33 ⅓

Da steht dein Leben vor dir. Selbstverpackt, doch unverhofft. Selbstverpackt in sechzehn Kisten, zehn davon klapprige Plastikboxen, von denen eine nach Alkohol stinkt. Dahinter ein gähnendes Regal, in deinem Kopf ist lange schon Sonntag.

«Was macht das noch für einen Unterschied» hast du gedacht, als du Wichtiges in die Kisten und das Andere in den Mülleimer warfst, «wenn schon nicht zu Hause, dann richtig.» Im Kopf Lagerhausromantik, die sich einfach nicht einstellen will.

Vor etwa einem Monat ging es dir schlechter. Du kannst nicht behaupten, dass es sich schlimm anfühlt. Nur wie ein trauriges Lied auf einem Rock’n’Roll-Album, dass sich «Leben» nennt. Du siehst die melancholische Spinne an der Decke und erzählst, wie sich Leben verändern. Fast drei Jahre sind vergangen – nicht spurlos an den noch ungestrichenen Wänden – und du sagst, du hoffst, dass es ihr gut geht. Dann kommt das nächste Lied.

Ich glaube, sie hat später geweint.

3 Gedanken zu „33 ⅓

  1. ‘sie’ (eine andere, nehme ich an) sagte vorhin (was eigentlich falsch ist, denn es war, korrekt formuliert, schon gestern, am fortgeschrittenen nachmittag): genau jetzt zieht er um

    mit einer schweigepause habe ich diesem historischen moment die ihm entsprechende würdigung zugebilligt. und ich hoffe, dass alles gut verlaufen ist. wobei ‘verlaufen’ auch wieder so ein wort ist, über das ich stolpern und nachsinnen muss; aber angesichts der fortgeschrittenen tages-, nein: nachtzeit … ach, das gerät mir jetzt alles viel zu kompliziert, läuft aus dem ruder, springt aus den gleisen, entbahnt sich oder wie soll ich sagen? besser nichts mehr, nichts weiter, nichts …

    gerät dir das leben auch manchmal so verwirrend zwischen die zeilen?

Schreibe einen Kommentar zu Lu Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.