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	<title>On the Heights of Despair</title>
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	<description>The very long journey of a man called Me</description>
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		<title>Sei Bewegt</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 10:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freunde]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Früher war nicht alles besser. Berlin zum Beispiel war gestern so gut wie niemals zuvor, nicht einmal, als ich monatelang gependelt bin. Wir haben uns vor das Café St. Oberholz gesetzt, was ich seit Jahren &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/sei-bewegt/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/sei-bewegt/">Sei Bewegt</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Früher war nicht alles besser. Berlin zum Beispiel war gestern so gut wie niemals zuvor, nicht einmal, als ich monatelang gependelt bin. Wir haben uns vor das Café St. Oberholz gesetzt, was ich seit Jahren nicht schaffte, eine überteuerte Quiche gegessen und tranken Club Mate. Wir waren die einzigen ohne MacBooks (ohne Laptops generell), die einzigen, die sich miteinander unterhielten und dem überforderten Barmann beim Einholen der Markisen halfen. Es war nicht dieses Gefühl, das man abends in Italien oder München spürt, wenn man an den Straßen sitzt und die Flanierenden beobachtet; es war anders und schön auf seine eigene Weise. Sowieso, wir verstanden uns gut.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="george.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/06/george.jpg" alt="George" width="1000" height="541" border="0" /></p>
<p>Was ich gestern erzählte, fällt mir jetzt auf meinem Sitz in diesem Zug wieder ein: Als das Pendeln aufhörte vor etlichen Jahren und eine andere Zeit begann, da vermisste ich nichts als das Zugfahren, die regelmäßigen vier Stunden, die ich für mich hatte mit meiner Musik und meinen Gedanken. »Ob ich tauschen möchte« fragst du. Die Antwort fällt mir leicht, früher war nicht alles besser.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="Circus.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/06/Circus.jpg" alt="Zirkuszelt" width="1000" height="464" border="0" /></p>
<p>  </p>
<p>Du erzählst von deinem ersten Sommer in Berlin, ich von einer Zeit in Marburg, in der du bereits gegangen warst. So saßen wir den Abend vor dem St. Oberholz, tranken zwei Mate. Irgendwann sagtest du, du müsstest jetzt gehen. Und ich – natürlich – brachte dich zum Zug, fuhr ein Stück deines Weges in Richtung meines Hotels. </p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="Wanda.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/06/Wanda.jpg" alt="Wanda Zirkus" width="1000" height="517" border="0" /></p>
<p>Und auch wenn sie in Berlin jetzt italienische Rennräder fahren weil man das eben jetzt macht, dann habe ich in diesem Zug nunmehr sechs Stunden für mich, für die Musik und für die Gedanken. Und wenn man gute Kopfhörer besitzt und alte Platten hört – Delbo zum Beispiel oder Angelika Express – genau dann ist es heute besser als damals.</p>
<p style="text-align: right;">t: <a href="http://delbomat.de">Delbo</a></p>
<p style="text-align: right;"> </p>
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		<title>Die besten Menschen der Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 21:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Meine liebe Freundin, wenn du wüsstest, wie oft ich zurückdenke…Nicht, weil es heute so schlimm ist, weil es damals so unglaublich gut war. Die Zeit in der Allee mit den Pflastersteinen, die uns durch die &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-besten-menschen-der-welt/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-besten-menschen-der-welt/">Die besten Menschen der Welt</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Meine liebe Freundin,</p>
<p>wenn du wüsstest, wie oft ich zurückdenke…<br />Nicht, weil es heute so schlimm ist, weil es damals so unglaublich gut war. Die Zeit in der Allee mit den Pflastersteinen, die uns durch die Südstadt führte jedes Mal hinauf in die Oberstadt, vom kleinen Markt gegenüber der alten Kaserne hinauf in die WG, die <a href="http://www.grimm-wg.de">den Namen berühmter Vormieter</a> trägt. Wir waren mit Äpfeln und Gemüse beladen und haben den Sommer verquatscht. Ich kann mich an den Lärm der Flügelschläge des Blechhahns erinnern, als sei es gestern gewesen; der Unerbittliche, der die Stunden über den Marktplatz peitschte, den G. immer herunterschießen wollte, wenn er da war. Und ich erinnere die Nacht, in der ich auf dem Markplatz schlief, weil ich die fünfzig Meter nach Hause nicht gehen wollte und morgens um Vier trotz Hochsommers von der Kälte erwachte. </p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="damals1.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/06/damals1.jpg" alt="Damals" width="1000" height="666" border="0" /></p>
<p>Ich stelle zur Zeit beinahe alles in Frage, andere sagen das merkt man mir an. Du würdest dich gut an mein altes Ich erinnern können in diesen Tagen, wirklich einfach war es damals schon nicht. Das war eine komprimierte Zeit. Wie sich im Großen alles wiederholt in Abständen von etwa zwanzig Jahren, wiederhole ich mich im Kleinen viermal so schnell.</p>
<p>Es ist das Bedürfnis von einem der stirbt, die Freunde um sich zu haben: Das Bild vermittelt die Literatur, das Bild vermittelt die Generation unserer Eltern. Du weißt, ich habe die besten Menschen der Welt, mit denen ich lebte und lebe, auch wenn wir uns selten berühren und selten sehen. Es sind die Menschen am Firmament, <em>my personal milky way</em>. »Man müsste« ist ein Satz, den wir streichen müssen. Ein Drittel meines statistischen Lebens ist vorbei, ich sollte nun dreimal so viele Entscheidungen treffen, um im Einklang zu sein.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="damals2.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/06/damals2.jpg" alt="Damals" width="1000" height="666" border="0" /></p>
<p>Ich lese gerade sehr viel.<br />Ich schreibe gerade zu selten.</p>
<p>Wir sehen uns bald! <br />Herzlich, Dein N.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.peryton.de/">Photos: G.</a></p>
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		<title>Das Bild im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 30 May 2013 15:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Photographique]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe den heutigen Feiertag damit verbracht, Betriebssysteme von Mobiltelefonen zu aktualisieren. Nun kann man einwenden, dass dies ja nicht nötig gewesen sei und die Telefone früher oder später wieder in der Schublade verschwinden, man also die Zeit hätte durchaus sinnvoll verwenden können, doch den Kern der Sache trifft das nur halb. Wir, die nicht aufpassten, sind zu einem Volk von Smartphonebenutzern geworden, die nützliche Funktionalität mitbringen. Und ebenso natürlich verändert sich unser Verhalten. Waggons voller guter Beispiele bieten sich morgens in der U-Bahn oder im Bus. Als Dorfkind bin ich in den den Achtziger Jahren keine U-Bahn gefahren, als ich Ende der Neunziger Jahre Abitur gemacht hatte, besaß einer von einhundert ein Telefon: Ein großes graues Gerät mit grün-schwarzem Bildschirm, der nur Zahlen darstellen konnte.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="6310i.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/6310i.jpg" alt="Nokia 6310i" width="1000" height="481" border="0" /></p>
<p>Von Zeit zu Zeit hole ich ein altes Telefon aus dem Schrank, bei dem man als Benutzer wenig selbst machen konnte: Keine Bilder, kein Social Media, Telefonieren und Nachrichten schreiben ging schon. Um das Betriebssystem des Telefons zu aktualisieren, musste man zu einem der seltenen Händler gehen, die ein spezielles Gerät in der Werkstatt hatten und eine Stunde warten. Jedes Update kostete Geld und eigentlich waren die Updates damals ebenso wichtig wie heute. Nicht erst <a href="http://blog.fallenbeck.com/metropol-garage/">nach dem Sturz vorgegangene Woche</a> habe ich darüber nachgedacht, ob es wirklich ein Gewinn ist, mit dem Telefon zu fotografieren und die Bilder unterwegs in die sozialen Netze zu laden. Was würde sich ändern, eine Kamera mitzunehmen um erwähnenswerte Situationen festzuhalten und diese Abends vom Laptop zu Hause in den Netzen verfügbar zu machen. Von einer deutlichen Verbesserung der Bildqualität abgesehen wirkte man der Inflation der Bilder entgegen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="metabook.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/metabook.jpg" alt="Buch im Bildschirm" width="1000" height="695" border="0" /></p>
