Sehr geehrte Frau S.,
Sie fragen sich bestimmt, warum ich Ihnen einen Brief schreibe; wir kennen uns indes gar nicht. Keine Sorge, ich bin weder eine Bekanntschaft, an die Sie sich nicht erinnern, noch haben wir uns je getroffen. An Ihre Adresse und den Grund meines Schreibens gelangte ich vollständig aus Zufall.
Vor einer Woche befanden wir – meine Freundin und ich – uns zum Urlaub in der Stadt, in der Sie vielleicht noch immer wohnen. Am vorvergangenen Wochenende fand im Foyer des kleinen Kursaals im Haus des Gastes ein vom örtlichen Lions Club veranstalteter Bücherflohmarkt statt. Eher zufällig entdeckte meine Freundin diese Veranstaltung – da wir in der Nähe waren und einige Zeit hatten, stöberten wir durch die aufgebauten Regale und Kisten.
Die Ausbeute war recht umfangreich und mir fehlt leider die Erinnerung, aus welchem jener Bücher Ihr Bonusheft herausgerutscht ist (ich glaube, es war ein Buch von Dostojewski, möglicherweise „Der Spieler“).
Natürlich weiß ich nicht, ob Sie noch unter der auf dem Bonusheft vermerkten Adresse erreichbar sind. Wäre mir die Idee sofort gekommen, hätte ich einen Umweg über Ihre Straße nehmen und Ihr Bonusheft persönlich zurückgeben können – da ich frühestens in ein paar Monaten wieder in der Stadt sein werde, sende ich Ihnen also Ihr Bonusheft auf diesem Wege zu.
Ich hoffe, Sie haben es in den letzten Jahren nicht vermisst oder gebraucht.
Mit herzlichen Grüßen aus dem hessischen Marburg
bleibe ich Ihr
Niels Fallenbeck
P.S. Zu Ihrem Geburtstag nachträglich Alles Gute!
Man hat mir nie auf die Frage, was an mir gefällt, geantwortet:
Twitter
Ich habe heute dort wieder gekündigt.
Die Erkenntnis im Urlaub, Zusammenhänge lagen plötzlich wie offen vor mir. Seit ich Gedanken umgehend on air stellte, schrieb ich nicht nur weniger in diesem Blog, vor allem auch in das Notizbuch, dass ich mit mir herumzutragen pflege und aus dem ich gewöhnlich den ein oder anderen Gedanken für einen Text kondensiere und also weniger Texte an sich.
All jene Dinge sind mir wichtiger als Nachrichten im Microbloggingdienst, dessen Mitgliedschaft der jüngste Ausbruch meiner seismografischen Euphorie gewesen ist, auf die ich mich in Bezug auf die Relevanz einzelner Aspekte für mich verlassen kann.
Ich habe Briefe geschrieben und Texte mit Stift auf Papier. Man hat sie an Wände gehangen und lacht fröhlich, wenn man vorüber schreitet. So gebiert jeder Zweck sein Medium. Ich möchte wieder mehr schreiben. Daher gilt es diesen Baum (jenen einen!) zu fällen.
Willkommen sein ist mehr als Sattsein.
Pest, I. Akt
Du bist immer – wie heute – lieb und herzlich willkommen geheißen.
Dein F., 16/1/47
Draußen hat es den ganzen Vormittag leicht geregnet, es ist fabelhaftes Wetter, um sich beim Tee in eines jener Bücher zu vertiefen, die wir tags zuvor für einen beachtenswert geringen Geldbetrag erstanden. Hinten zeichnen sich die Bergspitzen gegen den grauen Himmel, einzelne Schneefelder bleiben erkennbar. Gestern standen wir nach anstrengendem Aufstieg dort und blinzelten gegen die Sonne ins vom See gezeichnete Tal.
Es wird heute kaum noch aufklaren, später werden wir dennoch unten sein am Wasser; noch trennt uns davon der Tee auf dem Stövchen. Noch ist das Gefühl, hier zu sein, unüberwindbar.
Ich dringe ein in diese kleine Stadt, vom Bahnhof her, die auf den ersten Blick nichts zu bieten hat als ebendiesen.
Ich erwische den frühen Zug am Morgen und komme bis her, durchmesse den Markt und finde ein gemütliches Café neben einem Blumenladen mit auslandender Dekoration. Ich werde begrüßt, wie man Fremde begrüßt; die Bedienung ist professionell freundlich, eine Rentnergruppe am Tisch nebenan mustert mich zeitweilen schweigend. Es sind vier Alte vor ihrem Kaffee oder Bier.
Ich höre die gleichen Kommentare, die man überall hört. Schon fühle ich mich unwohl, entschließe mich für den nächsten Zug, der mich weiter in den Süden bringt, in die große Stadt.
Ich sehne mich nach einer Sitzreihe im Zug und das allgegenwärtige, doch beruhigende Rattern der Räder. Ich sehne mich nach dem Versinken im Grillparzer, den ich morgens über die Dörfer begann. Ein Buch über Wien, das mich immer an Bernhard erinnert, die Vorfreude schürt auf das eigentliche Ziel dieser Reise.
Hinab, in das Café Juliana.
In die Berge.
Zum See.
Sie haben den Wartebereich umgebaut. Wieder saß ich zwischen Anzügen, diesmal ausnahmsweise nicht beruflich. Schon jetzt beginnt sich die Sicht auf die Dinge zu ändern, wenngleich ich erst gestern den Computer in einer Kiste verstaute: Ich lasse eMails ungelesen auf dem BlackBerry und habe Twitter deaktiviert.
Ich kaufte seit Jahren die erste Fahrkarte am Schalter und weiß erst seit zehn Minuten, wann der Zug von hier fährt; in der Stadt, in die ich reise, kenne ich mich nicht aus. Weil Eco mich nervt, habe ich die Reisebibliothek durch mehrere Reclam-Bände ergänzt und wegen eines Versehens trage ich in den nächsten Tagen zwanzig Paketaufkleber mit mir umher.
Die Reise beginnt im Speisewagen eines alten Intercity-Zuges Richtung Tübingen. Einer, den ich gestern traf, erzählte von ihr als einer der schönsten Städte des Landes. Und sagte «du weißt, dass du die falschen Antworten bekommst, wenn du die Falschen befragst».
Der blaue Himmel macht es leicht, diese Stadt zu verlassen. Es ist klirrend kalt, ein paar Botengänge trennen mich von dem Zug in den Süden – ein paar letzte Erledigungen, um mich auf die Reise vorzubereiten.

