Ich weiß nicht, wie oft ich “High Fidelity” gesehen habe bisher. Nun das n+1. mal. Und wie immer fantastisch. Nick Hornby ist als Schriftsteller empfehlenswert, Trennungsphasen verarbeite ich mit regelmäßigem Konsum des gleichnamigen Filmes!
In der Tankstelle wurde ich des Ladendiebstahls bezichtigt, was nach einigem Diskutieren aus der Welt geschafft war. Heute hier betrunken, morgen im Trauma, übermorgen auf der AStA-Party.
Seltsam berührt von Ingos Mail. Danke. Ich komme gern nach Köln. Und nach Wien.
Tocotronic heute auf heavy rotation. “Bitte gebt mir meinen Verstand zurück!”
Schon letztes Jahr (03.09.03) geschrieben, aber wo ich gerade mit einem Freund drüber rede:
“Papa Pop” – So titelte das SZ-Magazin letzten Freitag den Artikel über den BMG-Manager und das “Deutschland sucht den Superstar”-Jury-Mitglied Thomas Stein. Stein, der vor kurzem sein Büro in Londons Westen räumen musste und in Münchens Osten ein neues bezog. Stein, dem nachgesagt wird, die Casting-Sendung hätte seinen Job und das Jahr für die Bertelsmann Music Group gerettet.
Die Schuldigen sind längst ausgemacht: Das Übel, das mit Napster begann und an dem P2P-Tauschbörsen im Allgemeinen schuld ist und damit kriminell sind. Tauschbörsen, die den Status Quo (nicht nur in der Musikindustrie) unterwandern, Arbeitsplätze vernichten und die erfolgsver- und an parabelähnliche Gewinnkurven gewöhnten Top-Manager ins Schwitzen bringen. Die Gegenmaßnahmen sind gewaltig: In den USA werden scheinbar wahllos P2P-Benutzer von der RIAA vor die Gerichte gezerrt und auf immensen Schadensersatz verklagt, 150.000 US-Dollar betragen die Forderungen je heruntergeladenem Song. Nachweislich haben diese Abschreckungsmethoden zwar Wirkung, allerdings schießen sie weit am Ziel vorbei. Einschüchtern lassen sich nur die “Gelegenheitstauscher”, die “Profis” zeigen sich unbeeindruckt. Das sinnlose Statuieren eines Exempels wird allerdings geht weiter – es wird an einer internationalen Ausweitung gearbeitet. Hierzulange beschneidet die Politik das Recht auf eine Privatkopie und schafft sie de facto ab. Die händereibenden Plattenbosse im Format eines Thomas Stein dürften erleichtert aufgeatmet habene, als sie erfuhren, dass die ungeliebte Privatkopie zwar noch immer rechtens sei, allerdings das Aushebeln gleich welchen Kopierschutzes, der mittlerweile auf fast jeder neu erschienenen Audio-CD (die eigentlich gar keine Audio-CD mehr ist) zum Einsatz kommt, vom neuen Urheberrecht unter Strafe gestellt wird. Folglich ist das Anlegen einer rechtmäßigen Kopie für die eigenen Zwecke legal nicht mehr möglich. Verständlich, dass ein Teil der Betroffenen nicht einsehen will, wo der Nutzen liegt. Eine neu erworbene und kopiergeschützte CD ins persönliche MP3-Archiv zu übernehmen, ist in Zukunft mit wegens des neuen Urheberrechts illegal, selbst wenn der Kunde einen Preis von 20 Euro pro CD bezahlt hat. Die wertvolle Original-CD im Auto-CD-Wechsler durch die Gegend zu fahren, wird sich der eine oder andere auch reiflich überlegen, schließlich war selbst im Falle eines Unfalls die CD immer zu Hause in Sicherheit und ein 12er-Magazin befüllt mit Original-CDs hat allein schon einen Musikwert von 200 Euro. Der plötzliche Wegfall der Möglichkeiten durch den Kopierschutz zwingt allerdings technisch wenig interessierte Anwender, die auf den Rohling im Auto nicht verzichen wollen, zum Benutzen von Tauschbörsen, in denen das Album mit Sicherheit zum Download angeboten wird, was bei ausreichend verschiedener Quellen und Breitband-Anschluss ans Internet manchmal sogar schneller zum Erfolg führt als das Rippen der CDs am heimischen Rechner.