<p>Aber: »Unterwegs auf Instagram schauen, Nachrichten und die RSS-Feeds lesen, Twitter, Facebook, hin und wieder ein Spiel!« Die Entgegnung hierauf ist einfach: Ich nutze die Möglichkeiten tatsächlich selten, seit ich aufgehört habe, U-Bahn zu fahren. In Zügen habe ich meinen Laptop dabei und mindestens ein gebundenes Buch. Ich bin nur unsicher, weil ich fürchte, etwas zu verpassen. Nicht im Hinblick auf Information, sondern auf das Wissen, wie das alles funktioniert. Ich habe nicht die Motivation, mich der Technik zu entwöhnen, ich möchte nur weniger zerstreut leben, getrieben von Information. Abschalten. Lesen. Fotografieren. Am Blendenring drehen und dann, nach endlos erscheinender Zeit, den Auslöser zu drücken und nicht einen Lautstärkeknopf oder einen Bereich irgendwo auf dem Schirm.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="bilder.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/bilder.jpg" alt="Bilder" width="1000" height="717" border="0" /></p>
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		<title>Metropol Garage</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 21:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Hättest du mich heute Abend gefragt, wann der Schmerz begonnen hat, lautete meine Antwort vielleicht »irgendwann heute nachmittag« auf dem Weg zur Post oder in den kleinen Bioladen. Ich merkte, dass ich die Hand nicht &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/metropol-garage/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/metropol-garage/">Metropol Garage</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hättest du mich heute Abend gefragt, wann der Schmerz begonnen hat, lautete meine Antwort vielleicht »irgendwann heute nachmittag« auf dem Weg zur Post oder in den kleinen Bioladen. Ich merkte, dass ich die Hand nicht mehr schmerzfrei schließen konnte. Nun ist es nicht so, dass ich mit derlei Malaisen öfter zu kämpfen habe oder meine linke Hand jemals Probleme bereitet hätte. Darum massierte ich auf dem Weg den Ring-, und Mittelfinger sowie die Handfläche, dehnte und hoffte, der Schmerz würde nachlassen in den nächsten Minuten. Die linke Hand, die ich brauche, um vorne die Kettenblätter zu wechseln. </p>
<p>Ich habe keine Ahnung, wie lange ein Schock den Schmerz unterdrückt… drei Stunden vielleicht?</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="chaoszerstörung.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/chaoszerstörung.jpg" alt="Chaos" width="1000" height="621" border="0" /></p>
<p>Eben im Bad, als ich mir das T-Shirt ausziehe, entdecke ich blaue Flecken in meiner Leistengegend. Hättest du mich im richtigen Moment gefragt, ich hätte gesagt »ich weiß von nichts«, ich bin selber erstaunt. Die Hand auflegend, den stechenden Schmerz in der rechten Seite spürend sehe ich die Bilder vor mir, die ich über die Stunden verdrängte: Die grüne Ampel, die zweispurige Straße nahe der Boulangerie – meinem Ziel –, der Bremsreflex in der linken Hand, dosiert, dass sich das Hinterrad aufbäumt, ich mich aber nicht überschlage und doch das Rad nicht mehr richtig unter Kontrolle bekomme, den Lenker dafür in die Leistengegend und das Abfangen auf dem Asphalt – schmerzfrei in jenem Moment. Die haltenden Autos und Radler, mein Handzeichen, dass alles okay ist, das Sammeln, Aufsteigen, das Weiterfahren.</p>
<p>Der Zeitraum, in dem diese Bilder entstanden, scheint mir lang, wie der Zeitraum den ich brauchte, die blauen Flecken über dem rechten Hüftgelenk in Zusammenhang zu bringen mit den Geschehnissen von heute morgen. Sekunden später: mit den Schmerzen in der linken Hand. Das ist der Preis, den man zahlt, einhändig zu fahren, die Kamera in der Rechten um das Foto umgehend in die sozialen Netze zu laden, sofort, keine Minute verlieren. Allein, der Preis war nicht zu hoch:</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="metropolgaragemai.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/metropolgaragemai.jpg" alt="Metropol Garage" width="750" height="750" border="0" /></p>
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		<title>Eldermann</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 14:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich hatte mir vor einiger Zeit vorgenommen, Gedanken, die mir in den Sinn kommen, sofort in mein Notizbuch zu schreiben, weil sonst passiert, was gerade wieder passiert: Ich habe gestern Abend auf dem Weg ins &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/eldermann/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/eldermann/">Eldermann</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mir vor einiger Zeit vorgenommen, Gedanken, die mir in den Sinn kommen, sofort in mein Notizbuch zu schreiben, weil sonst passiert, was gerade wieder passiert: Ich habe gestern Abend auf dem Weg ins Bett einige Fragmente gefunden, die ich in einem Text berücksichtigen wollte. Jetzt sitze ich in diesem Café, während draußen Paare mit Sekt anstoßen und bekomme keinen der Gedanken von gestern zu fassen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="cafehaus.jpg.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/cafehaus.jpg.jpg" alt="Kaffeehaus" width="750" height="750" border="0" /></p>
<p>Ich erinnere mich an eine Zeit, in der es ihm besser ging. Stumme Zeugen dieser Tage sind vier Anzüge, die ich mich nicht traue zu tragen, weil die S. der Meinung ist, sie säßen nicht gut. Sie fragt mich immer lachend, wie ich mir so etwas habe andrehen lassen, ob ich denn keine Augen im Kopf hatte, damals, bevor wir uns trafen. Die vier Anzüge haben einen klassischen Schnitt und Muster, die an weiter entfernte Zeiten erinnern als an das Kaufdatum, dass einige Jahre zurückliegt.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="derfluss.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/derfluss.jpg" alt="Der Fluss" width="750" height="750" border="0" /></p>
<p>Als er einen blauen Anzug zwischen unzähligen anderen entdeckte, hob er an zu einer Geschichte, die begann mit »Damals in Hamburg«. Die Details erinnere ich nicht mehr, aber einige wenige Szenen seiner bildhaften Schilderung sind mir im Kopf geblieben über die Jahre. Wenn ich mich hineinversetze in diese Zeit, mich an seiner Statt in diesem Gebäude stehen sehe – so das anhand der wenigen Details, die er damals verriet, überhaupt möglich ist – dann sehe ich einen großen weitläufigen Raum, der dennoch still liegt: dicke Teppiche schlucken den Schall und am anderen Ende des Raums der Eingangstür gegenüber, durch die man dieses Büro betritt, steht ein alter Schreibtisch, wie ich ihn heute gern in der Wohnung hätte. Vielleicht sitzt hinter dem Schreibtisch ein älterer Herr, ergraut und wie man sich einen, der Verantwortung trägt, eben so vorstellt. Auf einer der beiden Längsseiten des Raumes gibt es mehrere bodentiefe Fenster, auf der anderen Seite, der rechten von der Tür aus gesehen, bedecken Gobelins die holzvertäfelten Wände. Zu dieser Stimmung, die einen ergreift, wenn man sich an diesem Ort wähnt, passt durchaus ein blauer Anzug mit goldenen Knöpfen, in dem man sich als junger Reeder fühlt.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="dieschwelle.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/05/dieschwelle.jpg" alt="Isarschwelle" width="750" height="750" border="0" /></p>
<p>Ich weiß nicht mehr, ob die drei anderen Anzüge eine vergleichbare Geschichte besitzen. Ich weiß nur, dass ich keinen der vier tragen werde in absehbarer Zeit. Vielleicht probiere ich sie morgen noch einmal an, heimlich wenn die S. nicht zu Hause ist, um ihren Blicken, ihrem Staunen zu entgehen. Ich verstehe die Unbekümmertheit, mit der sie vorschlägt, ich solle die Anzüge spenden. Sie war schließlich nie in einem Vorstandsbüro, sie ist nie versunken in den Teppichen dort und in der feierlichen Ruhe, in die ein blauer Anzug gut passt mit goldenen Knöpfen.</p>
