Der gelbe Schal

Ich kann mich noch gut erinnern, dass sie irgendwann ihren Schal bei mir vergaß. An den Geruch kann ich mich natürlich nicht mehr entsinnen, nur daran, dass er mir gefiel und ich den Schal am liebsten behalten hätte. Im folgenden Disput zwischen dem Gewissen und der Geruchsfaszination siegte letztlich die Ehrlichkeit.
Immerhin konnte ich ihr einen Kompromiss abringen, wenn ich mich recht entsinne, hat der Schal in der folgenden Nacht irgendwo in der Nähe meines Kopfes geschlafen.

blumig

Ein paar Tage später fand ich heraus, woher sie diesen Schal hatte und keine achtundvierzig Stunden später besaß ich den gleichen, weder eingetragen jedoch noch geruchsschwanger. Wenn ich mich heute zwischen denen, die ich besitze, entscheiden muss, fällt die Wahl selten auf diesen. Und doch besitze ich ihn seit all diesen Jahren. Und versuche seit eben so langer Zeit, passende Kleidung für einen gelben Schal zu kaufen.

In einer frühen Vorab-Version meiner Diplomarbeit hat der Betreuer eine Blume neben einen Absatz gemalt.

8 Gedanken zu „Der gelbe Schal

  1. Falsch. Zum einen ist in naturwissenschaftlichen Diplomarbeiten die Vermeidung von Wortwiederholungen gepnt – denn das macht’s schwammig. Jene zu vermeiden wre Geisteswissenschaftlicher Stil.

    Die eine sagt: Sie denken zu naturwissenschaftlich.
    Der andere: Wir sind doch nicht in den Geisteswissenschaften.

    Und nun?

  2. vergiss dabei aber auch nicht, dass ich in etwas mehr als einem monat die 30 als jahreszahl erreiche… :-D aber in kaffee werde ich sowieso ertrinken. welch schöner tod!

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