Altes Fuhrmannshaus

Ich dringe ein in diese kleine Stadt, vom Bahnhof her, die auf den ersten Blick nichts zu bieten hat als ebendiesen.
Ich erwische den frühen Zug am Morgen und komme bis her, durchmesse den Markt und finde ein gemütliches Café neben einem Blumenladen mit auslandender Dekoration. Ich werde begrüßt, wie man Fremde begrüßt; die Bedienung ist professionell freundlich, eine Rentnergruppe am Tisch nebenan mustert mich zeitweilen schweigend. Es sind vier Alte vor ihrem Kaffee oder Bier.

Ich höre die gleichen Kommentare, die man überall hört. Schon fühle ich mich unwohl, entschließe mich für den nächsten Zug, der mich weiter in den Süden bringt, in die große Stadt.
Ich sehne mich nach einer Sitzreihe im Zug und das allgegenwärtige, doch beruhigende Rattern der Räder. Ich sehne mich nach dem Versinken im Grillparzer, den ich morgens über die Dörfer begann. Ein Buch über Wien, das mich immer an Bernhard erinnert, die Vorfreude schürt auf das eigentliche Ziel dieser Reise.

Hinab, in das Café Juliana.
In die Berge.
Zum See.

3 Gedanken zu „Altes Fuhrmannshaus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.