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		<title>Zwei Bilder</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/zwei-bilder/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 15:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Durch das kleine Fenster in der Bordüre, die die Kassettendecks zur Wand hin abschließt, fällt – wenn die Sonne richtig steht – zu einem bestimmten Zeitpunkt am Tag ein sonderbar harmonisches Licht gleichsam warm und &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/zwei-bilder/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/zwei-bilder/">Zwei Bilder</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Durch das kleine Fenster in der Bordüre, die die Kassettendecks zur Wand hin abschließt, fällt – wenn die Sonne richtig steht – zu einem bestimmten Zeitpunkt am Tag ein sonderbar harmonisches Licht gleichsam warm und deutlich auf das Gemälde in der Ecke des Raums. Auf diesem Gemälde sieht man zunächst nur eine italienische Landschaft, einen angedeuteten See und einige Berge am Horizont; ein harmonisches Ensemble – zu harmonisch, wie die Kritiker schreiben. Einen Satz, den man lächerlich finden kann, wie »du bist einfach zu nett für eine Beziehung«, den immer die schönsten Mädchen als dümmste Ausrede benutzten in meiner Jugend. Einen Satz, den man wohl auch ernst nehmen muss, wenn einer ihn sagt, nämlich ausgerechnet das wunderschöne Mädchen, das man gerne mit an diesem See haben würde, wo immer der See einmal liegt.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="italienischeabendlandschaft.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/italienischeabendlandschaft.jpg" alt="Nicolaes Berchem - Italienische Abendlandschaft" width="980" height="750" border="0" /></p>
<p>Doch S. zieht das Stadtleben vor. Einer ihrer Gründe ist das Gesetzte, sind die Beziehungen, die man auf einem Dorf haben oder aufbauen muss, ist das Einpassen in die Struktur. Dass die Gesellschaft in bayerischen Dörfern vom Filz tatsächlich durchtränkt ist, kann man dieser Tage in allen Zeitungen nachlesen. Ich nehme das zwar zur Kenntnis, wundere mich aber selbst über meine Regungslosigkeit. Es ist ja nicht so, dass ich nicht vom Land komme, nur eben nicht vom bayerischen, wo man <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-die-partei-die-das-schoene-bayern-beschaedigt-1.1659116">die Christsozialen</a> und deren Seilschaften von Klein auf mitbekommt und sich an die Realität über Jahre hinweg gewöhnen konnte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Vorsteher des Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin, seinen Neffen und Kindern Türen geöffnet, vielleicht eine Ferienarbeit besorgt hat und Bekannten von Gelegenheiten erzählte, die sich ergaben und von denen er in seiner Funktion als Dorfvorsteher frühzeitig in Kenntnis gelang. Ich glaube, dass das alles recht normal ist und durchweg geduldet, wenn man die Staatskasse nicht dafür verwendet, <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/vor-landtagswahl-in-bayern-csu-fraktionschef-georg-schmid-tritt-zurueck-1.1658737">überhöhte Löhne</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-gehaltsaffaere-vize-generalin-dorothee-baer-geraet-ins-zwielicht-1.1660391">auf Familienkonten</a> zu zahlen.</p>
<p>Doch scheint mir all das ein geringer Preis, eine Stadt zu verlassen, die zwei- und dreispurige Straßen durchziehen, die sich selbst <em>Radlhauptstadt</em> nennt und ein <a href="http://www.robinwood.de/wordpress/blog/aktion/2013/02/baume-statt-tiefgarage-kletterprotest-am-munchner-josephsplatz/">neues unterirdisches Parkhaus (für Autos) bauen möchte</a>, die im Winter die Radwege am Stadtrand nicht mehr streut.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="bauernbelustigung.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/bauernbelustigung.jpg" alt="Pieter de Bloot - Bauernbelustigung" width="1000" height="656" border="0" /></p>
<p>Nun bin ich mir sicher, dass auch Prien, Gmund, Tutzing, Inning und Herrsching im Winter die Radwege nicht streuen. Doch ist es so, dass ich einige schöne Momente erinnere, die alle gemein haben, nicht in Städten zu spielen. Sofort fällt mir ein Nachmittag ein, an dem ich auf einen See hinabsehe von einem grasbewachsenen Hügel und den Weg versperren weder Zäune noch &#8220;Den Rasen nicht betreten!&#8221;-Schilder wie vor unserem Haus. Und Liebste, du weißt, wie ihr im Dezember in den Wald zogt eine Tanne zu schlagen. Auch aus meiner Kindheit zeigt eine Erinnerung den guten alten Bernersennenhund vor den Hörnerschlitten gespannt, die Tanne obenauf und mein Vater und ich hintenan auf dem Weg zu unserem alten am Waldrand gelegenen Haus.</p>
<p>Lass uns den Wohnort einmal nach dem Bilderrahmen entscheiden.</p>
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		<title>Etwas, das ich noch nicht schreiben kann</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 19:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Hier liegt ein Artikel, den ich noch nicht posten kann. Das ist ein Dilemma, denn ich habe mir vorgenommen, öfter zu schreiben und dann schreibe ich Texte, die ich nicht vorzeigen kann. Vielleicht hätte ich &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/etwas-das-ich-noch-nicht-schreiben-kann/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/etwas-das-ich-noch-nicht-schreiben-kann/">Etwas, das ich noch nicht schreiben kann</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier liegt ein Artikel, den ich noch nicht posten kann. Das ist ein Dilemma, denn ich habe mir vorgenommen, öfter zu schreiben und dann schreibe ich Texte, die ich nicht vorzeigen kann. Vielleicht hätte ich vor einigen Jahren den Text unbedacht ins Internet gestellt, aber so etwas kann Folgen haben, wenn nicht sofort vielleicht in ein paar Jahren. Aus diesem Grund <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-pirat-springt-ab-twitter-ist-fuer-mich-gestorben-12086207.html">hörte Christopher Lauer vor Monaten bereits auf zu twittern</a>. Es geht hier nicht um Piraten, es geht um eine Beobachtung, die auch mich umtreibt. Ich habe eines dieser modernen Smartphones mit unglaublich schlechtem Empfang und ziemlich guter Kamera; viele <a href="http://instagram.com/fallenbeck">Fotos</a> stammen dorther. Ich habe stets meinen Kalender dabei, <a href="https://twitter.com/fallenbeck/">twittere</a> von unterwegs und wenn ich Leerlauf habe, lese ich meine RSS-Feeds oder Artikel, die ich lange schon lesen wollte. Zeitweise trage ich mein altes silbernes Telefon durch die Gegend, das man nur einmal pro Woche aufladen muss. Es ist ein innerer Kampf, den ich fechte, und noch gewinnt ihn das iPhone.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="ichduihr.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/ichduihr.jpg" alt="Ich, Du, ihr, wir!" width="1000" height="507" border="0" /></p>
<p>Es ist Distraktion, die mich stört. Früher ging ich mit einem Stapel Zeitungen ins Café, in dieser Zeit lernte ich das wunderschöne Mädchen kennen. Heute trage ich den Laptop herum, vielleicht das Tablet, sicher das Smartphone. Das letzte Mal bewusst auf Papier geschrieben (Artikel, die hinterher hier gelandet sind) habe ich vor vielen Jahren am See, als ich noch nicht in dieser Gegend gelebt habe. Mich erfasst mittlerweile eine Unruhe, wenn nichts passiert. Das ist die Entwicklung, die mir nicht gefällt. Ich glaube, auf Twitter etwas zu verpassen (und ich weiß: ich verpasse nichts), die gleichgeschalteten Medien lese ich in den letzten Jahren deutlich weniger als zuvor, einen Fernseher besitze ich seit Jahren nicht mehr. Mein Friseur erzählt, seit er überhaupt keine Nachrichten mehr konsumiert, geht es ihm besser und er hat mehr Zeit. Geändert hat sich für ihn naturgemäß nichts. </p>
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		<title>Die Kladde</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/die-kladde/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 13:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Reisenotizen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der erste Eintrag ist vom dritten Dezember 2007 und ist ein Gedicht. Er beginnt auf der dritten Seite des kleinen Büchleins, das ich mir wenige Tage zuvor gekauft hatte, um meine Gedanken zu ordnen. Die &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-kladde/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-kladde/">Die Kladde</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Eintrag ist vom dritten Dezember 2007 und ist ein Gedicht. Er beginnt auf der dritten Seite des kleinen Büchleins, das ich mir wenige Tage zuvor gekauft hatte, um meine Gedanken zu ordnen. Die beiden davor liegenden Seiten enthalten allerhand: eine Packlist, Telefonnummern, einige Zeichnungen und einen Reiseplan mit Stationen aus dem Dezember, in dem ich das wunderschöne Mädchen das erste mal am Chiemsee getroffen habe.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="correos.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/correos.jpg" alt="Libros" width="1000" height="301" border="0" /></p>
