Der Graf von Saint Germain

Wir haben mehrere Schlüsselbünde: Jeder von uns den eigenen und darüber hinaus wartet immer ein weiterer Satz Schlüssel auf Gäste. Und ich habe das Ritual: Kurz vor einer Urlaubsreise lege ich meinen Schlüsselbund weit hinten in die Schublade und nehme jenen für Gäste, eigentlich nur, weil er weniger aufträgt und leichter ist. Aber dieser unscheinbare Schlüsselbund murmelt zugleich: Das ist der letzte Tag für einige Zeit in dieser Wohnung. Dann kommen die Gäste, man ist beschäftigt mit Kaffeebohnen mahlen und kochen und irgendwann Abends geht schließlich der Zug.

Paris

Paris

Das hat bei der Transalp schon nicht so wirklich gut geklappt: Natürlich könnte man über jeden Tag in Paris einen eigenen Blogbeitrag schreiben. Man kann beispielsweise erwähnen, dass die Kellner in den Cafés jenen in Wien Konkurrenz machen, doch vielleicht liegt das nur an den Vierteln Quartier Latin und Saint-Germain, in denen wir vorwiegend nach einem Frühstücksplatz suchen. Doch heute in einer Pâtisserie war man wirklich bemüht: Dort sprachen sie kein Englisch und ich komme bei Lebensmitteln schnell an die Grenzen meines Französisch, von dem ich noch etwas aus der Schulzeit herübergerettet habe. Nachdem beinahe eine Karaffe Wasser unbeabsichtigt an unseren Tisch gelangte, kamen schließlich doch der richtige Tee und fabelhafte Tartelettes, für die allein eine Radtour aus München schon lohnt.

Petit Four

Paris

Paris bei Nacht

Irgendjemand hat mir letztens erklärt, wie das mit den Weightwatchers-Punkten funktioniert. Und obwohl ich hier Sport bestenfalls passiv betreibe und Fahrräder nur durch die Kamera betrachte, werde ich keineswegs schwerer. Weil wir den Mont Ventoux von Paris zu Fuß besteigen – den Montmarte – um oben nur einen Espresso zu trinken und vielleicht eine winzige Torte zu essen, wirklich vernachlässigbar, kaum zu erwähnen.

19 Gedanken zu „Der Graf von Saint Germain

  1. Beim letzten Besuch in Paris hatte ich mir es ja verkniffen, eines dieser klobigen Vélib-Vèlos auszuleihen. Aber irgendwann werde ich die Boulevards und Avenues mal unter die Räder (möglichst schmale) nehmen, das sehe ich schon kommen. Ansonsten hat mir gegen akuten Entzug in Sachen körperlicher Betätigung jenseits des Flanierens die Treppe vom Eiffelturm geholfen. Schade, dass man auf diesem Weg nur bis zur ersten Plattform darf, ich wäre fit und bereit gewesen, ganz bis nach oben zu gehen.

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