Das Problem scheint zumindest teilweise hausgemacht, die Versuche von Firmen beim Aufbau eines Musikportals im Internet scheitern im großen Maße noch immer kläglich. Wird die Firma nicht in Grund und Boden geklagt, bürdet sie dem potentiellen Benutzer kaum vertretbare finanzielle Aufwendungen und ein dermaßen eingeschränktes Nutzungsrecht auf, dass die Attraktivität stark gegen Null geht. Einen besseren Start scheint dem Dienst von Apple beschieden zu sein, bisher allerdings nur in den USA. Ob sich das Musikportal hier etablieren kann bleibt abzuwarten. Es gibt eine Gruppe Musikliebhaber, die eben doch lieber Audio-CDs und Schallplatten im Schrank stehen haben, als reine Musikdateien in welchem Format auch immer nur auf (Fest-)Platte zu besitzen. Ein zentrales (und im Grunde legales) Musikarchiv, das allen Bewohnern einer Wohnung zugänglich ist, wird nicht selten in weiten Teilen illegal und die “Betreiber” kriminalisiert.
Die Rechung der Plattenbosse scheint nicht aufzugehen. Hier wird offenbar davon ausgegangen, dass jeder Tauschbörsennutzer tatsächlich alle heruntergeladenen Lieder und CDs kaufen würde, wäre ihm der Zugang zu den Tauschbörsen verwehrt. Oftmals wird der persönliche Wert von Pop- oder anderen Musikstücken unterhalb des Preises einer Maxi-CD liegen. Aus Interesse lädt man sich das Lied herunter, eine CD des Künstlers im eigenen Plattenschrank kann sich der Benutzer dagegen oftmals nicht vorstellen, sei es aus musikalischen oder persönlichen Gründen: jemand, der ein Lied furchtbar erschreckend findet, würde sich sicher nie einen Tonträger jedweder Form kaufen, eine MP3 zum Informieren seiner Freunde allerdings ab und zu sicher einmal herunterladen. Und davon gibt es zur Zeit reichlich, Tendenz steigend. Künstler vom Format eines Küblböck oder Alexander K. sind Eintagsfliegen, der obligatorische Begriff des One-Hit-Wonder sollte allerdings verschont bleiben. Peinliche (und das gibt selbst Herr Stein zu) und keinesfalls selbständige Musiker, die ihre Musik auf’s grellbunte Outfit zugeschrieben bekommen, deren einziges Ziel die Hyperventilation vierzehnjähriger Teenies ist. Dann klappt das Marketingkonzept und der scheinbar kaufkräftigen Jugendgeneration wird das Geld für Schund aus der Tasche gezogen, für den sie sich spätestens auf dem achtzehnten Geburtstag schämt. Eine Tatsache, die das Gegenteil zu belegen scheint, sind die rückläufigen Verkaufszahlen “bei den so genannten Hitcompilations, Sammel-CDs mit den aktuellsten Chart-Hits. Hier betrug der Rückgang 47,5 Prozent” [2], der fast ausschließlich in unrechtmäßigen Privatkopien begründet liegt, meint jedenfalls Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. Widerläufige Verkaufszahlen sollen mit Bewährtem erreicht werden: Eine Tendenz zu Neuauflagen einmal erfolgreicher Musikstücke ist deutlich erkennbar, wohl wissend, dass gut geklaut besser ist als schlecht selbstgemacht: Das funktioniert allerdings nur so gut, weil niemand mehr an die One-Hit-Wonder der 70er oder 80er Jahre denkt [1].