<p>Den See kenne ich &#8211; wenngleich er doch weit entfernt gewesen ist &#8211; zu diesem Zeitpunkt schon länger. Damals gab es, wenn man den Hauptbahnhof aus dem Schaltergebäude verließ, linker Hand auf der gegenüberliegenden Straßenseide eine kleines Fotogeschäft, in dem es Fotografenbedarf zu kaufen gab und die Möglichkeit, Portraitaufnahmen zu machen. Durchquerte man diesen ersten Raum, kam man in einen größeren mit Regalen voller Schokolade und Kaffeehausutensilien. Es gab, wenn ich mich recht entsinne, drei kleine Tische und eine alte, beeindruckend große und laute Siebträgermaschine. Im Sommer kamen noch fünf Tische im Garten des Hauses dazu an denen man zwischen spielenden Kindern auf den nächsten Zug warten oder ankommen konnte &#8211; je nachdem, ob man den See gerade verließ oder erreichte. Es war natürlich (besonders im Winter und bei schlechtem Wetter) ein Glücksspiel, ob man einen freien Platz bekam; in meiner Erinnerung gibt es jedoch keine Situation, in der ich unverrichteter Dinge gehen musste &#8211; vielleicht, weil ich damals überwiegend allein reiste und man allein stets einen Raum finden kann.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="kladde_closed.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/kladde_closed.jpg" alt="Notizbuch" width="1000" height="629" border="0" /></p>
<p>Blättert man weiter, reihen sich Texte an Texte, selten Gedichte, unterbrochen von losen Aufzeichnungen, die oft auf Reisen entstanden, spanischen Busfahrplänen und norwegischen Zugverbindungen, Adressen von Hostels und Telefonnummern mit ausländischer Vorwahl. Manchmal finden sich Gedankenfetzen auf einer sonst leeren Seite und die Handschrift von guten und vermissten Freunden, die ich oft seit Jahren nicht sah. Immer wieder fallen fehlende Seiten ins Auge wegen der Risskanten oder einer gelockerten Bindung, an der ich die Blätter heraustrennte, die ich oftmals als Brief versendet habe. Und doch wurde das Buch über die Jahre nicht dünner; heute ist es umfangreich wie niemals zuvor, die Bindung nur und mühsam gehalten von zwei Streifen Gewebeklebeband.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="kladde_open.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/kladde_open.jpg" alt="Notizbuch und Karten" width="1000" height="645" border="0" /></p>
<p>Auf der letzten Seite der Kladde gibt es eine Falttasche, die mittlerweile gefüllt ist mit den Fundstücken verschiedener Reisen. Hier finden sich Briefmarken und -umschläge, Fahrkarten aus verschiedenen Städten, die dort vergessen liegen und unzählige Postkarten, die ich stets sammelte mit dem Vorsatz sie zu vesenden und die mir dann stets zu schade vorkamen (oder &#8211; das häufiger &#8211; die ich einfach vergaß). Hier schließt sich der Kreis: auf manchen der Karten steht in einer vertrauten Handschrift eine Adresse, die sich auch auf den ersten zwei Seiten des Notizbuches findet. Damals, vor fast fünfeinhalb Jahren, eine Adresse, die mir eine Schlafstatt versprach. Heute, als Absenderadresse auf mehreren Karten, mich zu erinnern, wo ich das wunderschöne Mädchen stets finde.</p>
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		<title>André Campra und die Rechnung, die ich ihm stelle</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/andre-campra-und-die-rechnung-die-ich-ihm-stelle/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 18:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musique]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das mit den Folgekosten ist ja immer so eine Sache: Man entdeckt irgendwo etwas, das sich passgenau ins eigene Leben und in die eigene Situation passen würde, einige Zeit später fällt die Entscheidung dafür. Was &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/andre-campra-und-die-rechnung-die-ich-ihm-stelle/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/andre-campra-und-die-rechnung-die-ich-ihm-stelle/">André Campra und die Rechnung, die ich ihm stelle</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das mit den Folgekosten ist ja immer so eine Sache: Man entdeckt irgendwo etwas, das sich passgenau ins eigene Leben und in die eigene Situation passen würde, einige Zeit später fällt die Entscheidung dafür. Was man oft übersieht, ist der Aufwand, der sich aus der neuen Errungenschaft direkt ergibt: beim Carbon-Rennrad sind das die Fahrradbekleidung, die Laufräder und all die kleinen Ersatzteile, bei Büchern sind das die Regalmeter, die sich beinahe wie von selbst füllen und bei den neuen Lautsprechern ist das dann gleich die ganze Kette aus Zuspieler, Verstärker und den entsprechenden Kabeln.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="kimberkable.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/kimberkable.jpg" alt="Kimber Kable" width="1000" height="434" border="0" /></p>
<p>Dieser Text über Folgekosten hat jedoch nur zum Teil damit zu tun, dass ich – mehr zufällig – vor einigen Wochen am See deutsche Lautsprecher, einen englischen Verstärker und einen französischen CD-Spieler in eine Wohnung getragen und später bei Torte und Tee auf jener Anlage eine <a href="http://www.glossamusic.com/glossa/reference.aspx?id=239">italienische CD</a> mit Musik aus dem 17./18. Jahrhundert gehört habe: das zeigt rasch die Unzulänglichkeiten der eigenen Musikkomponenten, die vielleicht nicht furchtbar schlecht, aber eben auch nicht furchtbar gut sind. Wenn ich weiß, wie etwas klingen sollte, das zu Hause jedoch (nicht schmeichelhaft) anders klingt, muss ich das ändern. In diesem Falle beginnt es mit dem Surfen im Netz, dem Lesen von Meinungen und den abenteuerlichen Berichten einer Audiophilen-Gazette und Preislisten, die einem bei eBay ersteigerten Kabel beilagen, das später die Lautsprecher mit einem neuen Verstärker verbinden wird. </p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="duevelplanets.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/04/duevelplanets.jpg" alt="Duevel Planets" width="1000" height="671" border="0" /></p>
<p>Der andere Grund ist die Veränderung des eigenen Musikgeschmacks über die Jahre: wie ich früher keinen Spinat aß, schätze ich ihn heute doch sehr; wie ich damals wenig mit Klassik anfangen konnte, entdecke ich dieses Feld gerade für mich – eingeschränkt gilt dies auch für Jazz. Dafür sind Tocotronic und Locas in Love seltener geworden. Sowieso höre ich seltener Musik als vor einem Jahrzehnt und die meisten Rockkonzerte sind mir zu laut geworden. Das eine habe ich doch gemerkt: Die Boxen klingen auch mit Tocotronic sehr gut; das wird mit einem neuen CD-Player, mit einem neuen Verstärker noch einmal um einiges besser! Und dann klingt nicht nur die italienische CD wie sie sollte, dann spielt auch Abdullah Ibrahim wie vor Wochen im Prinzregententheater.</p>
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		<title>The Melody at Night, with You</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Mar 2013 20:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musique]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bevor ich vor einigen Jahren meine digitalen Tonträger in Kisten verstaute und auf den Dachboden der alten WG trug, schaute ich diejenigen Menschen verwundert an, die fragten, warum ich denn noch CDs kaufe. Eines der &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/the-melody-at-night-with-you/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/the-melody-at-night-with-you/">The Melody at Night, with You</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich vor einigen Jahren meine digitalen Tonträger in Kisten verstaute und auf den Dachboden der alten WG trug, schaute ich diejenigen Menschen verwundert an, die fragten, warum ich denn noch CDs kaufe. Eines der Argumente war, dass man beinahe den gleichen Preis für eine <em>download-only</em> Version eines Albums bezahlt, dafür auf oft liebevoll gestaltetes Artwork und den Beipackzettel samt Liner Notes und die Möglichkeit verzichtet, Musik bewusst zu hören: eine CD bewusst auszusuchen, den CD-Player und die Anlage zu verwenden, um gemütlich mit geschlossenen Augen auf dem Sofa zu liegen und in der Musik zu versinken. Download-Versionen sind darüber hinaus prinzipbedingt niemals limitiert und eine Sonderausgabe verliert in einem Download-Shop ihren Glanz.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="abdullahibrahim1.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/abdullahibrahim1.jpg" alt="Abdulla Ibrahim" width="1000" height="525" border="0" /></p>