Ich habe mich für den alten Lederkoffer entschieden, der vor Jahrzehnten ein Vermögen gekostet hat. Er ist halbvoll mit Schuhen, die andere Hälfte füllt Winterkleidung, obwohl es wieder wärmer werden soll, und Bücher.
Der Hof, der in später unserem Leben eine wichtige Rolle spielen wird, liegt in den Bergen am See. Ungefähr in dieser Gegend, in die ich jetzt fahre.
Ich fahre einige Zeit fort, ich werde ein paar Tage nicht hier sein. Ich räume den Computer zusammen und werde ihn für zwei Wochen versenden, ich habe kein Ersatzgerät und verlasse die kleine Stadt.
Man wird mich unterwegs treffen im Süden. Ich werde dort sein, wo der Winter kälter ist und länger.

Ich werde Mut einpacken, eine Badehose und die Kamera. Vielleicht komme ich zurück mit Photographien von wundersamen, zu seltenen Menschen; Vielleicht aber mit nichts als rauschendem Weiß.
Das Café schien von außen interessant. Obwohl das Café, das ich liebe, einem Lounge gewichen war. Doch das allein macht in dieser Stadt lang nicht verdächtig. Außerdem war ich froh, um diese Uhrzeit noch etwas zu finden, was nicht ungemütlich aussah und nette zwei Stunden versprach. Alles unterstrich diesen Charakter: Links des alten Trolleys, mit dem ich gereist bin, illuminierte und wärmte ein moderner Gas-Kamin diesen Raum, die Musik war angenehm laut; angenehm, weil ich alleine sein mochte und auf jemanden warten, der jetzt noch nicht kam.

