The Ballad of Banjo Betty

Mit seiner runden Nickelbrille, die nur Lehrer tragen können und seinem groß karierten Hemd fragt er, ob der Platz neben mir frei ist. Er holt seinen Papierordner heraus, in dem zuoberst das selbstausgedruckte Bahnticket liegt, akkurat verpackt in einer Klarsichthülle, und auf einem Stapel Klausuren aus dem Unterrichtsfach Wirtschaft. Mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht und er hat längst zu korrigieren begonnen, als ich mit einem Blick das Deckblatt der Arbeit von Jennifer B. erhasche.

Messestand

Routiniert geht er die einzelnen Absätze durch, in beeindruckendem Tempo, und nickt anerkennend, während der in seiner rechten Hand ruhende Rotstift Zeichenkolonnen der Art »3/3« an den Rand der Blätter schreibt. Ich kann mich an keine meiner eigenen Klassenarbeiten erinnern, bei der ein Lehrer ein ähnliches Gefühl gehabt haben könnte wie dieser Wirtschaftslehrer an diesem Freitag Abend um kurz vor Mitternacht im ICE auf dem Weg von Hannover nach München.

Messestand später

Ein versöhnliches Ende nach einer versöhnlichen CeBIT. Ich mag, wenn die Messehallen beschallt werden von einem einzelnen Stand, der irgendwie immer die passende Musik spielt, wenn sich die Anspannung löst, die Tore sich öffnen für eine Armee von Menschen, die Kisten schieben, die Messestände zerlegen und alles sentimental klingt. Nicht, dass ich die CeBIT nächste Woche schon wieder bräuchte…
So viele Klausuren, wie es für diese versöhnlichen Enden bräuchte, kann man nicht schreiben.

Skywalk

Jennifer, das war eine echt gute Arbeit, eine beeindruckende Leistung. 

– t: Thomas Dybdahl

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