<p>Wenn man mich Monate später dann fragte, als die Tonträger gut verpackt unter dem Dach und später im Keller standen, warum ich Musik ausschließlich bei iTunes beziehe, schaute ich diejenigen verwundert an, warum ich für den beinahe gleichen Preis Staubfänger ins Regal räumen sollte, die darüber hinaus im Weg stehen würden. Weiters ist die Musik online mit einem Mausklick zu kaufen – auch Sonntags! – und gleich dort, wo sie sein sollte: auf den iPods und iPhones, auf der alten Apple-Box, über die ich all diese Stücke auch über die Stereoanlage hören kann ohne aufstehen und einen Tonträger einlegen zu müssen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="wharfedale.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/wharfedale.jpg" alt="Wharfedale" width="1000" height="435" border="0" /></p>
<p>Heute nachmittag saß ich Stunden in einem kleinen Geschäft vor einem CD-Spieler, Stapel von Tonträgern neben mir: ich habe bewusst Musik gehört, ausgesucht mehr, und war überrascht, dass <em>download-only</em> doch deutlich billiger ist. Vielleicht liegt das an den Musikverlagen, die mich interessieren: alte Musik aus Spanien ist teurer, ebenso der Jazz eines Münchener Labels. Er, erzählte der Freund letzte Woche, genießt die bewusste Entscheidung für Musik und deren bewussten Auswahlprozess, und ich fühlte mich erwischt in jenem Moment, in dem mir bewusst wurde, dass ich Musik seit Jahren schon beinahe nicht mehr genieße, sondern herunterschlinge, unaufmerksam, oft neben anderer Tätigkeit.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="abduallaundkeith.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/abduallaundkeith.jpg" alt="Abdulla Ibrahim, Keith Jarrett, Antonio Vivaldi, André Campra" width="1000" height="375" border="0" /></p>
<p>Ich erinnerte mich heute Nachmittag in diesem Geschäft an das Gefühl, wenn ich früher nach der Schule den Plattenladen besuchte, vieles vor dem Kauf gar nicht erst anhörte, weil ich stets anhand der Bands und der Labels wusste, was mich erwartet; naturgemäß nicht genau – das blieb jenem Moment vorbehalten, in dem ich in aufgeregt-erwartender Stimmung die CDs zum ersten Mal in den Spieler legte und mich auf das Sofa, die Liner Notes im Booklet zu lesen, als die Musik noch etwas Besonderes war.</p>
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		<title>One Hit Single</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/one-hit-single/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 21:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wir sitzen oft drüben – von meinem Platz im Ohrensessel aus gesehen – am Fenster mit Blick auf die Birken, denen unser Haus Platz ließ in den fünfziger Jahren, als der Architekt sich gegen den &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/one-hit-single/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/one-hit-single/">One Hit Single</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sitzen oft drüben – von meinem Platz im Ohrensessel aus gesehen – am Fenster mit Blick auf die Birken, denen unser Haus Platz ließ in den fünfziger Jahren, als der Architekt sich gegen den Wahnsinn entschied, dem man in den Prachtstraßen ständig begegnet. Dort also, nicht nur zurückversetzt sondern auch oberhalb der Schlange, die während des gesamten Sommers auf dem Gehweg mäandert, ein Eis bei <a href="http://www.ballabeni.de">Ballabeni</a> zu essen, von dem man sich sogar in Architekturvorlesungen in Hessen erzählt. Während sie unten eine halbe Stunde anstehen für – zugegebenermaßen – hervorragendes Eis, lehnt man sich oben zurück und wartet, bis die Schlange auf ein erholsames Maß geschrumpft ist, steht auf und kühlt sich im steinernen Treppenhaus noch einmal ab, um wenig später das Eis zurück in der Wohnung (am Fenster!) an jenem Fenster zu genießen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="cablecars.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/cablecars.jpg" alt="Seilbahn zum Gipfel" width="1000" height="545" border="0" /></p>
<p>Gefühlt sind wir von dieser Zeit Monate entfernt, noch am Samstag kletterten wir vereiste Passagen auf dem Gipfel des Wallbergs. Doch Ballabeni hat seitdem seinen Laden geöffnet, der Freund bereitet seine Abreise vor nach Italien, das wunderschöne Mädchen kämpft langsam mit den Blüten der Birken und immer öfter bricht die Sonne durch die tief hängenden Wolken.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="gipfelkirche.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/gipfelkirche.jpg" alt="Gipfelkirche Wallberg" width="1000" height="663" border="0" /></p>
<p>Es wird langsam Zeit, ich sitze schon drüben am Fenster, nur der Rest fällt mir schwer. Es sind die Wochen, zwischen denen ich lebe; ich probiere ein bisschen was aus (doch eher in mir als äußerlich sichtbar) und finde kein befriedigendes Ergebnis, ich finde nur Gründe. Ich habe eine Ahnung, und während ich anderen sage, sie müssten gehen, bleibe ich (vielleicht zu lange) stehen:</p>
<p style="text-align: center;">Go into the Knautschzone.</p>
<p style="text-align: right;">(<a href="http://munich.the-hub.net">Hub Munich</a>, via <a href="http://www.workartists.de">workartists.de</a>)</p>
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		</item>
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		<title>Für I. der gestern starb</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/fur-i-der-gestern-starb/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 20:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/fur-i-der-gestern-starb/">Für I. der gestern starb</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="grat.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/grat.jpg" alt="Dort unten, dort oben" width="1000" height="534" border="0" /></p>
<p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/fur-i-der-gestern-starb/">Für I. der gestern starb</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mehta</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/metha/</link>
		<comments>http://blog.fallenbeck.com/metha/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 22:09:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musique]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Air Auf einmal ist alles still. Und auf einmal, noch in den ersten Takten, hält das Gefühl Einzug, das ich zum letzten Mal hatte in der Berliner Philharmonie, dass diese Töne sich unterscheiden von allem, &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/metha/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/metha/">Mehta</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Air</p>
<p>Auf einmal ist alles still. Und auf einmal, noch in den ersten Takten, hält das Gefühl Einzug, das ich zum letzten Mal hatte in der Berliner Philharmonie, dass diese Töne sich unterscheiden von allem, was ich normalerweise höre. Mein Gehör ist nicht geübt, weniger als das Filigrane höre ich mit dem Bauch; ich bin mir bewusst, wie viel mir entgeht und dass doch in eben diesen Dingen jenes Gefühl begründet liegt, das ich nur aus Konzerthäusern kenne.</p>
<p>Dabei kommt es so unvermittelt wie dieses Stück, das nicht auf dem Programm steht. Wegen eines Todesfalls wurde es eingeschoben wie die anschließende Gedenkminute – eine Stille aus mehr als zweitausend Kehlen. Mir widerstrebt alles, von einem Glücksfall zu schreiben.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="road.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/road.jpg" alt="Road" width="1000" height="382" border="0" /></p>
<p style="text-align: center;">Mazeppa</p>