Deutschland im Herbst, das Jahr zumindest für die BMG gerettet, rollt auf die zweite und mitnichten letzte Staffel von Deutschland sucht den Superstar zu. An Board ausschließlich Bekannte, wenn nicht vom Gesicht zumindest von den Liedern. Man orakelt, die Musikindustrie denke über Lizensierungen statt den Verkauf von Musikstücken nach, um in 15 Jahren die Lieder wieder neu lizensieren zu können. Ein guter Schritt weg von den Tauschbörsen – doch auch nach dem Willen der Musikbosse sind Musikstücke in digitaler Form wesentlich angenehmer als auf Tonträgern jeglicher Coleur, entfällt doch der Vertrieb. Es wird also weiter nach dem ultimativen Kopierschutz gesucht, nach unknackbaren “Digital Rights Management”-Systemen und auf die Tauschbörsenbenutzer kommen harte Jahre zu, wenn das USA-Modell Schule macht. Doch es wird versäumt, sich grundlegende Gedanken zur Struktur der Branche zu machen. Denn auch das stellt Thomas Stein fest: Ja-Sager gibt es überall.
[1] The One-Hit Wonders, http://www.dogpound.biz/onehit.html
[2] Musikbranche klagt über weiter rückläufige Umsätze, http://www.heise.de/newsticker/data/jk-14.08.03-002/
Quellen:
Süddeutsche Zeitung Magazin, Papa Pop, 29.08.03, Seite ..-..
heise News-Ticker, 15.07.2003, “Tauschbörsen unter Druck”
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-15.07.03-000/
heise News-Ticker, 14.08.2003, “Musikbranche klagt über weiter rückläufige Umsätze”
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-14.08.03-002/
Heise News-Ticker, 15.08.2003, “Klagedrohungen der US-Musikindustrie rufen US-Senat auf den Plan”
http://www.heise.de/newsticker/data/ola-15.08.03-001/
Heise News-Ticker, 23.08.2003, “RIAA-Strategie scheint aufzugehen”
http://www.heise.de/newsticker/data/ghi-23.08.03-003/
Eine Flasche Wein später weiß ich, dass ich mir einen gehörigen Vorrat an Bier anlegen muss. Wein kann nicht so weitergehen, darf nicht so weitergehen und der Selbsthass morgen früh, wenn ich um 9 Uhr in der Vorlesung sitze, ist mir gewiss.
Als ich aus dem Haus ging, um Dennis zu besuchen, standen meine Großeltern vor der Tür. Natürlich wollten sie nicht hereinkommen auf einen Kaffee. Auch wenn ich nicht auf dem Sprung gewesen wäre. Gefreut hat es mich natürlich trotzdem sehr. Und ihnen war es anscheinend auch recht, dass ich eh unterwegs war, wir haben uns sogar einen Teil des Weges begleiten können.
Gestern habe ich den Tag – genauer die letzten beiden Tage – schon früh im Bett mit einer Wärmflasche und endlich wieder einem normalen Buch (Thomas Bernhard – “Heldenplatz”) ausklingen lassen. Tagsüber unerwartet viel Besuch, seit ich in der Oberstadt wohne stehen öfters mir Bekannte vor der Tür.
Heute werde ich aufräumen, im Kopf und im Raum, gemütlich geht anders. Ein bisschen beruhigter und unberuhigter, lese morgens wieder Zeitung und trinke Kaffee.
music for the morning after: Georgette Dee – Die Jahre sind ein Buch
Die Jahre sind ein Buch, das man selber schreibt:
Die erste Seite dauert noch eine Ewigkeit,
Tag für Tag ein Wort, die Sätze werden zum Roman,
du blätterst immer schneller, bis du dann irgenwann
die letzte Zeile schreibst.Dann kannst du, wenn du mutig bist,
das Buch umdrehen und lesen, wie vorne drauf der Titel ist.Das ist dein Leben!
Ich habe wieder meine High-Fidelityeske Phase. Passt nicht wirklich in den Kram…
Gestern habe ich erst mit Juna, dann mit Anne telefoniert und war anschließend mit Doreen auf ein Bier weg. Was sehr angenehm war. Schön sogar. Danach hat sie die halbe Nacht hier gesessen.