Drüben am Fenster rauchten zwei Männer und irgendwie war das egal. Ich versuchte an etwas zu arbeiten, was demnächst wichtig sein wird und mich zu entspannen, ich trank Kakao. «Charles» rief ich und war überhört, hier sieht und hört man aneinander vorbei. Von Zeit zu Zeit wirft jemand ein Auge und fragt ob alles in Ordnung sei.
«So ein Frühstück ist selten» sagte ich noch, mehr zu mir selbst, «Danke» und «Gute Fahrt».
Man muss schon Kafka gelesen haben, um diese deutsche Bürokratie mit einer gewissen Gelassenheit zu ertragen.
Ich kehrte gerade zurück von einem Spaziergang, den ich mit Kafka in der einen und einem alten Freund an der anderen Hand erledigt hatte. Hier oben unter dem Dach herrscht für gewöhnlich eine gemütliche Temperatur, aber irgendwann vor dem Tag der Deutschen Einheit ist eine Pumpe ausgefallen und hat das Haus in eine fahle Kühle gelegt. Der alte Freund hat darauf verzichtet, nach oben zu kommen und einen Tee einzunehmen, so blieb mir die Ruhe am Nachmittag, die von einfach verglasten Fenstern gegen die Lärmenden unten auf der Gasse verteidigt wird.

Man kann diese Stadt sehr gut orthogonal zu den Straßen durchqueren, die jene benutzen. So kommt man zu einem alten Café, in das sich selten Touristen verirren. Selbst Barbour-Jacken trägt man hier selten, man kennt sich und nickt sich wohlwollend zu. Es ist eines dieser Cafés, in das man gern allein geht, man begegnet sich dort wie selbstverständlich. So saßen wir nur wenige Stunden zuvor an einem der hinteren Tische und haben – wie man sagt – den Sonntag genossen.
Den Tee trank ich schließlich (hier oben) allein, die letzte Tasse hinterlässt noch ihren Atem in der Kühle des Raums, die sich die Kerzen langsam geschlagen gibt. Frau Hoffmann – die Katze – zuckt schlafend im Bett, sie werde ich gleich zur Seite schieben und irgendwann heute Nacht in die Gasse entlassen. Die Woche kann kommen.
(Foto: Peryton – Marburg, 16. August 2009)

Wenn ein Fluss kein Wasser führt
muss einer, der rüber will, nicht schwimmen
Ich erinnere staubige Straßen, die Palmen säumten und Männer mit alten Gesichtern. Der Müßiggang hat Einzug gehalten und fremden Bussen winkt man gern, wenn man ein Kind ist. Eine verwitterte Katze sucht Essen im Müll, schaut ängstlich und scheu und kommt man zu nah, nimmt sie Reißaus.
All das solltest du sehen, auch wenn du sagst, du kenntest das schon. Du bist woanders gewesen und hast andere Menschen erlebt. Hinterher sei man entspannter und du könntest verstehen, wenn ich anders wiedergekommen bin.
Es ist die Entwicklung, die ich seit beinah zwei Jahren merke. Ich sehne mich nach etwas, das ich nicht kannte – verabscheuen tu ich nichts neues – unter dem Strich ein Gewinn.
Es ist alles so lächerlich, ich habe die Anzeigendrohung gelesen, die ein Michel an seine Hauswand geschlagen hat. Ich habe eine böse Befürchtung; vielleicht sind nicht Menschen en gros mein Problem, sondern bloß diese. Drum versteh ich mich gut mit Du weißt wen ich meine und mit den Wenigen, die anders sind.
Ich glaube, ich möchte irgendwohin.
Komm mit mir woanders hin
ich weiß noch einen Weg
den kann man nicht alleine gehen
– Element of Crime – Bitte bleib bei mir
Hier allerdings, in dieser Hotel-Lobby kommt bei ausgewählten Webseiten lediglich die bekannte Not Found Fehlermeldung:

