Back to the Roots

Den Geruch von Neuem mochte ich als Kind schon sehr (abgesehen vielleicht von Autos) und noch lieber war mir der Geruch, der beim ersten Durchblättern eines Handbuchs verströmte, der Geruch von frisch gebundenem Druck, der Geruch von neuem, ungelesenen Hochglanzpapier.
So saß ich eben da, mit glänzenden Augen, fächerte mir die neue Luft zu und suchte alibihaft nach Stichworten, die mich nur am Rande interessierten.

Vor anderthalb Jahren legte ich mir einen (analogen) Terminkalender zu, um etwas Ordnung in mein Chaos zu bekommen, dass sich nach dem Absetzen meines alten Kalenders in Form eines Smartphones, dass noch heute als »Ziegelstein« verrufen ist, eingestellt hat. Später dann, als ich merkte, dass man mich an Termine auch erinnern muss, schlug die letzte Stunde für den alten Lederkalender. Ich hatte die Woche vorher im Haushalt meiner Mutter einen Palm in der Hand. Klar, dass es ein solches Gerät sein musste. Doch immer wieder kramte ich das alte Handy aus, versuchte mich zwei, drei Tage mit ihm und legte es wegen fehlender Synchronisationsmöglichkeiten stets zurück in den Schrank.

Am Wochenende kam eins zum anderen: Doreen schloss im Handyladen um die Ecke einen neuen Vertrag ab und da ich mit meinem alten Anbieter von Beginn an unzufrieden war, tat sich es ihr gleich.
Heute holte ich den Nachfolger des alten Ziegelsteins ab, habe dem Palm, bei dem mir stets die Tastatur fehlte, meinem Nachlassverwalter übereignet und weiß schon jetzt, dass ich das vergangene Wochenende nie bereuen werde.

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