Heute kommt Nick, Christian liegt mit Magen-Darm-Grippe im Bett. Ihn werde ich morgen besuchen.
Aber erstmal bis morgen schaffen.
Mein Handy spinnt. Vermutlich vorsätzlich, da ich pünktlich zum Ablauf der Vertragslaufzeit ständig die SIM-Karte neu einsetzen muss, um zwei Minuten Empfang zu haben. Danach verliert es wieder zuverlässig den Netzanschluss. Ein bisschen Drücken und Streicheln hilft manchmal tatsächlich, aber eben nicht dauerhaft. Jedem, der mir eine SMS schickt oder mich auf dem Mobiltelefon anzurufen versucht, bitte ich um Verständnis.
Da ich mich in zwei Wochen sowieso um einen neuen Vertrag hätte kümmern müssen, habe ich das heute erledigt, um im Laufe der nächsten Woche wieder mit einem funktionierenden Telefon unterwegs zu sein.
Weiterhin habe ich damit begonnen, mich von meinem überflüssigen Netzwerkequipment zu trennen. Heute zum Verkauft:
19″ Rack-Switch von Hewlett-Packard.
15:15 Uhr. Das Telefon klingelt. “Hallo?”
Nach einem Piepen verrät die mechanische, weibliche Stimme: “Hier ist ihre T-Net-Box.”
Dumpf erinnere ich mich an die Worte des T-Punkt-Mitarbeiters, der die Vorteile des Anrufbeantworters im Netz erläuterte. Natürlich bin ich darauf hereingefallen und versuche jetzt verzweifelt, das automatische Menü mit meinem Pulswahl-Telefon zu überreden, die aktuellen Nachrichten vorzulesen – erfolglos.
16:15 Uhr. Es klingelt wieder. Das Piepen auf der anderen Seite kommt mir bekannt vor, als die weibliche Stimme einsetzt. Mein Handy, das beim Drücken der Tasten tonwahlähnliche Geräusche abgibt, wird von der automatisierten Gegenseite ebensowenig beachtet wie meine laeienhaften Imitationsversuche durch pfeifen und zischen. Ich lege auf.
19.15 Uhr. Beim letzten Anruf für diesen Tag bekommt die Dame keine Gelegenheit, ihr Anliegen vorzutragen. Zwischenzeitlich habe ich die Hotline der Telekom erreicht – entgegen aller Befürchtungen wurde ich von keinem Auswahlmenü begrüßt – und die Löschung des Anrufbeantworters beantragt. Eine nicht ganz so freundliche Dame hat mir schließlich die höchstens 24 Stunden dauernde Löschung bestätigt und versprochen, dass die T-Net-Box heute bestimmt nicht mehr anruft.
20.15 Uhr. Christian ist am Telefon, der Mailserver funktioniere nicht. Ich gebe zu bedenken, ich sei in Kommunikationsfragen der falsche Gesprächspartner. Und pfeiffe in den Hörer.
Heute beginnen die Einführungsveranstaltungen für alle neuen Erstsemester-Studenten, die sogenannten Orientierungs-Einheiten. Traditionell werden die “Neuen” mit den elementarsten Dingen zuerst vertraut gemacht: morgens dem Stundenplan, abends der Kneipenkultur und Mittags eben der Mensa. Diese platzt während der gesamten Öffnungszeit der Essensausgabe aus allen Nähten, glücklicherweise werden die Treppen abseits des Haupteingangs erst während des Semesters bekannt und bieten so zumindest in den ersten Wochen eine noch angenehme Alternative, in den Speisesaal zu gelangen.
Am Nebentisch sitzen Philipp, Agathe und ihre neuen Freunde. Der Redner macht sich bereits mit seinen Zuhörern bekannt, die ihn teilweise durch das komplette Studium begleiten werden. Sind Personen in der zugelosten Gruppe noch so unsympathisch, kommen sie einem im Laufe der Zeit leider niemals völlig abhanden. Spätestens beim Einkaufen im Hauptstudium wird man feststellen, dass der größte Idiot nur um die Ecke wohnt, im Seminar in einer Bank mit ihm zu sitzen ist dagegen noch angenehm.
