Appleium fürs Volk

Man kann Apple gut finden. Und ein Großteil der Menschen, die das tun, ist stolz auf die Computer wie der Nazi aufs Vaterland. Warum eigentlich?

Wer ein bisschen Zeit mitbringt und sich im Macuser-Forum aufhält, wird ein paar dieser Menschen finden, die sogar einen iFliegenschiss für teures Geld kaufen würden und Benutzern anderer Betriebssysteme Borniertheit unterstellen. Deren Existenz beweist, dass der Unterschied zwischen den Nutzern von Apple-Systemen und “den anderen” gar nicht so groß ist.
Gerade nach dem Bekanntwerden des Wechsels auf Intel-Prozessoren war das Geschrei atemberaubend. Zum Einen wussten viele, dass dieser Schritt den sicheren Tod der Firma bedeutet, zum Anderen wurde klar, dass der Großteil gar nicht weiß, was ein Apple eigentlich ist. Und wer nicht schrie, bekräftigte seine Zustimmung gegenüber Jobs’ Strategie, der bekanntlich keine falschen Entscheidungen treffen kann.

Da hilft auch der haarsträubende Artikel von Manfred Heinze, dem Betreiber von mac-essentials.de nichts, der sich – uns – folgendermaßen charakterisiert:

Sie – wir –, das sind die Verrückten, die Kreativen, die Quertreiber, die Anderen. Wir verändern die Welt, wir erfinden, wir erforschen, wir inspirieren, wir machen.

Ich kann es langsam nicht mehr hören, mittlerweile muss man ja nicht einmal mehr zu diesen Idioten ins Forum, nun schwappen sie uns schon in den normalen Medien entgegen. So viele Flüche, wie ich gen Himmel schicken wollte, kenne ich gar nicht.
Und ich vergaß, ich hätte dafür wahrscheinlich keine Zeit.

9 Gedanken zu „Appleium fürs Volk

  1. Trotzdem würde ich mir wieder einen Mac holen, aber das eher, weil das ganze aus einem Guss spaß macht. Nur eins fehlt mir: Ein Filter für meinen Safari, der das Gesülze genau der Leute, die du so treffend beschrieben hast, herausfiltert. Warum muss eine gute Option gleich wieder zu Religionskriegen führen. Macs sind eine Option, Linux auch, und Windows, sogar das. Im Endeffekt zählt nur, mit was man seinen Zielen am besten nahe kommt. Da kann sogar ich ewig politischer Schmock pragmatisch sein ;-)

  2. kenn ich….wobei ich einer von denen bin, die sich einen Apple wirklich vor allem wegen dem Design kaufen würden- Asche über mein Haupt. Außerdem war es eine Erfahrung wert in Amsterdam mit einer Freundin in einen Apple-Store zu gehen. Wir waren die einzigen Kunden umringt von ca. 6 Apple-Männern in Schwarz und ich bin immer noch davon überzeugt davon, dass man von dem so steril aussehenden weißen Boden, essen hätte können;)

  3. Ich würde mir auch wieder einen Apple kaufen, zwar nicht nur, aber auch wegen des Designs. Das hat aber wirklich gar nichts mit der Klassifikation der Computerbenutzer in “Appleuser” und “Abschaum” zu tun, wie sie teilweise betrieben wird.

  4. das interessiert jetzt wahrlich nicht, aber die Uhr hier läuft noch auf Winterzeit;)…
    und das ist ja ein weiteres Argument für die Radikalisierung der Gesellschaft, ähnliches gibt es auch in meinem Freundeskreis bei den Browser (Opera, Firefox)…ein regelrechter Krieg

  5. Danke für den Hinweis mit der Winterzeit.

    Ja, mit den Browsern kenne ich das auch. Auch wenn ich ihn nie benutzen würde, halte ich die Benutzer des Internet Explorers nicht per se für Vollpfosten. ;)

  6. “Man kann Apple gut finden. Und ein Großteil der Menschen, die das tun, ist stolz auf die Computer wie der Nazi aufs Vaterland. Warum eigentlich?”

    ja, warum eigentlich?
    warum eigentlich, niels, schreibst du sowas?

    vermutlich wirst du einen grund finden, warum das banal dahergesagte nicht so schlimm, weil ja banal, und daher ein solcher ‘ausrutscher’ nicht wichtig sei. vermutlich

    aber inzwischen bin ich genervt, betroffen, sauer, da du dir in der letzten zeit öfter ein paar sprachwendungen ‘erlaubst’, die ich ziemlich bedenklich finde. bedenklich sage ich und meine damit nicht ‘bedacht’

    niels, ich bitte dich: durchdenke, was du sagst. und – wenn du dir ganz die kante geben willst – auch, warum. es ist zunehmend hart, deinen blog zu lesen. und ich gestehe: nach der oben zitierten einleitung habe ich den rest weggeklickt: sowas tu ich mir nicht an. das hat in meinen augen nichts mehr mit dem ironisierenden zurschaustellen von ‘spiessigsein’ zu tun, nichts mehr mit einem herausfordernden reiben und zur-diskussion-stellen gesellschaftlicher normen und werte. das bezeichne ich als reaktionär

    sauer:
    peryton

  7. hey. alterchen. nun mach mal wieder einen ton

    seit tagen schweigst du vor dich hin und ich mache mir schon richtig sorgen, ob ich zum ableben deiner maroden kreativität beigetragen habe wie mit einer letzten ölung. oder zum verbalen selbstmord – nein, ich will daran nicht schuld sein!

    also. rette mich aus meiner seelenqual und schreibe weiter. sei so beherzt wie ehedem und ich drücke die schmerzenden augen ein wenig weiter zu. es soll durchaus auf einem kartoffelfeld die eine oder andere orchidee gepflückt worden sein, sagen die leute. los. komm. wir wollen ihnen einmal nur glauben

    besorgt:
    peryton

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