Berlin, Berlin

Leider ist morgen Feiertag. Und leider hat die deutsche National-Elf ihr Spiel gegen Polen in der Nachspielzeit gewonnen. Das Tor bedauere ich nicht nur wegen meiner seitdem fehlenden Nachtruhe (»Lukas Podolski!« bzw. »So sehen Sieger aus, schalalalala«), sondern auch, weil mir die polnische Mannschaft plötzlich leid tut. Und ganz bestimmt auch ein bisschen deswegen, weil ich das stakkatohafte »Deutschland« des Burschi-Affens und seiner blankgeleckten Freunde aus den Fenstern über meiner Wohnung nicht vertrage – da hat sich jemand bei der Armee die Hörner nicht abgestoßen.

Den ganzen Tag schon hallen Rufe durch die Stadt, irgendwo um die Ecke muss seit 15 Uhr eine Gruppe Besoffener Fans gesessen haben, die einem Metronom gleich zwanzig mal in der Stunde »Deutschland, Deutschland« skandierten.
Bei diesen Temperaturen in den Cafés sitzen, währen die Stadt herum in guter Laune brodelt, hat etwas von Urlaub weiter südlich. Ich wünschte, ich würde mich für Fußball interessieren.

Heute war der Vorgeschmack auf das, was nach der Vorrunde kommt: Es ist laut, es ist ausdauernd und es ist nicht besonders kreativ.
Das Finale findet an einem Sonntag statt. Aber dafür nimmt man sich hier wohl Urlaub.

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