Besser, von Sachen als von Menschen abzuhängen

Ich warf allerlei Gedanken im Kopf herum,
bis endlich folgender obenhin zu liegen kam.

– Georg Christoph Lichtenberg

Schließe ich die Augen und denke an Italien spielt Sepia eine Rolle, wie trockenes Gras im Sommer nach einer langen Regenpause. Ich weiß also, wenngleich ich den Passo della Mendola noch nicht mit dem Rad hinaufgekeucht bin, wie es sich anfühlen wird, denn Staub, Hitze und Trockenheit haben sich in meinem Kopf durchaus manifestiert; wie es sich anfühlen wird, wenn ich diesen Punkt hinter mir habe (auf dem Weg aus Italien oder dorthin).

Sepiafarbener Sommer

Dem gegenüber, vor meinem inneren Auge, scheint mir diese Gegend hier in sattem Grün, das sich abwechselt mit Rapsfeldern, an denen man auf leeren geteerten Wegen vorbeifliegt. Selbst wenn die Sonne ungleich heißer brennt, sehne ich mich nach dem ockerfarbenen Sommer im Süden, nach der trockenen Luft und den vorbeiknatternden alten Alfa Romeos.

So lange sitze ich in einem Café mit einem Buch, dem Laptop und einem italienischen Cappuccino. Hier von einem Kompromiss zu sprechen, würde der Situation nicht gerecht. Es ist eher so, je mehr man liest, desto eher versteht man die Anspielungen des Einen auf das Buch eines Andern. So kommt, dass ich schmunzle zwischen den Tassen Kaffee und während ich dieses eine Buch lese, erinnere ich der anderen zwei. Und das ist mir ebenso lieb.

Die Bücher machen nicht gut oder schlecht,
nur besser oder schlechter.

– Jean Paul

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