One Hit Single

Wir sitzen oft drüben – von meinem Platz im Ohrensessel aus gesehen – am Fenster mit Blick auf die Birken, denen unser Haus Platz ließ in den fünfziger Jahren, als der Architekt sich gegen den Wahnsinn entschied, dem man in den Prachtstraßen ständig begegnet. Dort also, nicht nur zurückversetzt sondern auch oberhalb der Schlange, die während des gesamten Sommers auf dem Gehweg mäandert, ein Eis bei Ballabeni zu essen, von dem man sich sogar in Architekturvorlesungen in Hessen erzählt. Während sie unten eine halbe Stunde anstehen für – zugegebenermaßen – hervorragendes Eis, lehnt man sich oben zurück und wartet, bis die Schlange auf ein erholsames Maß geschrumpft ist, steht auf und kühlt sich im steinernen Treppenhaus noch einmal ab, um wenig später das Eis zurück in der Wohnung (am Fenster!) an jenem Fenster zu genießen.

Seilbahn zum Gipfel

Gefühlt sind wir von dieser Zeit Monate entfernt, noch am Samstag kletterten wir vereiste Passagen auf dem Gipfel des Wallbergs. Doch Ballabeni hat seitdem seinen Laden geöffnet, der Freund bereitet seine Abreise vor nach Italien, das wunderschöne Mädchen kämpft langsam mit den Blüten der Birken und immer öfter bricht die Sonne durch die tief hängenden Wolken.

Gipfelkirche Wallberg

Es wird langsam Zeit, ich sitze schon drüben am Fenster, nur der Rest fällt mir schwer. Es sind die Wochen, zwischen denen ich lebe; ich probiere ein bisschen was aus (doch eher in mir als äußerlich sichtbar) und finde kein befriedigendes Ergebnis, ich finde nur Gründe. Ich habe eine Ahnung, und während ich anderen sage, sie müssten gehen, bleibe ich (vielleicht zu lange) stehen:

Go into the Knautschzone.

(Hub Munich, via workartists.de)

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