Salirà il sole del mezzogiorno

Der Frühlingseinbruch kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Winter ist, und nicht verhindern, dass ich bei den Liedern von Gianmaria Testa traurig werde. Ich sitze hier und schaue mir die Bilder von Bergseen an, die mir ein Freund zusendet, dem ich erzählte, dass ich unbedingt wieder nach Italien muss. Testa singt, ich verstehe kein Wort, doch ich schmelze.
Deutschland für immer ist es auch nicht; war es wohl nie.

Focus Mares Rapha

Zwei, drei Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal mit dem Rennrad auf Pässen unterwegs war. Seitdem habe ich verdrängt, wie sich das anfühlt: Die Höhensonne auf der Haut, auf schmalen Reifen in den Hang geklebt unterwegs auf diesem kleinen asphaltierten Weg ins Tal (nach Italien!) mit Blick auf die Schnellstraße am anderen Hang, die Ruhe, der Wind. Die Abende am Bergsee, um den wir auch im Regen liefen. Die Sätze, die sie damals noch nicht konnte, wenn das Eis auf der Jacke landet anstatt im Mund:
„Das ist doch egal, oder?“

Es ist egal. Es ist ziemlich vieles egal, wenn Du mal in Italien gewesen bist und gefühlt hast, was ich gerade fühle, möchte ich sagen. Das wird sie irgendwann lernen, vielleicht redet sie irgendwann wie ihr Alter: Wir haben uns versprochen, in zehn Jahren über die Alpen zu fahren. Auf Rennrädern. Ich freue mich, aber ich fürchte, so lange kann ich nicht warten.

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