Beim ersten gemeinsamen Mensabesuch hat man ihm noch zugehört, fasziniert gelauscht sogar, seine Geschichen waren ja noch neu. Auch das Mädchen, neben dem man damals gesessen hat, deren Jungs-Frisur einem in Erinnerung blieb und von der man nichts als den Namen wusste, weil dieser mit Faserstift auf einem am Pullover befestigten Faserklebestreifen gemalt war, hat sich über die Jahre nicht verändert.
Wie ich mich so in Gedanken verloren fortträume, vergesse ich darüber beinahe das Essen. In die Realität bringen mich die fünf Mediziner, die sich an meinen Tisch gesetzt haben.
“Und wo schläfst du?”
“Bei Mareike oder Steffi, ich habe ja noch keine Wohnung.”
“Ich auch nicht.”
Gestern war Ingo da. Aus Köln. Nach einer SMS “Ich komme in drei Stunden”. Ich saß gerade beim Essen, auswärts mit dem Auto, was sich als dümmste Idee der letzten Woche erwiesen hat. In Marburg tobte der Elisabeth-Markt und auf den Parkplätzen das Chaos, aber scheinbar übten sich Marburger Ordnungshüter in Toleranz.
Auf dem Weg nach Hause – Stunden später – treffen wir eine seltsam grinsende Alex, die sich scheinbar freut, uns zu sehen. Wir auch, schnell weiter. Die Stadt läuft über, auch abends noch. Wenigstens haben wir einen Parkplatz und biegen nach einer handvoll Minuten in die Schutz bietende Gasse. Neben dem angefeuerten Ofen, der leise knackend eine gemütliche Athmosphäre verteilt, essen wir Pizzabrot und Baguettes.
Die Batterien meines Discman haben gestern sehr früh aufgegeben, mir blieb nichts als den Menschen zu lauschen. Von “H&M” war die Rede, Jungs selbstredend und vor dem Aufzug begegnete uns ein Mann, der erst auf die schließende Tür zulief, den Aufzug verpasste und beim nächsten jedem den Vortritt ließ.
Obwohl das Wochenende gut war, bereue ich es ein kleines bisschen, nicht auf der Buchmesse in Frankfurt gewesen zu sein, am Samstag morgen oder wann anders.
Die Ereignisse der letzten Tage:
- www.dotcomtod.com wurde abgeschaltet
- Beschlagnamung der Festplatten von Indymedia.co.uk
- linkeseite.de wird voraussichtlich Ende nächster Woche vom Netz gehen
- Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass Anwälte des Springer-Verlags gegen einen BILD-kritischen Artikel im Tagesspiegel vorgehen
Ich werde jetzt
meine Siebensachen packen
und ins Siebenviertel
gehen.
Als du, auf dem Weg zum Bäcker, aus der Haustüre trittst, hinaus in die enge Gasse, die linksseitig in eine Art Fußgängerzone mündet (und rechterhand auf dem Marktplatz, was schon oft erwähnt wurde, heute aber nicht von Belang, da zu weit weg und nicht Richtung deines Weges ist), hörst du bereits den Spieler, seine Drehorgel und das Geräusch, dass man jeden Samstag im Monat in den Fußgängerzonen der Städte hören kann: die sich zur Unkenntlichkeit überlagernden Satzfetzen, die erst durch das Unverständnis sympathisch werden.
Als du aus der Gasse trittst, in das Menschenmeer tauchst dem Bäcker entgegen, wünschst du dir eine Kamera, besser einen ganzen Kamerawagen und den besten Kameramann der Welt, zusätzlich einen Tontechniker bester Gestalt und nicht etwa einen Camcorder, der das alles verzerrt, vernichtet und für kurze Zeit vergisst du, dass jede Abbildung dessen zum Scheitern verurteilt wäre.