<p style="text-align: left;">Von außen betrachtet fällt manchen auf, dass ich gerade verstärkt Bücher erwerbe. Das ist ein Zeichen, dass sich etwas ändert, dass mich etwas genau interessiert: dann kaufe ich alles, was man zum Einlesen braucht. Mir selbst als Betriebsblindem wird dabei noch klar, dass die Berge der Schriften deutlich zeichnen, dass es um mehr geht als eine alltägliche Entscheidung. Ein Gedanken bricht sich die Bahn, ein Gedanke, den ich so stark nie wähnte, darüber bin ich selbst überrascht.</p>
<p style="text-align: left;"><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="bench.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/bench.jpg" alt="Bench" width="1000" height="495" border="0" /></p>
<p style="text-align: center;">Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2</p>
<p style="text-align: left;">In manchen Interviews mit Künstlern findet man diesen Satz, dass Kunst <em>unreflektiert passiert</em>. Ich habe dies stets für die Koketterie gehalten der kunstschaffenden Klasse, und natürlich ist es vom eigenen Falle insofern verschieden, dass keine Kunst mich umtreibt. Wenn ich heute vage bleibe, bitte ich das zu verzeihen: Es ist wie der erste Schritt auf dem zugefrorenen See am Anfang eines Winters der Kindheit, in dem man nicht weiß, ob das Eis bereits trägt. Ich bin tatsächlich noch jenseits des Eises und vielleicht ist das bloß eine Phase – über die Jahre misstrau&#8217; ich mir selbst. Ich weiß nicht, ob sich viel mehr ändert, als dass die Bücherwände sich füllen. »Es wäre«, denke ich mir jetzt oft, »aber mal an der Zeit.«</p>
<p style="text-align: left;"><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="hff.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/03/hff.jpg" alt="HFF" width="1000" height="289" border="0" /></p>
<p style="text-align: center;">Symphonie Nr. 5</p>
<p>Das Gefühl aus dem Air gab es später nicht mehr. Zum ersten Mal habe ich verstanden und mit eigenen Ohren gehört, warum der Münchner Gasteig kein gutes Konzerthaus ist. Es muss sich etwas ändern, um in dreißig Jahren nicht immer noch auf den Rängen zu sitzen, altersmild dann wie Zweitausend um mich herum. »In der Musik«, sagt man, »liegen die Werte des Lebens.«</p>
<p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/metha/">Mehta</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Where I found you</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/where-i-found-you/</link>
		<comments>http://blog.fallenbeck.com/where-i-found-you/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2013 21:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Man kann mehrere einhundert Euro ausgeben an einem Wochenende für Bücher. Das ist – sagen die einen – eine der Launen, die wir von Dir kennen, das ist – sage ich – vielleicht der letzte &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/where-i-found-you/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/where-i-found-you/">Where I found you</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann mehrere einhundert Euro ausgeben an einem Wochenende für Bücher. Das ist – sagen die einen – eine der Launen, die wir von Dir kennen, das ist – sage ich – vielleicht der letzte Versuch. Ich habe letztens den Satz gelesen von dem, der sagte, er lässt sich nicht nieder für ein langweiliges Leben; und ich bin mir nicht sicher, warum ich diese Worte mit mir herumtrage seit Tagen, rekapituliere im Kopf. </p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="stairway.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/stairway.jpg" alt="Wo ist unten, wo oben?" width="1000" height="429" border="0" /></p>
<p>Das ist kein Ying und kein Yang, das ist nicht Feng Shui. Das ist nicht der Kampf zwischen Bibliomanie und dem Bedürfnis, kaum zu besitzen. Die Verzweiflung, die sich Bahn bricht, wenn ich jemanden langsam tippen sehe oder die Maus benutzen, entspringt nicht dem Effizienzwahn, unter dem wer kollabiert. Im Wesentlichen alles okay, wie es ist, habe ich heute herausgefunden (in einer klinischen Studie). Es ist alles okay, mir bleiben noch beinahe sechzig Jahre, nicht zu verzweifeln, vielleicht sogar ein paar Jahre mehr.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="wiewirlebenwollen.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/wiewirlebenwollen.jpg" alt="Wie wir leben wollen" width="1000" height="469" border="0" /></p>
<p>Es gilt das gesprochene Wort; ein Masterplan der zwischen uns zirkuliert und den Namen trägt eines Sees in der Nähe mit einer Jahreszahl hintenan. Eine – wie man heute sagt – Zielvereinbarung zwischen Gleichgesinnten angesichts einer Reihe Projekte, die wir beide nicht kennen. Ein Masterplan, der zwischen uns ruht. Im Moment, sagst Du, ist doch alles okay. Ein Echo der Worte eines Freundes im Kopf und die Unsicherheit hinter der Frage »machen wir uns was vor?« Nimm Dir eine Stunde mit wem, den ich kenne: eine klinische Studie. Wir sehen uns am See, dort kannst Du mich finden, wenn Du mich suchst.</p>
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		<title>Sachschaden und Dachschaden</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2013 21:23:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sachschaden und Dachschaden hießen zwei Brüder, die auf unsere Schule gingen. Sie hießen naturgemäß anders, doch Sachschaden und Dachschaden war uns stets ein Begriff, wenngleich ich nicht mit ihnen in einer Klassenstufe gewesen bin. Ich &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/sachschaden-und-dachschaden/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/sachschaden-und-dachschaden/">Sachschaden und Dachschaden</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sachschaden und Dachschaden</em> hießen zwei Brüder, die auf unsere Schule gingen. Sie hießen naturgemäß anders, doch <em>Sachschaden und Dachschaden</em> war uns stets ein Begriff, wenngleich ich nicht mit ihnen in einer Klassenstufe gewesen bin. Ich habe ihren wirklichen Namen vergessen; nicht aus Bosheit, sondern weil ich wirkliche Namen oftmals vergesse und mich nur lückenhaft an meine Schulzeit erinnere. Ist das ein Fluch oder Segen, nicht mehr zu wissen, mit wem man auf der Grundschule war? Das wunderschöne Mädchen hingegen bekommt sogar Einladungen für Grundschulklassentreffen und kann sich an alle Gesichter erinnern.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="schlund.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/schlund.jpg" alt="Schlund" width="750" height="750" border="0" /></p>
<p>Es ist nun nicht so, dass ich meine Freunde vergesse. Allerdings sagen mir manche Namen nichts mehr, doch wenigstens für den Abiturjahrgang habe ich ein Buch zur Hand, in dem ich neben dem Namen ein Foto finde, manchmal sagt mir tatsächlich das Foto auch nichts. Auf dem Abiturtreffen vor fünf Jahren war ich zwar nicht überrascht, wer dort mit mir im Gastraum saß, doch kam die Erinnerung an einige Gesichter erst im Gespräch zurück, das Nichts wich einer leisen Ahnung, wer derjenige war, mit dem man sich unterhielt. Das jedoch passierte selten genug: noch immer blieben die Gruppen für sich, sie kennen sich, vermischen sich nicht. Beiderseitiges Desinteresse zumeist, Freundschaft und Respekt hat sich nicht verändert über die Zeit.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="vereinsheim.JPG" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/vereinsheim.jpg" alt="Vereinsheim" width="750" height="750" border="0" /></p>
<p>Dieses Jahr (wie alle fünf Jahre) passiert wieder ein Treffen des Jahrgangs und ich plane ebenfalls die Reise zurück. Teils aus voyeuristischen Gründen, teils aus Gründen, alte Freunde zu treffen (oder besser: Diejenigen, die mir damals Freund waren). Es ist ein seltener Abend, manche Lehrer, sogar mancher Schulkamerad ist bereits tot. Ich bin nicht nostalgisch – sogar einigermaßen gut im Abbruch älterer Brücken – ich bin interessiert, wer dort sitzen wird. Ich werde mich bestmöglich durch den Abend spülen lassen, das hat bisher stets funktioniert. Mein kleines Erlebnis, auf der Suche nach dem Leben der Anderen.<br />Wie mich auch brennend interessieren würde, was <em>Sachschaden und Dachschaden</em> so machen. Wüsste ich nur ihre Namen.</p>
