Die Couch ist etwa zwei Meter breit, kurz: Ich habe phantastisch geschlafen.

In der Küche begrüßen mich morgens eine dampfende italienische Espressomaschine, die Künstlerin, die beiden Musiker und die zwei Töchter des einen, eine davon mit nach Selbsthaarschnittversuch kahlem Kopf.

Später fahren wir raus auf die Koppel, es ist kalt und es stürmt. Auf einem Pferd sitzend sagt er: Das ist eine gute Übung für Helgoland. Falls er gelacht hat, konnte ich es durch das Pfeifen des Windes nicht hören.

Ein Gedanke zu „Bremerhaven, Gleis 5

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