Es gibt sie bereits im französischen Film (wo sonst?), von dem du mittlerweile vielleicht weißt, warum er dich so fasziniert.
Dem Verlangen, dich in ein Café zu setzen, wirst du heute vielleicht nicht standhalten können. Bei einer Mélange kannst du alles, was du zu Hause lesen musst, auch dort durcharbeiten. Und den Besuch, den du für heute erwartest, kannst du auch dort empfangen.
In den letzten Tagen habe ich den Menschen links, Mark Knopfler, für mich entdeckt. “Sailing to Philadelphia” höre ich seitdem in jeder freien Minute, Doreen ist damit nicht so glücklich. Christian hat sich anstecken lassen und hört jetzt die ganze Zeit Dire Straits, deren Frontmann er war.
Meine Homepage hat so etwas wie ein Generalupdate erfahren, übertrieben ausgedrückt. Aber mir haben sich die Haare zu Berg gestellt, als ich über die ein oder andere Textpassage gelesen habe, gestolpert bin, wie man sagt. Ich frage mich, ob ich so einen Scheiß wirklich geschrieben und schlimmer noch, so lange ohne Überarbeitung online gelassen habe. Ich bin gerade erst wieder dabei, mir Geschriebenes vor der Veröffentlichung noch einmal durchzulesen, um die gröbsten Fehler auszumerzen – lange Zeit habe ich das nicht getan. Ganz furchtbare Sachen waren dort zu lesen. Waren. Und zwei neue Bilder gibts auch im Über mich-Bereich. Weiterhin ein neues am Kopf der Seite: hübscher, dunkler, reifer.
In die Kategorie “reifer” fällt wahrscheinlich auch die oben erwähnte Musik, Mark Knopfler scheint einen Großteil der Fans jenseits meines Alters zu haben; Hier wird nicht gerockt. Aber Knopfler ist der einzige in meiner Playliste heute abend, genaugenommen eben “Sailing to Philadelphia”. Irgendwann später ziehe ich die Notbremse, bevor ich mich überhöre. Gefühlsmäßig liegt dieser Punkt allerdings noch eher fern.
He calls me charlie mason
A stargazer am i
It seems that I was born
To chart the evening sky
Heute morgen kam also das Apple Wireless Keyboard, das die Kabelage auf meinem Schreibtisch nicht unerheblich verringert (die Bluetooth-Maus von Logitech habe ich ja schon eine ganze Weile) und nahezu prädestiniert ist für meinen Apple-Theme unter Gnome. ;)
Das Einrichten hat ein paar Momente gedauert unter Linux (was auch meiner Unerfahrenheit mit Bluetooth anzurechnen ist), jetzt funktioniert es wunderbar an einem DBT-120 von D-Link, dem einzig von Apple zertifizierten Fremdadapter. Mit diesem verbindet sich im Übrigen auch die Logitech-Maus, den mitgelieferten Dongle benutze ich nur noch als Ladeschale.
Da ich zu dieser Kombination (Apple Wireless Keyboard + MX900 + DBT-120) im Internet bisher nichts gefunden habe, werde ich eventuell in den nächsten Tagen ein Howto aufsetzen.
Das Schreibgefühl dieser Tastatur ist nur schwer in Worte zu fassen. Natürlich ist es auch immer eine Frage des eigenene Geschmacks; Ich für meinen Teil habe ein so gutes bisher noch nicht erlebt. Bisher waren die alten IBM-Tastaturen das beste, was ich benutzte. Vorgänger des Apple Keyboards war ein Rapid Access III, dass mich nicht zufriedenstellen konnte, was aber zum Großteil mit der Anordnung der Tasten zu tun hatte (keinen Sechserblock über den Richtungstasten, sondern eine vertikale Viererreihe).