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		<title>Wir laden uns jemand Gefährlichen zum Tee ein</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 15:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisenotizen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Oft, wenn ich an Wochenenden von einem der Seen nach Hause komme, sitze ich einige Tage später im Ohrensessel und überlege. Ich kann mittlerweile die Uhr danach stellen, diese Phasen kommen häufiger als in den &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/wir-laden-uns-jemand-gefahrlichen-zum-tee-ein/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/wir-laden-uns-jemand-gefahrlichen-zum-tee-ein/">Wir laden uns jemand Gefährlichen zum Tee ein</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Oft, wenn ich an Wochenenden von einem der Seen nach Hause komme, sitze ich einige Tage später im Ohrensessel und überlege. Ich kann mittlerweile die Uhr danach stellen, diese Phasen kommen häufiger als in den Jahren zuvor. Es wird also dringlicher, vielleicht weil ich gehäuft das Andere sehe, weil ich näher bin als in den Jahren weiter oben im Norden, weil ich Leute kennengelernt habe, die nicht meine Geschichte teilen und vielleicht weil es einfach ist, in dieser Stadt unzufrieden zu sein.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="neureuth1.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/neureuth1.jpg" alt="Blick von der Neureuth" width="1000" height="536" border="0" /></p>
<p>Seit dem letzten Wochenende ist etwas Wichtiges passiert. Nicht, dass ich die Krise gerade nicht hätte – ich sitze mitten in ihr – aber jemand hat etwas gesagt und etwas geschrieben, was ich im Ohrensessel verdränge: dass diese Stadt ihre positiven Eigenschaften hat. Da sind die Cafés und Antiquariate – ich selbst sage immer, hier zu leben ist schön, weil alles in Laufnähe ist – der Bioladen, in dem man sich duzt und Rezeptvorschläge bekommt und die Reinigung, in der man mich vermisst, seit ich keine Anzüge mehr trage und sich doch jedes Mal freut, wenn ich komme, meinen Vornamen kennt. All das weiß ich, wenn ich im Ohrensessel sitze unter den Bücher zu meiner Rechten, die beruhigend in den Raum schauen, in ein warmes Licht getaucht von den beiden alten Lampen, am Ende des Raumes das Stövchen, das ein diffuses Licht durch den Tee schickt. Ich weiß das, so lange ich das Fenster nicht öffne und die unsäglichen Fahrzeugkolonnen die Ruhe vertreiben oder ein Bus an der Haltestelle ein sonores Wummern erzeugt, das man beinahe mehr spürt als man hört.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="neureuth3.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/neureuth3.jpg" alt="Kurz vor der Neureuth" width="1000" height="663" border="0" /></p>
<p>München ist auf seine Art allerdings auch seltsam lächerlich, und vielleicht ist es das, was mich im Ohrensessel umtreibt. Diese Art bleibt zurück wenn man an die Seen flüchtet, wartet, während man eine Stunde entfernt einen Rennrodel durch den Wald zieht hinauf zu der Hütte, dem letzten Ziel vor der Abfahrt. Ich habe das letzten Sonntag zum ersten Mal gemacht (zumindest mit einem Rennrodel); Der Freund erklärt mir die wenigen Dinge, die man wissen muss, durch die Kurven zu kommen. Oben denke ich noch, mit dem wenigen Wissen käme ich niemals heil wieder runter, doch in den letzten beiden Kurven überhole ich dann einen Jungen und dessen Vater.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="rodelbahn.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/rodelbahn.jpg" alt="Rennrodel" width="1000" height="390" border="0" /></p>
<p>Die Rodelstrecke, der Berg, dieser See sind mit dem Zug eine Stunde Fahrzeit entfernt. Mein Büro liegt im Norden von München, man kann die Alpen sehen von dort. Statt einer Stunde Zug fahre ich Rad, durch den Englischen Garten und an der Isar entlang. Doch die Phasen kommen häufiger als in den Jahren zuvor. Vielleicht muss sich irgendwann etwas ändern.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="neureuth2.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/neureuth2.jpg" alt="Blick von der Neureuth" width="1000" height="663" border="0" /></p>
<p>Abends im Ohrensessel versuche ich vernünftig zu argumentieren. Kalt war&#8217;s, in München ist&#8217;s wärmer. Ich weiß, das ist halbgar. »<a href="http://rebellmarkt.blogger.de/stories/2173602/">Und ausserdem, wer braucht schon Zehen?</a>«</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="sonnenuntergang.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/sonnenuntergang.jpg" alt="Auf dem Heimweg von der Rodelbahn" width="1000" height="536" border="0" /></p>
<p style="text-align: right;">– t: Flowerpornoes – Das Wort Erde</p>
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		<title>#1</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2013 13:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ihn kenne ich kaum, da ich normalerweise das Antiquariat zu anderen Zeiten besuche. Eine geschickte Terminplanung macht es mir möglich, gerade jetzt in diesem Laden zu stehen. Ich habe sorgsam einige Bücher zusammengetragen, die sich &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/1/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/1/">#1</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ihn kenne ich kaum, da ich normalerweise das Antiquariat zu anderen Zeiten besuche. Eine geschickte Terminplanung macht es mir möglich, gerade jetzt in diesem Laden zu stehen. Ich habe sorgsam einige Bücher zusammengetragen, die sich jetzt auf dem Tresen stapeln, neben der alten Kasse, hinter der er jetzt steht und mich flüchtig begrüßt. Er murmelt im Timbre eines Bibliothekars und wie immer in solchen Situation lächle ich unsicher zurück und deute mit einer Hand auf die vielleicht zehn Bücher vor mir.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="BuecherstapelJan13.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/BuecherstapelJan13.jpg" alt="Bücherstapel" width="1000" height="477" border="0" /></p>
<p>Er fängt an zu erzählen, erst langsam und zäh wie ein Schiffsdiesel und kommt dann (wie ein solcher) in Fahrt, erzählt zu jedem der Bücher eine Geschichte, mindestens jedoch einen kurzen Satz. Buch für Buch gehen wir durch, er, der Bibliothekar und ich der Student an der ewigen Ausleihe, jedes nimmt er in die Hand, kontrolliert den Einband und dem Schutzumschlag, klopft ihn in die richtige Position bevor er mir das Buch ergeben hinschiebt und nickt.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="altemanier.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/altemanier.jpg" alt="Geschichten in alter Manier" width="1000" height="415" border="0" /></p>
<p>Ihm entgehen nicht die Widmungen, die ich in den Büchern ebenso fand, und nicht die Unterschriften  der Autoren auf den Titelseiten zweier Bücher (eines habe ich alleine deswegen gekauft). Er lächelt ebenfalls, ein Hauch von Abschied liegt auf seinen Lippen, als ich bezahle, als ich mich bedanke und geh&#8217;. Mir fällt das Herz auf, das einer der Signaturen innewohnt, allerdings erst später am Abend, als ich bei einem Ingwertee durch die Bücher blättere, ein Ritual kurz vor dem Einsortieren der Bände.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="textfluss.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/02/textfluss.jpg" alt="Textfluss" width="1000" height="370" border="0" /></p>
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		<title>Die Billigesser</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 10:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisenotizen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Catch as catch can war das Abitur-Motto unserer Schule im Jahr 1996. Ich weiß noch, es steht für Nehmen was man kriegen kann ohne Rücksicht auf Verluste. Das mag damals eine Kritik an Einzelnen gewesen &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-billigesser/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/die-billigesser/">Die Billigesser</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Catch as catch can</em> war das Abitur-Motto unserer Schule im Jahr 1996. Ich weiß noch, es steht für <em>Nehmen was man kriegen kann</em> ohne Rücksicht auf Verluste. Das mag damals eine Kritik an Einzelnen gewesen sein, die ich nicht kenne, da ich erst Jahre danach Abitur gemacht habe.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="IMG_2341.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/IMG_2341.jpg" alt="town" width="500" height="243" border="0" /></p>
