Nachbar Bernd Begemann

Sie winken, beide, eine reißt sich los, läuft mit dem fahrenden Zug, verabschiedet sich von einem Menschen, den ich von hier aus nicht sehen kann.
Mir standen schon Tränen in den Augen, als sie mir letztens zuwinkte ohne zu laufen. Jetzt weine ich.

Die Landschaft, alles wird flacher, Brücken über Abgründen, ich habe das Buch beiseite gelegt, genieße, gehe in diesem Moment konform mit Menschen, die sagen, der Weg sei das Ziel.

Ich trage Socken, die an den unmöglichsten Stellen dünn sind und dämlich aussehen. Ich zeige sie jedem, den es nicht interessiert; verteidige dieses Abteil gegen die Unangenehmen. Jene, die bereits sitzen, merken nichts von meinem Krieg oder mögen trainingsbejackte Cordhostenträger, deren Kopf eine Blase voller Gedanken ist auf dem Weg nach Hamburg, auf dem Weg nach St. Pauli und in die Schanze.
Hinten über dem Horizont haben die Wolken die Form eines Tintenfasses und eines geflügelten Hirschs.

Die Sonne, alles kommt näher, ich lege den Stift aufs Papier, genieße, gehe in diesem Moment konform mit Menschen, die Sagen, die Welt sei ein Dorf.

Ein Gedanke zu „Nachbar Bernd Begemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.