Die Vorteile der Apple-Tastatur ist die geringe Lautstärke beim Tippen, das eben schon begeistert geschilderte Tippgefühl an sich (die Tasten scheinen etwas “glatt”, was im ersten Moment irritieren könnte, an das man sich aber schnell gewöhnt und danach nicht mehr als störend empfunden wird) sowie die Möglichkeit, die Tasten ohne Probleme selbst anordnen zu können (Stichwort: Dvorak). Im Gegensatz zu dem Rapid Access sind die Tasten (abgesehen vom Apple Layout) normal angeordnet. Zu der Batterielebensdauer kann ich natürlich noch nicht viel sagen, die vier benötigten Mignonzellen sind im Lieferumfang enthalten. Positiv für die Lebensdauer dürfte sich der Ein-Aus-Schalter unter dem Keyboard bemerkbar machen. Reichweitenmessungen habe ich aufgrund der bedingten Nützlichkeit noch nicht durchgeführt. Was nutzt mir die Fähigkeit, mit der Tastatur durch 2 Wände zu kommen? Die Maus allerdings funktionierte noch im Bad tadellos mit einer Signalstärke von etwa 60%.
ist ein Büchlein mit gesammelten “Geschichten über Marburger Originale”. Ich habe es irgendwann meinem Vater geschenkt. Einmalunterhaltung ist sowas, man hat nichts verpasst, wenn man es nicht gelesen hat. Und wenn man das möchte, dann ist das ein Halbstunden-Frühstück. Interessant vermutlich für Menschen, die das alte Marburg kennen.
Mein Christian war gestern mit Doreen und mir in der “China-Garage” (Zitat Doreen). Später tranken wir ein paar Bier und schauten gemeinsam den letzten Auftritt Checkpoint Charlies im Dillenburger Matrix, von dem Martins Vater zwei Video-CDs erstellt hat. Einmalunterhaltung. Und so weiter. Schlimm.
Nachdem ich vorgestern schon während des Besuchs in der Dunkelkammer erfuhr, dass der doofe Hahn auf dem Rathaus gar nicht kräht, sondern sich mindestens ein Posaunist auf dem Giebel versteckt hält, wurde ich gestern noch einmal darauf hingewiesen, dass die Schilderung im Eintrag vom 4. Oktober nicht korrekt sei. Danke an die oder den Unbekannten für den Kommentar.
Als ich gerade das Paket von Flight 13 öffnete, fiel mir eine Single von Gonzales in die Hände. Ein Geschenk des Hauses, vielen Dank.
Wir waren heute unter anderem zu Besuch in der “Camera Obscura“, die vor dem Marburger Landgrafenschloss steht. Kurz darauf haben wir einen Fußweg von dort zu meiner Wohnung gefunden, auf dem man etwa 5 Minuten unterwegs ist. Ich habe also bis heute im Glauben gelebt, mit dem Bus zum Schloss zu fahren wäre wesentlich kürzer. Irrtum 1.
Außerdem hat Doreen heute Fotos von der Uni (im Speziellen der philosophischen Fakultät und der Universitätsbibliothek) gemacht, anschließend waren wir in der Mensa essen. Etwas, das ich mir im neuen Semester wieder angewöhnen möchte. Und bis heute mittag war ich der Überzeugung, der “Maisgrießauflauf ‘Polenta’ mit Gemüse und Chili an Tomatensauce” würde nicht schmecken. Irrtum 2.
Gerade läuft die “blobkanal” der gleichnamigen und leider nicht mehr existenten Band auf Heavy Rotation; Ich dachte, ich würde mich so genau an die Texte nicht mehr erinnern können. Irrtum 3.
Gleichzeitig habe ich das Logik-Skript fehlerbereinigt, damit genug der Logik für den Moment und werde alles sorgfältig verstauen, hinaufhieven in das oberste Schrankfach, das ich finde. Gute Nacht, Logik. Genug von dir.
“Irgendwie sind wir uns fremd geworden.”