<p>Irgendwann später kamen die Bonusprogramme in mein Leben durch Bekannte, die Punkte sammeln, die Gutscheine kombinieren, um billig zu essen. Sie kaufen gebundene Bücher, um beim Kennenlernen der Lokale ihrer Stadt möglichst billig davonzukommen; sie gehen nur dorthin, wovon es Gutscheine gibt, oder ins Kino, um sich später von den Karten Burger zu kaufen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="IMG_2359.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/IMG_2359.jpg" alt="field" width="500" height="176" border="0" /></p>
<p>Noch später dann triumphieren die Blöden über die Guten, es triumphieren die Netzwerker über die anderen, denen das zu lästig ist. In Bayern bekommt einer den Job nicht, weil der andere jemanden kennt. Es hält zusammen, was zusammengehört. Der nächste mit dem Intellekt eines Papageis erklärt, dass nur Netzwerke dem nützen, der sie hat.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="IMG_2383.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/IMG_2383.jpg" alt="sun" width="500" height="220" border="0" /></p>
<p>Auf jeden dieser drei Absätze bekommt man zu hören: »Das machen doch alle« und »ich wäre blöd, es anders zu tun.« Catch as catch can. Das ist heute Kritik an der Masse. Dieses Jahr wird entweder richtig gut oder schlimm.</p>
<p style="text-align: right;">t: <a href="http://www.thomasbernhard.at/index.php?id=278">Thomas Bernhard</a></p>
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		<title>Sachsen</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/sachsen/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 21:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisenotizen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich glaube, jedes Kind hat seine Methode, um sich die Zeit auf langen langweiligen Autofahrten zu vertreiben. Als ich ein Junge war, der im Auto noch hinten saß, beobachtete ich oft die Feldwege an den &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/sachsen/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/sachsen/">Sachsen</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, jedes Kind hat seine Methode, um sich die Zeit auf langen langweiligen Autofahrten zu vertreiben. Als ich ein Junge war, der im Auto noch hinten saß, beobachtete ich oft die Feldwege an den Rändern der Straße und stellte mir vor, mit einem Fahrrad entlang zu rasen in der Geschwindigkeit des Autos der Eltern. Ich spiele dieses Spiel noch immer, heute vorwiegend in Zügen, und ganz besonders eignet sich die sechsstündige Bahnfahrt nach Berlin.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="saxonia01.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/saxonia01.jpg" alt="Sachsen" width="500" height="208" border="0" /></p>
<p>Wir fuhren etwa mit Lichtgeschwindigkeit, als sich ein älterer Herr zur mir setzte, der vielleicht in Leipzig zugestiegen war – immerhin sprach er akzentfrei – und der mich in meinem Spiel unterbrach. Er erzählte, hier sei er aufgewachsen und die Bahnen früher waren stets eine Attraktion für die Kinder im Dorf, das wir eben hinter uns ließen. »Drüben, die lange Reihe von Bäumen, stehend wie eine Armee« sei sein Schulweg gewesen. Und dieser, sein letzter Weg vielleicht aus dem Dorf führe in nun in die Stadt. Er sagt, er hätte Abschied genommen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="saxonia02.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/saxonia02.jpg" alt="Sachsen" width="500" height="225" border="0" /></p>
<p>»Es gibt«, erzähle ich ihm, »für mich zahlreiche Lebens- und Sterbensmodelle und keines davon sieht aus wie Berlin.« Ich achte nicht mehr darauf, was er sagt; vor meinem inneren Auge ziehen unzählige Bilder vorbei. Bilder von der Uferpromenade und dem an ihr gelegenen, längst verlassenem Grand Hotel, an dem zehn Jahre alte Schilder lehnen <em>Wegen Renovierungsarbeiten geschlossen</em>. Ich kann nur wenige Worte Italienisch, doch die auf dem Schild erinnere ich gut.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="saxonia03.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/saxonia03.jpg" alt="Sachsen" width="500" height="256" border="0" /></p>
<p>In jener Gegend gibt es keine Feldwege an den Straßen. Radfahrer fahren abseits auf weniger befahrenen und engen Wegen, die Namen tragen wie Panoramastraße. In jeder Kehre gibt es Platz zum Pausieren, bergauf ist es ähnlich anstrengend wie ich damals als Kind auf den Feldwegen ahnte, in der Geschwindigkeit meiner Eltern. »Ich würde«, und dies sage ich zu ihm gewandt wieder laut, »jederzeit tauschen«.</p>
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		<title>Normal oder Radikal</title>
		<link>http://blog.fallenbeck.com/normal-oder-radikal/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Jan 2013 14:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Als am 19. November 1975im Atomkraftwerk Grundremmingen(an der schönen blauen Donau)die Arbeiter Otto Huber und Josef Ziegelmüllervon einer radioaktiven Dampfwolke getötet wurden,erklärten die Verantwortlichen unverzüglich:„Z w e i f e l s f r e &#8230; <a href="http://blog.fallenbeck.com/normal-oder-radikal/">Weiterlesen &#8594;</a></p><p>The post <a href="http://blog.fallenbeck.com/normal-oder-radikal/">Normal oder Radikal</a> appeared first on <a href="http://blog.fallenbeck.com">On the Heights of Despair</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als am 19. November 1975<br />im Atomkraftwerk Grundremmingen<br />(an der schönen blauen Donau)<br />die Arbeiter <a href="http://www.stern.de/panorama/atommuell-lager-menschliche-asche-in-der-asse-1509534.html">Otto Huber und Josef Ziegelmüller</a><br />von einer radioaktiven Dampfwolke getötet wurden,<br />erklärten die Verantwortlichen unverzüglich:<br />„Z w e i f e l s f r e i” war dies ein normaler<br />Betriebsunfall. Ein kleinerer<br />(sagte der Minister), „menschliches Versagen”.<br />„Schuld sind die Opfer.”</p>
<p>Normal ist:<br />Eine Kesselexplosion. Ein Grubenunglück. Hochwasser.<br />Die statistisch berechenbare Quote der Unfälle<br />im Straßenverkehr. Leberkrebs in PVC-Fabriken.<br />Grippe. Ein Flugzeugabsturz. Blei in der Luft.<br />Quecksilber im Wasser. Staublunge. Dann und wann<br />ein konventioneller Krieg.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="nor1.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/nor1.jpg" alt="Vinyl" width="500" height="206" border="0" /></p>
<p>Während der n o r m a l e Betriebsunfall noch dampfte<br />– an der schönen blauen Donau – hörten wir in Wyhl<br />(am schönen Rhein) diese Versicherungen<br />der Verantwortlichen. Unablässig fließen sie<br />aus ihren Rednermündern, Väterhänden, Computerhirnen:<br />„Zweifelsfrei ist das normale<br />Unfall-Risiko in Atomkraftwerken<br />ausgeschlossen. (Wahrscheinlichkeit:<br />,Eins zu fünf Milliarden&#8217;). Wir, sagten sie,<br />tragen die Verantwortung. Dafür<br />stehen wir gerade.”</p>
<p>Ach während sie so gerade stehen<br />legen wir uns krumm. Über uns<br />nimmt das Schicksal seinen normalen Lauf.<br />Diesen da bläst es die Konten auf. Anderen<br />bläst es eine radioaktive Dampfwolke<br />auf den Bauch. Das nächste Mal können es tausend Bäuche sein,<br />oder hunderttausend, oder mehr.</p>
<p>„Das” wird dann ein Minister sagen „ist ein normaler<br />Betriebsunfall, wenngleich ein größerer, aber<br />zweifelsfrei b e h e r r s c h b a r.”<br />So auch wir: Lebendig oder<br />im Leichenschauhaus – beherrschbar.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="nor2.jpg" src="http://blog.fallenbeck.com/bilder//2013/01/nor2.jpg" alt="Alle Arrangements aus Gründen der Rechtssicherheit anonym." width="500" height="171" border="0" /></p>
<p>Unbeherrscht und eigensinnig<br />zweifelt mancher mit mir am notwendigen Schicksal<br />der Normalität. Geschmückt mit dem Maulkorb<br />auf dem losen Mundwerk (wer zweifelt ist: radikal,<br />ein Aufwiegler, Hetzer, Freund der verfaßten  Normalität);<br />verfolgt von den ständig wachsenden<br />Sicherheitsorganen (die lautlosen Saugnäpfe am Telefon);<br />ach und verdächtig gemacht den eigenen Leuten<br />(„artfremd ist uns der Zweifel” sagt der Minister<br />im Dialekt – die tödlichen Strahlenbündel lobend); also<br />vermehren wir uns unter Schwierigkeiten, ja<br />achtundzwanzigtausend am Rhein, ja und bald auch<br />an anderen Flüssen, ja und schließlich<br />unbeherrschbar.</p>
<p style="text-align: right;">20.11.75 Flugblatt aus Wyhl </p>
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