Eine Frau aus Bier

Als ich Dennis letztens erzählte, dass die Wahrscheinlichkeit, ich würde Kartoffeln kaufen und zu Hause verarbeiten, falls überhaupt vorhanden verschwindend gering sei, ahnte ich nicht, dass Doreen einige Tage später mit einem Maggifix-Beutel strahlend zwischen den Regalen auftauchen würde.
Als wir eben nebeneinander in der Küche schälten, erinnerte ich mich an die Situation in meiner Kindheit, in der ich mit meinem besten Freund im Baumhaus mit dem “Steinofen” saß und die Kartoffeln für das Abendessen schälte. Leider war die mickrige Menge übriggebliebener Kartoffeln längst nicht gar, als uns das Hungergefühl übermannte und wir wenig später auf den zähen Ãœberresten rumkauten und alsbald wieder ausspuckten.
Ob mich das für mein Leben geprägt hat, vermag ich nicht zu sagen. Doch beschränkt sich die Menge genießbarer Kartoffelprodukte auf eben jene Chips, Pommes, Kroketten und Kartoffelgratin. Das heutige kam aber nicht an die Gemüselasagne heran, die vor einiger Zeit auch den seit Jahren favorisierten Nudel-Pilz-Auflauf locker ausstach.

Christian habe ich die letzten beiden Tage nicht gesehen. Wenig verwunderlich, feierte eine gemeinsame Freundin am Dienstag ihren Geburtstag. Ein sehr toller, soweit ich mich erinnern kann. Die vielen Bilder auf meinem Handy sprechen die Sprache des Exzesses, verwackelte, dunkle Aufnahmen wichtiger Menschen, kaum mehr als diese erkennbar. Heute im Park fiel mir die hohe Zahl derer auf, Doreen erzählte mir, wann sie entstanden. Und was sonst noch passiert ist. Würde ich Christian sehen, ich müsste mich entschuldigen.
In den heutigen Abendstunden fühle ich mich wieder gut, endlich. Es war ein erfolgreicher Tag.
Und das Wochenende wird ebenso nett, oder? Nur bitte, lass den Wein weg.

4 Gedanken zu „Eine Frau aus Bier

  1. Also zu Kartoffeln, ja? Ich persönlich esse die ja öfter mal.. wenn man die halbwegs vernünftig abwäscht, kann man die auch ohne Probleme mit Schale essen. Zum einen hat man mehr davon, zum anderen ist ja in der Schale der Großteil der Kartoffelstärke (gesund uns so).. Ich glaub nur die Deutschen sind da so pingelig. Ich kenn’ das aus Skandinavien und hab gehört, dass das auch in vielen anderen Ländenr üblich ist, die Erdäpfel (aka Kartoffel) mit Schale zu genießen.

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