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Wenn man abends in die engen Gassen hinaustritt, müde, dem Tag überdrüssig, dann lächelt die Stadt ab und zu ebenso leer zurück. Als wenn sie wüsste, worum es geht, was es bedeutet, wenn du dich auf den Weg machst, um dein Abendessen im besten asiatischen Fastfood-Restaurant zu dir zu nehmen. Kommentarlos begleitet sie dich durch die Nacht, lässt dich nicht aus den Augen. Später tauchst du in den gleißenden Schein der Neonröhren und bestellst eine der fünf vegetarischen Mahlzeiten. Am Nebentisch ein Bekannter. Du hast ihn nur an der Stimme erkannt, dein Gespräch mit einem Freund, dass ich um ihn drehte und nur kurz zurückliegt, ist noch in lebhafter Erinnerung und jetzt weißt du, was er meinte. Malerisch bedingt den Tod. Unentwegt kräht der erstarrte Hahn aus Metall vom Rathausdach und schlägt mit den Flügeln; Der Magnet für Touristen schreit ihnen frech ins Gesicht. Niemanden scheint das zu interessieren. “Runterschießen muss man den!” Andere schießen lieber Fotos. Männer führen Damen ins beste Café am Platz, ein einsamer Tisch wartet vollbesetzt auf Gäste. Lautmalerisch. Wir schließen besser Türen und Fenster, es ist schon ganz kalt. |
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Und ihr wisst ja das ist, es ist: (aus dem gleichnamigen Kettcar-Song)
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Letzten Dienstag:
Nachdem ich eine Stunde recht ziellos und doch einer Richtung folgend durch die Stadt laufe, komme ich an unserer alten Wohnung vorbei, die mir trostlos entgegenblickt. Der Hof steht leer, also hat es wohl auch der ältere Herr geschafft, der lange Zeit unter uns wohnte und schon im Frühjahr 2003 erzählte, er wolle fort von hier – seine Möbel sogar verschenkt und versucht hat, mir eine Schrankwand anzudrehen – er ist nun also tatsächlich ausgezogen.
Gegenüber zeichnet sich der “Affenfelsen”, ein hässliches und für Selbstmorde bekanntes Hochhaus am Rande des Südviertels, gewohnt vom tiefhängenden Himmel ab, ein Bild, dass mich jahrelang beim Hausverlassen begrüßt hat. Vertraut trostlos. Etwas weiter die Adenauer-Brücke, auf der ich kurz überlege, ob ich die gefalteten Blätter in der Gesäßtasche lesen soll, mich dann dagegen entscheide, um nicht den Eindruck eines Springwilligen zu machen. Überhaupt haben wir damals in der Selbstmordecke Marburgs gewohnt, wie es scheint.
Ich schaffe es bis zu Christians Haustür, die mir verschlossen bleibt. Im Bus auf die Lahnberge treffe ich Nick, später im Bus nach Hause viele Menschen, die ich einfach nur umarmen mag.
Ich habe in den letzten Tagen wieder ein gesteigertes Bedürfnis, Musik zu machen. Oder endlich mal. Ich habe mir heute viele MP3s von Projekten einiger Menschen von Tocotronix.de angehört und mir fiel wieder ein, was ich seinerzeit an blobkanal und Kamera so mochte. Beide gibt es leider nicht mehr, dafür jetzt diese Projekte und vielleicht bald eins mehr.
Ausbaden muss das zur Zeit mein Konto; Ich habe endlich die “Zombie” von Kante, die langersehnte “Glass Floor” von Maritime und die “Love from A-Z” des Herrn Zank bestellt. Es sei noch einmal für die Marburger erwähnt, das Kante Ende Oktober und die Aeronauten Anfang November spielen. Pflicht in der kargen Musiklandschaft.
Aber in den letzten beiden Tagen bin ich sehr glücklich. Es macht mich froh, Menschen in der Wohnung zu haben, die ich mag, und trotzdem allein zu wohnen.
Hey, wo steckt bloß der blinde Mann,
der alleine sehen kann
wie das Wasser rückwärts fließt,
bis auch du ersoffen bist
Keiner kann mir sagen -
wird euch wirklich nie der Blitz erschlagen?
(von den Boxhamsters)