Man fühlt sich wie in den alten Filmen, deren Titel ich beim besten Willen nicht erinner und deren Hauptdarsteller ich niemals kannte.
Ich sitze in einer Hotellobby in Afrika. Um mich herum sind Araber geschäftig, die Einen bringen die Koffer der neu Angereisten auf deren Zimmer, während Geschäftsmänner und Händler über ihre Zigaretten und gefüllten Aschenbecher hinweg gestikulieren und reden. Ein mittlerweile ungewohntes Bild, denk ich zurück an daheim.
Weißt du, welche Bilder in mir hochkommen, schlösse ich jetzt die Augen? Die Bilder aus alten Filmen, die ich eben erwähnte. Was mich dann in die Realität zurückholt – und nur mit dem Laptop auf den Knien und WLAN in der Hotellobby wäre mir das nicht weiter aufgefallen – ist jener neben mir, der in seinen Kopfhörer brüllt und in die Webcam winkt. Ich ritze imaginäre Scharten in meine Hand, wenn sich Deutsche beschweren. Für heute ist diese Hand voll.
Vor den Fenstern scheint die Sonne, doch es ist ungewöhnlich kühl für die Jahreszeit und diesen Ort.
In der Apotheke suche ich Hilfe und sie sagt, bei Halsschmerzen helfe durchaus warmes Wasser allein und Ayurveda. Ich frage, ob Ayurveda so etwas sei wie ein Tee oder eine Flüssigkeit, die man im Wasser verdünnt.
Der Urlaub ist abgesagt. Unter anderem wegen des Halses, dem ich eine Woche Radfahren und Zelten an der Ostsee gerade nicht zutraue.
Soviel dazu. Hier geht gerade gar nichts.
Tut mir leid und bis später.
Ich bin heute zu schwermütig, euch zu ertragen.
Whoever seeks me, finds me
Whoever finds me, knows me
Das hat wie immer nichts mit euch zu tun. Ich kann bloß nicht wählen, wann ich die Einsamkeit brauche. Und so trifft es euch mit seltsamer Regelmäßigkeit. Es ist nur, dass ich heute wieder traurige Musik vorziehe. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich hoffte, es sei temporär. Das ist mindestens eintausend Jahre her.
Es gab jene Abende, nach denen wollte ich nie mehr trinken allein. Heute sitze ich wieder vor einem Glas Wein. Tausendmal lieber auf diesen Sesseln als dort. Es liegt bestimmt nicht an euch, es ist nur dieser Ort.
Whoever knows me, loves me
Whoever loves me, I love too
Eines der letzten großen Geheimnisse ist, was eine Katze wirklich denkt.
Ich will traurige Theaterstücke sehen mit einem Soundtrack aus Melancholie!
(Achte bei dem schweren Roten, wenn du allein bist, auf den Nachgeschmack. Er ist ungewohnt fruchtig, wenn du ihn nicht mit Hedonismus verwässerst.)
Whomever I love
I kill
– t: Kaada – Mainstreaming
Beide Gläser sind lange trocken und alles was bleibt, sind die Abdrücke unserer Lippen an ihren Rändern. Der Korken der Flasche ist hinter das Stövchen gerollt, man kann ihn vom Sofa aus nicht mehr sehen.
Das ist, warum er heut noch dort liegt.

Wenn du gefahren bist, werde ich immer lethargisch.
Ich bin dem überdrüssig, was mich lähmt. Ich arbeite an Fluchtplänen in der Zeit, in der ich atmen kann. Manchmal starre ich stundenlang ins Aquarium und möchte sagen »ich weiß, wie ihr fühlt«.
Und sie – wie der Rest dieser Welt:
»Komm schon. Luft ist überbewertet.«
(Die Photographien gibt es endlich als RSS-Feed.)
Bild titelt »Die 100 beliebtesten Deutschen«, der Mann vor mir nimmt die Zeitung halb vom Stapel, hält sie seiner Frau entgegen und mutmaßt, heute ebenfalls in der Zeitung erwähnt zu sein. Weil sie seine Witze lange kennt, schweift sein Blick suchend durch den Raum und bleibt an meiner Reaktion hängen.

