Vielleicht warst du niemals gemeint

Es gibt zahlreiche Gründe zu Bloggen, wie es zahlreiche Gründe gibt, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Ich weiß nicht einmal, ob ich meine Gründe alle benennen könnte, würdest Du mich fragen.

Ich schreibe um zu vergessen.
Nur manchmal lese ich rückwärts und merke, dass mit ein paar Jahren Abstand viele Beiträge noch funktionieren. Die ganze »kryptische Scheiße« (But Alive) klingt nach langer Zeit wie Poesie.

Wenn ich auf den Knopf zum Veröffentlichen drücke, lade ich meine Gedanken ins Netz, konsequent, Braindump. Manchmal nicht ausformuliert, manchmal nicht zu Ende gedacht und nie mit strategischem Hintergrund. Ich bin nicht hier, um Kriege zu führen. Die Gedanken? Hauptsache weg. Wenn jemand mit mir über einen aktuellen Text reden möchte – vielleicht über meine Gründe, vielleicht über die Intension – dann bin ich in der Hälfte der Fälle genervt. Fire & Forget. Es steht hier, damit ich es los bin. Natürlich ist es verbunden mit meinem Namen, für alle sichtbar, und manchmal glaubt jemand, ich sei Rechenschaft schuldig. Vielleicht ist das nicht immer klug.

Thürigen

Selten trete ich wem auf den Schlips (ich bemühe mich jedenfalls darum). Einmal sagte mir ein Kollege an der Kaffeemaschine, er sei sauer, weil er sich im Blog falsch dargestellt fühle. Er war gar nicht dargestellt, er war nur der Ausgangspunkt der Entwicklung eines überspitzten Charakters. Er hat einen seiner Sätze erkannt, die zwei Tage zuvor fielen. Der Beißreflex war dann schneller als das Ende des Beitrags. Manchmal liest man das, was man will.

Beruhigt euch.

Gehe nicht auf alten Spuren
Beweine nicht was längst beweint
Lecke nicht die alten Wunden
Vielleicht warst du niemals gemeint

Peryton: Geh zu ihr/Überall

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