Du hast keine Zeit, ich weiß
du hast immer schon was los
wenn du endlich einmal da bist
bist du auch schon wieder fort
Drüben bauen sie Plastikfenster in das vierhundert Jahre alte Haus. Die alten Fenster in unseren Zimmern schlossen nie richtig. Im Winter ist es in ihrer Nähe ein paar Grad kühler als in der Mitte der Zimmer, wir rücken dann näher zusammen, ums Cembalo, und trinken warmen schwarzen Tee.
Ich hab nie gesagt, dass ich dich brauche
hab’s wahrscheinlich nicht gewusst.
und weil du immer neben mir warst
hab ich dich auch nie vermisst
– Schöftland – Kommst um zu gehen
Um viertel vor vier Uhr nachmittags klingelt das Telefon und meine Friseurin fragt, ob ich den ursprünglich für Donnerstag geplanten Termin auf heute verschieben möchte. Ich hadere erst, dann aber fällt mir der Gedanke ein, den ich heute morgen vor dem Badezimmerspiegel hatte und sage zu.

Seit vielen Jahren besuche ich die gleiche Friseurin, und auch wenn ich für den Rechnungsbetrag drei Abfertigungen in jenen bei der Jugend beliebten Läden bekomme, die in zu kleinen, vormals vom nun Pleite gegangenen Einzelhandel okkupierten Oberstadtlöchern residieren, käme ich nicht im Entferntesten auf diese Idee. Ab und zu stellt man mir diese Frage, und typischerweise trägt der Fragende eine dieser Frisuren und versteht nicht, weshalb ich lieber den Nachmittag bei frischem Milchkaffee und fabelhaften Gesprächen verbringe.
Ich erzähle ihr, dass ich vorgestern versprechen musste, diese Frisur noch in dreißig Jahren zu tragen. Ich erzähle auch von meiner Idee vom Kurzurlaub in einem der neueren Golf-Hotels; sie lacht und verspricht mir einen Vorschlag für eine doch andere, passende Frisur – kennt sich aber selber nicht aus und versichert, ihre einschlägigen Kunden nach der dortigen Mode zu fragen.
In sechs Wochen will sie mir davon berichten.
Jetzt allerdings bin ich verabredet zu einer Partie Boule.
Ich wollte eigentlich wieder öfter schreiben. Zum Beispiel aus dem Hotelzimmer, nachdem ich abends heimkomme von der Verabredung nebenan. Das hatte ich mir alles zu einfach vorgestellt.

Der Samstag begann früh, doch später als ursprünglich angenommen. Sie fuhr in die andere Richtung, wir verabschiedeten uns am Bahnhof der Stadt und drei Stunden später war ich in der angeblich aufstrebenden Stadt. Von dem Dach dieses Clubs, in den man mich einlud, hat man einen sehr schönen Blick auf Teile des Hafens und kommt in kleiner Runde entspannt ins Gespräch, wird unterrichtet von den Wegen des Freundes in den letzten Jahren durch seine Arbeitskollegen, die man alle nicht kennt.
Wir hatten die ein oder andere Differenz in unserer Jugend und im letzten Jahrzehnt geradezu spärlich Kontakt. Vor mehr als zwei Jahren waren wir Essen, hat er erzählt. Ich glaube, das war das letzte Mal, dass wir uns trafen. Trotzdem lag seine Einladung irgendwann auf meinem Schreibtisch.
Ich kam nicht nur nicht zum Bloggen: Ich habe das Frühstück verpasst und erwachte durch einen Anruf der Rezeption (aufgrund des Check-Outs).
– t: Anajo
Man sagt, ich sei schmal geworden, arrogant und nicht egoistisch, sondern gleich egozentrisch.
Ich habe gehört, ich wäre ein Frauenschwarm.

Von hier oben sehen die Menschen aus wie Schachfiguren,
die ein Spieler, den wir nicht kennen, bewegt.
Und von hier oben ist das Drama lang offensichtlich
doch da unten reagiert man noch immer bewegt.
Seit Monaten erinnere ich diesen Bogen,
der plötzlich erschien und dann langsam verschwand;
man muss – ihn zu sehen – über den Häusern wohnen.
Oder hochschauen,
oder wen kennen
der’s tut.
Ich glaube, die beiden (Ab-)Sätze haben nichts miteinander gemein.